Gallengangskarzinom: Lebenserwartung unter Ivosidenib

Günstiges Gesamtüberleben unter Ivosidenib bei fortgeschrittenem Cholangiokarzinom (Gallengangskarzinom) mit IDH1-Mutationen

01.10.2021 Trotz einer hohen Crossover-Rate lieferte Ivosidenib (Tibsovo) bei Patienten mit fortgeschrittenem Cholangiokarzinom (Gallengangskarzinom) mit IDH1-Mutationen im Vergleich zu Placebo günstige Überlebensdaten mit einem erträglichen Sicherheitsprofil.

Dies geht aus den endgültigen Ergebnissen zur Gesamtüberlebenszeit (OS) aus der randomisierten Phase-3-Studie ClarIDHy (NCT02989857) hervor, die in JAMA Oncology veröffentlicht wurden.

Gesamtüberlebenszeit

Die mediane Gesamtüberlebenszeit betrug 10,3 Monate (95% CI, 7,8-12,4) für Patienten in der Ivosidenib-Gruppe im Vergleich zu 7,5 Monaten (95% CI, 4,8-11,1) für Patienten in der Placebo-Gruppe (HR: 0,79; 95% CI, 0,56-1,12; 1-seitiger P = 0,09) basierend auf 150 OS-Ereignissen. Darüber hinaus betrug die RPSFT (rank-preserving structural failure time) adjustierte OS in der Placebogruppe 5,1 Monate (95% CI, 3,8-7,6) (HR: 0,49; 95% CI, 0,34-0,70; 1-seitiger P< 0,001).

Die Studie

Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip entweder mit 500 mg Ivosidenib (n = 126), das einmal täglich über einen Zeitraum von 28 Tagen oral verabreicht wurde, oder mit einem entsprechenden Placebo (n = 61) behandelt. Die Behandlung erfolgte bis zum Fortschreiten der Krankheit, bis zum Auftreten anderer inakzeptabler Toxizitäten, bis zur Schwangerschaft, bis zum Tod, bis zum Widerruf der Einwilligung, bis zum Verlust der Nachbeobachtung oder bis zur Entblindung oder Beendigung der Studie. Bei Patienten mit radiologisch bestätigtem Fortschreiten der Erkrankung in der Placebogruppe war ein Wechsel in die Ivosidenib-Gruppe möglich.

Teilnahmeberechtigt waren Patienten ab 18 Jahren mit einem histologisch bestätigten Cholangiokarzinom mit einer IDH1-Mutation. Weitere Zulassungskriterien waren eine dokumentierte Krankheitsprogression nach 1 bis 2 Behandlungen bei fortgeschrittener Erkrankung, ein ECOG-Performance-Status von 0 oder 1, eine erwartete Überlebenszeit von mindestens 3 Monaten sowie eine ausreichende Knochenmark-, Leber- und Nierenfunktion.

Obwohl die Gesamtüberlebenszeit ein wichtiger sekundärer Endpunkt war, stand sie im Mittelpunkt dieser abschließenden Analyse. Das progressionsfreie Überleben war der primäre Endpunkt und wurde in einer früheren Analyse ausführlich beschrieben.

Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 62 Jahre (Spanne 33-80 Jahre) in der Ivorosidenib-Gruppe und 63 Jahre (Spanne 40-83 Jahre) in der Placebo-Gruppe, wobei 65 % bzw. 61 % der Ivorosidenib- bzw. Placebo-Gruppe aus Frauen bestanden.

Weitere Ergebnisse der Analyse zeigen, dass die Überlebensrate nach 12 Monaten 43 % (95 % CI, 34 %-51 %) für die Patienten in der Ivosidenib-Gruppe und 36 % (95 % CI, 24 %-48 %) für die Patienten in der Placebogruppe betrug. Die maximale Behandlungsdauer betrug 34,4 Monate (Spanne von 0,1 bis 34,4) im Vergleich zu 6,9 Monaten (Spanne von 0 bis 6,9 Monaten) in der Ivorosidenib- bzw. Placebogruppe. Darüber hinaus betrug die mediane Behandlungsdauer 2,8 Monate (Spanne von 0,1 bis 34,4) und 1,6 Monate (Spanne von 0 bis 6,9) für die Ivorosidenib- bzw. Placebogruppe.

Sicherheit, Nebenwirkungen

Die häufigste behandlungsbedingte unerwünschte Wirkung (TEAE) vor dem Crossover war in der Ivorosidenib- bzw. Placebogruppe Übelkeit (42 % bzw. 29 %). Aszites war die häufigste TEAE des Grades 3 oder höher in beiden Behandlungsgruppen (9% vs. 7%). Weitere häufige TEAE des Grades 3 oder höher waren Anämie (7 % vs. 0 %), erhöhte Bilirubinwerte im Blut (6 % vs. 2 %) und Hyponatriämie (6 % vs. 10 %).

Schwerwiegende TEAE wurden bei 34 % der Patienten in der Ivorosidenib-Gruppe gegenüber 24 % der Patienten in der Placebo-Gruppe beobachtet. Insgesamt trat bei 5 % der mit Iposidenib behandelten Patienten eine TEAE auf, die zum Tod führte. Es wird davon ausgegangen, dass keiner der Todesfälle mit der Behandlung zusammenhängt.

© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Oncol. doi:10.1001/jamaoncol.2021.3836





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