Gebärmutterhalskrebs: Atezolizumab + Chemotherapie sicher und zeigt Immunaktivierung

Sicherheit und Immunogenität von Anti-PD-L1 (Atezolizumab): als Immunprimer bzw. gleichzeitig mit Chemoradiotherapie mit erweitertem Wirkungsspektrum bei lokal fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs

21.03.2022 Eine vom National Cancer Institute (NCI) National Clinical Trials Network (NCTN), Gruppe NRG Oncology, durchgeführte Phase-I/Ib-Studie (NRG-GY017) kam zu dem Schluss, dass die Zugabe des Immuntherapeutikums Atezolizumab vor und gleichzeitig mit einer Chemostrahlenbehandlung (CRT) für Frauen mit knotenpositivem, lokal fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs sicher ist.

Die Studiendaten zeigten auch, dass die Kombination von Atezolizumab mit CRT eine immunmodulierende Wirkung hat. Diese Ergebnisse wurden auf der Plenarsitzung der Jahrestagung der Society for Gynecologic Oncology (SGO) zum Thema Frauenkrebs im März 2022 vorgestellt.

Die Studie NRG-GY017

Ziel der NRG-GY017-Studie war es, die klonale Expansion der peripheren T-Zell-Rezeptoren (TCR) im Blut als Reaktion auf eine Chemo- und Immuntherapie zu untersuchen und die Sicherheit und Wirksamkeit der Immuntherapie mit Atezolizumab (Anti-PDL-1) als Vorstufe zur CRT in Kombination mit Atezolizumab nachzuweisen. Diese Studie gibt Aufschluss über die immunologischen Grundlagen des Therapieansprechens. Die Ergebnisse ermöglichen es der zukünftigen Forschung, die Immuntherapie und die Sequenzierung der Behandlung in größeren Studien zu berücksichtigen, um die Ergebnisse für diese Hochrisikogruppe von Frauen zu verbessern, sagte Studienautor Dr. Jyoti Mayadev von der University of California, San Diego.

In der Studie NRG-GY017 wurden 36 zugelassene Patientinnen untersucht und nach dem Zufallsprinzip entweder dem Behandlungsarm A zugewiesen, in dem die Patientinnen drei Dosen Atezolizumab erhielten (eine vor der CRT und zwei während der CRT), oder dem Behandlungsarm B, in dem die Patientinnen alle drei Dosen Atezolizumab während der CRT-Behandlung erhielten. Bei allen in Frage kommenden Studienteilnehmern wurden vor und während der Behandlung Tumorbiopsien, peripheres Blut entnommen und dosislimitierende Toxizitäten (DLT) untersucht. Neben der Sicherheit und Immunogenität untersuchten die Forscher auch sekundäre Ziele wie die Toxizität und den Vorhersagewert von Parametern des T-Zell-Repertoires für klinische Ergebnisse.

Sicherheit und Ansprechen

Die mediane Nachbeobachtungszeit für die 36 Patientinnen betrug 20 Monate, und 75 % der Patientinnen schlossen die gesamte Studienbehandlung ab. Im Rahmen der Studie wurden bei 30 Patientinnen DLT festgestellt: Keine der 16 Patientinnen im Behandlungsarm A wies DLT auf, und drei der 14 Patientinnen im Behandlungsarm B berichteten von einer DLT (8 %).

Insgesamt traten bei drei Patientinnen im Behandlungsarm A und bei 10 Patientinnen im Behandlungsarm B behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse des Grades 3 oder höher auf, von denen nur eines immunologisch bedingt war.

Zwischen dem Beginn der Behandlung und dem 21. Tag der CRT kam es in Arm A (p=0,0001) und Arm B (p=0,001) zu einer Zunahme der klonalen Expansion der T-Zell-Rezeptoren (TCR) im peripheren Blut und der tumorassoziierten T-Zellklone.

Patientinnen mit einer höheren TCR-Diversität vor der Behandlung hatten eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein vollständiges pathologisches Ansprechen in der Biopsie nach der Behandlung (p= 0,049).

Über die Zusammenhänge zwischen dem Behandlungsplan, den Parametern des T-Zell-Repertoires und den klinischen Ergebnissen wird zu einem späteren Zeitpunkt berichtet, sobald mehr Daten im Rahmen der Nachbeobachtung gesammelt wurden, heißt es in der Pressemitteilung.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Annual Meeting on Women’s Cancer for the Society of Gynecologic Oncology (2022).

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