Levetiracetam (Keppra) bei Alzheimer

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  • 24.06.2017 Antiepileptikum scheint normale Gehirnaktivität bei leichtem Alzheimer wieder herzustellen … zum Artikel
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Epilepsiemedikament Levetiracetam kann Hirnfunktion, Gedächtnis bei frühem Alzheimer wiederherstellen

12.03.2015 Levetiracetam, ein Medikament zur Behandlung von Epilepsie, könnte bei älteren Patienten die sogenannte leichte kognitive Beeinträchtigung (LKB, Leichte kognitive Störung genannt) umkehren. Diese geht normalerweise Demenzerkrankungen wie der Alzheimer-Erkrankung voraus.

Verbesserung bei Hyperaktivität und Merkfähigkeit

Levetiracetam (Markenname ist Keppra) beruhigt die Hyperaktivität im Gehirn (genauer im Hippocampus) von Patienten mit amnestischer leichter kognitiver Störung, eine klinisch anerkannte Erkrankung, bei der die Beeinträchtigung des Gedächtnisses größer als dem Alter entsprechend ist.

“Wir konnten zeigen, dass sehr geringe Mengen des atypischen antiepileptischen Levetiracetams diese Aktivität reduziert”, sagte Studienautorin Michela Gallagher von der Johns Hopkins University in der Zeitschrift NeuroImage: Clinical. “Zur gleichen Zeit verbesserte es die Merkfähigkeit.”

Für die Studie untersuchte das Team 84 Teilnehmer: 17 waren gesund, die anderen zeigten Symptome der Prä-Demenzerkrankung LKB. Alle waren älter als 55 Jahre (durchschnittliches Alter war etwa 70).

Die Teilnehmer erhielten entweder verschiedene Dosen Keppra oder ein Placebo in einer Doppel-Blind-Studie. Es zeigte sich, dass schon niedrige Dosen sowohl die Merkfähigkeit verbesserten als auch die Überaktivität im Gehirn normalisierten (diese wurden durch Magnetresonanztomographie während der Gedächtnisaufgaben gemessen).

“Was wir nun herausfinden wollen, ist, ob die Behandlung über einen längeren Zeitraum weiteren kognitiven Verfall verhindern oder verlangsamen kann, und die Progression zur Alzheimer-Krankheit stoppt”, sagte Gallagher.

Die Forscher hoffen, Levetiracetam in einer Groß- und längerfristigen klinischen Studie testen zu können.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Johns Hopkins University, NeuroImage: Clinical (Elsevier); März 2015

Antiepileptikum scheint normale Gehirnaktivität bei leichtem Alzheimer wieder herzustellen

24.06.2017 Patienten mit Alzheimer haben ein erhöhtes Epilepsie-Risiko und fast die Hälfte zeigen subklinische epileptische Aktivität / gestörte elektrische Aktivität im Gehirn, die nicht zu Krämpfen führen aber mit einem Elektroenzephalogramm (EEG) oder anderen Gehirnscan-Technologien gemessen werden können.

Machbarkeitsstudie

In der doppelblinden Machbarkeitsstudie des Beth Israel Deaconess Medical Center (BIDMC) besuchte eine kleine Gruppe von Patienten mit leichter Alzheimer-Krankheit das BIDMC dreimal. Bei jedem Besuch erhielten die Patienten ein Baseline-EEG, um die elektrische Aktivität im Gehirn zu messen.

Als nächstes erhielten die Patienten Injektionen, die entweder ein inaktives Placebo oder das krampflösende Arzneimittel Levetiracetam enthielten, entweder mit einer niedrigen Dosis (2,5 mg / kg) oder einer höheren Dosis (7,5 mg / kg). Weder Patienten noch das medizinische Fachpersonal wussten, welche Injektionen die Patienten erhielten, aber jeder Teilnehmer bekam schließlich eine von jedem Typ (within-subject) in einer zufälligen Reihenfolge.

Nach der Injektion wurde bei den Patienten ein weiteres EEG gemacht, dann eine Magnetresonanztomographie (MRT), die den Blutfluss im Gehirn erfasste – eine weitere Möglichkeit, die Gehirnaktivität zu quantifizieren und zu bestimmen, wo im Gehirn Aktivität stattfindet.

Schließlich nahmen die Patienten an einem standardisierten kognitiven Test teil, der Gedächtnis, exekutive Funktionen, Benennen, visuospatiale Fähigkeit und semantische Funktionsfähigkeit maß – alles Fähigkeiten, die von der Alzheimer-Krankheit betroffen sind.

Veränderungen der Gehirnaktivität

Bei den sieben Patienten, die das Studienprotokoll erfolgreich abschließen konnten, analysierten Studienautor Daniel Z. Press und Kollegen die Veränderungen in den EEGs. Die Blutflussanalyse der MRT-Daten ist noch im Gange.

Insgesamt zeigten höhere Dosen Levetiracetam, dass sie die Anomalien bei den Gehirnaktivitäten normalisierten, die bei den EEG-Profilen der Patienten beobachtet worden waren.

Das heißt, die Forscher beobachteten insgesamt Erhöhungen der Hirnwellenfrequenzen, die bei den Alzheimer-Patienten vor dem Erhalt der höheren Dosis von Levetiracetam ungewöhnlich niedrig waren, und sie konnten ebenfalls Rückgänge bei denen beobachten, die anormal hoch waren.

Die Forscher bemerken, dass sie keine Verbesserung der kognitiven Funktionen nach einer einzigen Dosis von Levetiracetam in dieser Studie beobachten konnten. Es ist zu früh, das Medikament breit einzusetzen, doch die Wissenschaftler bereiten sich auf eine größere, längere Studie vor, sagte Press.

In den letzten Jahren haben sich Forscher auf die Entwicklung von Techniken konzentriert, um das Gehirn von Amyloid- und Tau-Protein-Plaques zu befreien, die sich im Gehirn von Patienten mit Alzheimer-Krankheit anhäufen und verheerende Wirkungen haben.

Diese Strategien haben bisher nicht zu neuen Therapien geführt, sagte Press im Fachblatt Journal of Alzheimer’s Disease. Es gab viele Enttäuschungen, also stellen unsere Erkenntnisse eine interessante neue Möglichkeit dar, schließt er.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Beth Israel Deaconess Medical Center, Harvard Universität; Journal of Alzheimer’s Disease; Juni 2017



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