Entzündungshemmer gegen Depression

Entzündungshemmende Medikamente wie Celecoxib, Ibuprofen können leichte Depression bei Arthrose-Patienten lindern

Depressionen bei Arthrose

Patienten mit Osteoarthritis/Arthrose (‘Gelenkverschleiß’) – eine Erkrankung, bei der sich der Knorpel in den Händen, im unteren Rücken, den Knien oder anderen Gelenken abnutzt – haben ein doppelt so hohes Risiko für Depression. Um die Schmerzen zu lindern, nehmen Arthrosepatienten oft nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Naproxen.

“Diese Studie legt nahe, dass entzündungshemmende Medikamente eine Rolle bei der Reduzierung der Depressionsbeschwerden spielen können”, sagte Seniorautor Dr. Michael E. Farkouh, Mount Sinai School of Medicine in New York.

Studie mit nichtsteroidalen Antirheumatika und Celebrex

Die Forschung beinhaltet Daten von fünf vorherigen Untersuchungen mit nicht-verschreibungspflichtigen NSARs und des verschreibungspflichtigen Medikaments Celebrex (Wirkstoff Celecoxib). In jeder dieser Studien wurden Teilnehmer mit Arthrose zufällig einer Behandlung mit Celebrex, einem nicht-verschreibungspflichtigen NSAD oder einer Placebotablette für sechs Wochen zugeteilt.

Es nahmen fast 1.500 Personen, die keine Antidepressiva einnahmen, an der Studie teil. Sie füllten zu Beginn und im Verlaufe der Studie mehrere Depressionsfragebögen aus.

Jede Behandlungsgruppe, einschließlich der Placebogruppe, berichtete im Verlauf der Studie tendenziell über weniger Depressionssymptome.

NSARs und Celecoxib waren besser als Placebo

Die Depressionsscores fielen im Vergleich zur Placebogruppe aber um zusätzliche 0,3 Punkte bei den Personen, die nicht-rezeptpflichtige NSARs einnahmen und 0,6 Punkte bei denen, die Celebrex/Celecoxib einnahmen.

Am Anfang der Studien hatten die Arthrosepatienten einen durchschnittlichen Depressionspunktescore von drei – also recht weit unterhalb der Schwelle von zehn Punkten, die für eine Depressionsdiagnose notwendig sind.

Farkouh sagte, dass zukünftige Forschung die Verbindung zwischen NSARs und Depression untersuchen sollte, da es Forschern helfen könnte zu verstehen, ob Entzündungen eine Rolle bei der Krankheit spielen.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Mount Sinai School of Medicine, Okt. 2013

Entzündungshemmende Medikamente zeigen antidepressive Wirkung bei klinischen Depressionen

30.10.2019 Entzündungshemmende Mittel bzw. Entzündungshemmer scheinen eine antidepressive Wirkung bei Patienten mit schweren depressiven Störungen zu haben laut einer im Journal of Neurology, Neurochirurgie & Psychiatry veröffentlichten Forschungsarbeit.

Shuang Bai vom Tongji Hospital in Wuhan, China, und Kollegen führten eine systematische Überprüfung der Forschungsliteratur durch, um die Wirksamkeit und Sicherheit von entzündungshemmenden Mitteln bei klinischer Depression zu untersuchen. Potenziell relevante randomisierte kontrollierte Studien (RCT) wurden bis zum 1. Januar 2019 identifiziert; die quantitative Analyse umfasste 30 RCT mit 1.610 Teilnehmern.

Die gepoolten Daten von 26 der RCT zeigten, dass die Verabreichung von Entzündungshemmern die depressiven Symptome im Vergleich zu Placebo reduzierten (Standardmittelwertdifferenz -0,55).

Im Vergleich zu Placebo-Patienten hatten mit Entzündungshemmern behandelte Patienten eine höhere Ansprech- und Remissionsrate (Risikoverhältnisse 1,52 bzw. 1,79).

Sowohl die Mono- als auch die Zusatztherapiegruppe wiesen in einer Untergruppenanalyse eine stärkere Reduktion der Symptomschwere auf. Signifikante antidepressive Effekte bei klinischer Depression wurden in einer Subgruppenanalyse nichtsteroidaler entzündungshemmender Medikamente, Omega-3-Fettsäuren, Statinen und Minocyclinen beobachtet.

Kein Unterschied in den Veränderungen der Depressionsschwere wurde zwischen den Gruppen in reinen Frauenstudien festgestellt. Es wurde auch kein Unterschied zwischen den Gruppen bei den Veränderungen der Lebensqualität festgestellt.

Entzündungshemmer zeigen vielversprechende Effekte in der Behandlung von Depressionen, schreiben die Autoren. Aufgrund des chronischen Verlaufs der klinischen Depression sollten jedoch Lebensqualität und Nebenwirkungen in hochwertigen randomisierten klinischen Studien mit Langzeit-Follow-up weiter untersucht werden, schließen sie.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of Neurology, Neurochirurgie & Psychiatry – doi: 10.1136/jnnp-2019-320912



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