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Isotretinoin: Erhöhtes Risiko für Suizid und psychische Erkrankungen?

Studie untersuchte Risiko für Suizid und psychiatrische Störungen bei Isotretinoin-Anwendern

Isotretinoin: Erhöhtes Risiko für Suizid und psychische Erkrankungen?

05.12.2023 Isotretinoin-Anwender haben kein erhöhtes Risiko für Suizid oder psychische Erkrankungen; möglicherweise ist das Risiko für Suizidversuche sogar geringer. Dies geht aus einer in JAMA Dermatology veröffentlichten Studie hervor.

Nicole Kye Wen Tan von der National University of Singapore School of Medicine und Kollegen untersuchten in einer systematischen Übersichtsarbeit über randomisierte Studien und Beobachtungsstudien die absoluten und relativen Risiken und Risikofaktoren im Zusammenhang mit Suizid und psychiatrischen Störungen bei Isotretinoin-Anwendern. 25 Studien mit 1.625.891 Teilnehmern wurden in die Überprüfung einbezogen; die Metaanalyse umfasste 24 Studien.

  • Die Forscher fanden heraus, dass das gepoolte absolute Ein-Jahres-Risiko für vollendeten Suizid, Suizidversuch, Suizidgedanken und Selbstverletzung in zwei bis acht Studien jeweils weniger als 0,5 Prozent betrug, während das Risiko für Depressionen in 11 Studien bei 3,83 Prozent lag.
  • Die Wahrscheinlichkeit eines Selbstmordversuchs zwei, drei und vier Jahre nach der Behandlung war bei Isotretinoin-Anwendern geringer als bei Nicht-Anwendern (Risikoverhältnisse [95-Prozent-Konfidenzintervalle]: 0,92 [0,84 bis 1,00], 0,86 [0,77 bis 0,95] bzw. 0,85 [0,72 bis 1,00]).
  • Für Isotretinoin wurde kein Zusammenhang mit dem Risiko für alle psychiatrischen Störungen festgestellt.
  • Studien mit älteren Teilnehmern zeigten ein geringeres absolutes Einjahresrisiko für Depressionen, während in Studien mit einem höheren Anteil männlicher Teilnehmer ein höheres absolutes Einjahresrisiko für vollendeten Suizid festgestellt wurde.

„Obwohl unsere Ergebnisse beruhigend sind, sollten Kliniker weiterhin eine ganzheitliche psychodermatologische Betreuung praktizieren und die Patienten während der Isotretinoin-Behandlung auf Anzeichen psychischer Störungen überwachen“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA Dermatol. Published online November 29, 2023. doi:10.1001/jamadermatol.2023.4579

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Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.