Entzündungshemmer gegen Depression

Entzündungshemmende Medikamente zeigen antidepressive Wirkung bei klinischen Depressionen

30.10.2019 Entzündungshemmende Mittel bzw. Entzündungshemmer scheinen eine antidepressive Wirkung bei Patienten mit schweren depressiven Störungen zu haben laut einer im Journal of Neurology, Neurochirurgie & Psychiatry veröffentlichten Forschungsarbeit.

Shuang Bai vom Tongji Hospital in Wuhan, China, und Kollegen führten eine systematische Überprüfung der Forschungsliteratur durch, um die Wirksamkeit und Sicherheit von entzündungshemmenden Mitteln bei klinischer Depression zu untersuchen. Potenziell relevante randomisierte kontrollierte Studien (RCT) wurden bis zum 1. Januar 2019 identifiziert; die quantitative Analyse umfasste 30 RCT mit 1.610 Teilnehmern.

Die gepoolten Daten von 26 der RCT zeigten, dass die Verabreichung von Entzündungshemmern die depressiven Symptome im Vergleich zu Placebo reduzierten (Standardmittelwertdifferenz -0,55).

Im Vergleich zu Placebo-Patienten hatten mit Entzündungshemmern behandelte Patienten eine höhere Ansprech- und Remissionsrate (Risikoverhältnisse 1,52 bzw. 1,79).

Sowohl die Mono- als auch die Zusatztherapiegruppe wiesen in einer Untergruppenanalyse eine stärkere Reduktion der Symptomschwere auf. Signifikante antidepressive Effekte bei klinischer Depression wurden in einer Subgruppenanalyse nichtsteroidaler entzündungshemmender Medikamente, Omega-3-Fettsäuren, Statinen und Minocyclinen beobachtet.

Kein Unterschied in den Veränderungen der Depressionsschwere wurde zwischen den Gruppen in reinen Frauenstudien festgestellt. Es wurde auch kein Unterschied zwischen den Gruppen bei den Veränderungen der Lebensqualität festgestellt.

Entzündungshemmer zeigen vielversprechende Effekte in der Behandlung von Depressionen, schreiben die Autoren. Aufgrund des chronischen Verlaufs der klinischen Depression sollten jedoch Lebensqualität und Nebenwirkungen in hochwertigen randomisierten klinischen Studien mit Langzeit-Follow-up weiter untersucht werden, schließen sie.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of Neurology, Neurochirurgie & Psychiatry – doi: 10.1136/jnnp-2019-320912



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