Erhöhtes Risiko für Herzversagen unter Aspirin

Studie: Die Einnahme von Aspirin wird mit einem erhöhten Risiko für Herzinsuffizienz in Verbindung gebracht

23.11.2021 Die Einnahme von Aspirin (Acetylsalicylsäure) ist bei Menschen mit mindestens einem prädisponierenden Faktor für eine Herzinsuffizienz mit einem um 26 % erhöhten Risiko für diese Erkrankung verbunden.

Dies ist das Ergebnis einer in der Zeitschrift ESC Heart Failure veröffentlichten Studie. Zu den prädisponierenden Faktoren gehörten Rauchen, Fettleibigkeit, Bluthochdruck, hoher Cholesterinspiegel, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Studie

Dies ist die erste Studie, in der die Aspirin-Einnahme bei Personen mit mindestens einem Risikofaktor für Herzinsuffizienz ein höheres Risiko für eine spätere Erkrankung darstellt als bei Personen, die das Medikament nicht einnehmen, sagte Studienautor Dr. Blerim Mujaj von der Universität Freiburg, Deutschland. Die Ergebnisse müssen zwar noch bestätigt werden, zeigen aber, dass der mögliche Zusammenhang zwischen Aspirin und Herzinsuffizienz noch geklärt werden muss.

Der Einfluss von Aspirin auf die Herzinsuffizienz ist umstritten. Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen Aspirin und der Häufigkeit von Herzversagen bei Menschen mit und ohne Herzerkrankungen zu untersuchen und zu beurteilen, ob die Einnahme des Medikaments bei Risikopersonen mit der Erstdiagnose einer Herzinsuffizienz zusammenhängt.

Die Analyse umfasste 30.827 Personen mit einem Risiko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz aus Westeuropa und den USA (HOMAGE-Studie) Die Teilnehmer waren 40 Jahre und älter und hatten zu Studienbeginn keine Herzinsuffizienz. Die Einnahme von Aspirin wurde bei der Aufnahme in die Studie erfasst, und die Teilnehmer wurden als Aspirin-Anwender oder Nicht-Anwender eingestuft. Die Teilnehmer wurden bis zum ersten Auftreten einer tödlichen oder nicht tödlichen Herzinsuffizienz, die einen Krankenhausaufenthalt erforderte, nachbeobachtet.

Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 67 Jahre, 34 % waren Frauen. Zu Beginn der Studie nahmen insgesamt 7.698 Teilnehmer (25 %) Aspirin ein. Während der 5,3-jährigen Nachbeobachtungszeit entwickelten 1.330 Teilnehmer eine Herzinsuffizienz.

Einnahme von Aspirin und Auftreten von Herzinsuffizienz

Die Forscher untersuchten den Zusammenhang zwischen der Einnahme von Aspirin und dem Auftreten einer Herzinsuffizienz, nachdem sie das Geschlecht, das Alter, den Body-Mass-Index, das Rauchen, den Alkoholkonsum, den Blutdruck, die Herzfrequenz, den Cholesterinspiegel, das Kreatinin, den Bluthochdruck, den Diabetes, die Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die Behandlung mit Renin-Angiotensin-Aldosteron-Hemmern, Kalziumkanalblockern, Diuretika, Betablockern und Lipidsenkern berücksichtigt hatten. Die Einnahme von Aspirin war unabhängig mit einem um 26 % erhöhten Risiko für eine erstmalige Herzinsuffizienzdiagnose verbunden.

Um die Konsistenz der Ergebnisse zu überprüfen, wiederholten die Forscher die Analyse, nachdem sie Aspirin-Anwender und Nicht-Anwender hinsichtlich der Risikofaktoren für Herzversagen verglichen hatten. Auch in dieser Analyse war Aspirin mit einem um 26 % erhöhten Risiko für eine neue Herzinsuffizienzdiagnose verbunden. In einer weiteren Analyse wurden Patienten mit einer Vorgeschichte von Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgeschlossen. Bei 22 690 Teilnehmern (74 %) ohne Herz-Kreislauf-Erkrankung war die Einnahme von Aspirin mit einem um 27 % erhöhten Risiko für ein erstmalig auftretendes Herzversagen verbunden.

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass große multinationale randomisierte Studien bei Erwachsenen mit dem Risiko eines Herzversagens erforderlich sind, um diese Ergebnisse zu verifizieren. Bis dahin würden die Beobachtungen nahelegen, dass Aspirin bei Personen mit Herzinsuffizienz oder Risikofaktoren für diese Erkrankung mit Vorsicht verschrieben werden sollte.

© arznei-news.de – Quellenangabe: ESC Heart Fail. 2021. DOI: 10.1002/ehf2.13688.

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Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

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