Epilepsie – Levetiracetam vs. Oxcarbazepin: Frakturrisiko bei Kindern

Auswirkungen von Levetiracetam und Oxcarbazepin auf das 4-Jahres-Fragilitätsfrakturrisiko bei präpubertären und pubertären Kindern mit Epilepsie

20.09.2021 Eines der beiden am häufigsten verschriebenen Medikamente gegen Krampfanfälle kann das Risiko für Knochenbrüche bei Kindern mit Epilepsie erhöhen, wie eine Studie von Michigan Medicine ergab.

Die in der Fachzeitschrift Epilepsia veröffentlichte Studie untersuchte die Auswirkungen von Levetiracetam und Oxcarbazepin, zwei gängigen Medikamenten gegen Krampfanfälle, auf die Knochenbrüchigkeit von Kindern im Alter von vier bis 13 Jahren.

Die Forscher fanden heraus, dass Levetiracetam nicht mit Knochenbrüchen in Verbindung stand, Oxcarbazepin jedoch mit einem höheren Risiko für Knochenbrüche bei Kindern mit Epilepsie verbunden war.

Die Studie

Das Forscherteam beobachtete über einen Zeitraum von fünf Jahren die Häufigkeit von Frakturen bei 561 Kindern und Jugendlichen mit Epilepsie und rund 271.000 Kindern ohne Epilepsie, die keine Medikamente gegen Krampfanfälle einnahmen. In diesem Zeitraum erlitten 12,8 % der mit Oxcarbazepin behandelten Kinder eine Fraktur, verglichen mit 7,5 % der mit Levetiracetam behandelten und 8,2 % der Kinder ohne Epilepsie.

Diese beiden Medikamente werden häufig verschrieben, weil sie im Vergleich zu einigen der anderen angebotenen Antiepileptika ein relativ sicheres Nebenwirkungsprofil aufweisen, so Koautorin Erin Fedak Romanowski von Michigan Medicine.

Konsequenzen

Die Forscher weisen darauf hin, dass die Ergebnisse weder bedeuten, dass die Verschreibung von Oxcarbazepin unsicher ist, noch dass alle Kinder mit Epilepsie mit Levetiracetam behandelt werden sollten.

Viele Kinder und Jugendliche mit Epilepsie haben begleitende neurologische Entwicklungsstörungen wie zerebrale Lähmungen. Diese pädiatrische Patientenpopulation hat bekanntermaßen ein hohes Frakturrisiko, aber die Nebenwirkungen von Levetiracetam können die psychische Gesundheit des Kindes beeinträchtigen, was ebenfalls eine häufige Komorbidität bei Kindern mit neurologischen Entwicklungsstörungen ist.

Dieses Konzept ist als Iatrogenese bekannt, d. h. als medizinische Probleme, die aufgrund der medizinischen Versorgung auftreten. Die Medikamente gegen Krampfanfälle erfüllen ihren selbstgesteckten Zweck, aber einige können sekundäre Komplikationen wie Knochenbrüchigkeit und Stimmungs- oder Verhaltensprobleme hervorrufen.

Studienautor Daniel Whitney sagt, der nächste Schritt sei eine Folgestudie, um herauszufinden, warum Oxcarbazepin mit dem Anstieg der Fragilitätsfrakturen während dieses Zeitfensters verbunden ist. Dann, können sie beurteilen, ob die Kinder von zusätzlichen Therapien gegen Knochenbrüchigkeit profitieren könnten.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Epilepsia – DOI: 10.1111/epi.16998

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