Levofloxacin (Tavanic, Quinsair)

Antibiotika – Fluorchinolon

Levofloxacin ist ein Antibiotikum und gehört zur Gruppe der Fluorchinolone. Handelsnamen: Tavanic, Levaquin, Cravit, Oftaquix, Quinsair.

Tavanic: Warnung

Die EMA und die BfArM haben eine Warnung zu Tavanic (Levofloxacin) und deren Generika betreffend der Indikation und der Nebenwirkungen herausgegeben.

Hinweise auf neue schwerwiegende Nebenwirkungen

Tavanic / Levofloxacin

Levofloxacin / Tavanic

Bei den neuen schwerwiegenden Nebenwirkungen von Levofloxacin handelt es sich um folgende, die in den Beipackzettel aufgenommen werden sollen:

  •  mögliches hypoglykämisches Koma
  •  Auftreten von ventrikulärer Arrhythmie und Torsade de pointes, ventrikuläre Tachykardie, die zum Herzstillstand führen kann
  •  tödlich verlaufende Fälle akuten Leberversagens
  •  benigne intrakranielle Hypertonie
  •  vorübergehender Verlust des Sehvermögens
  •  Pankreatitis
  •  Symptomverschlimmerung einer bestehenden Myasthenia gravis
  •  Risse von Bändern und Muskeln
  •  Verlust des Hörens

Einschränkung der Indikation von Tavanic

Im Anwendungsbereich sollen künftig folgende Einschränkungen für Tavanic gelten:

  • Einschränkung der Anwendung nun auf: komplizierte Haut- und Weichteilinfektionen.
  • Einschränkung auf unkomplizierte Zystitis.
  • Tavanic soll nur noch Mittel zweiter Wahl sein bei: akuter Exazerbation einer chronischen Bronchitis, akuter bakterielle Sinusitis, ambulant erworbener Pneumonie und komplizierten Haut- und Weichteilinfektionen.

© arznei-news.de – Quelle: BfArM, Sept. 2012

Quinsair

EU-Zulassungsempfehlung für Quinsair bei chronischen Lungeninfektionen

19.12.2014 Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) empfiehlt, Quinsair, 240 mg, Lösung für einen Vernebler (mit der aktiven Substanz Levofloxacin) zur Kontrolle chronischer Lungeninfektionen aufgrund von Pseudomonas aeruginosa bei erwachsenen Patienten mit zystischer Fibrose, zuzulassen.

Antragsteller für das Arzneimittel ist die Firma Aptalis Pharma SAS.

Der Wirkstoff von Quinsair ist Levofloxacin, antibakterielles Fluorchinolon mit dem ATC-Code J01MA12, das bakterielle DNA-Gyrase und Topoisomerase IV Enzyme hemmt.

Der Vorteil von Quinsair ist seine Fähigkeit, einer Verschlechterung der Atemfunktion bei zystischen Fibrose-Patienten vorzubeugen, wie aus Daten einer Phase-2 (MPEX 204) und zwei Phase-3-Studien (MPEX 207-209) abzuleiten ist.

Die häufigsten Nebenwirkungen sind

  • Husten / produktiver Husten,
  • Geschmacksstörungen und
    Ermüdung / Asthenie.

Ein Pharmakovigilanz-Plan für Quinsair soll als Teil der Zulassung implementiert werden.
© arznei-news.de – Quelle: EMA, Dez. 2014

EU-Zulassung von Quinsair

08.04.2015 Quinsair der Firma Aptalis Pharma SAS mit der aktiven Substanz Levofloxacin wurde für die Behandlung von chronischen Lungeninfektionen durch Pseudomonas aeruginosa bei erwachsenen Patienten mit zystischer Fibrose zugelassen.
© arznei-news.de – Quelle: European Commission, April 2015



Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu “Levofloxacin (Tavanic, Quinsair)

  1. Ich bekam vor gut einem Jahr das Medikament wegen einer Bronchitis verschrieben und ca. 4 Stunden nach der ersten Tablette merkte ich, dass ich kaum noch etwas rieche. Erst dachte ich, vielleicht krieg ich einen Schnupfen, aber Schnupfen war es leider nicht und mein Geruchssinn ist bis heute sehr stark eingeschränkt.

  2. Ich habe im Oktober 2016 Levofloxacin gegen eine akute Bronchitis als Erstmedikation bekommen. Ich nahm 10 Dosen a 500mg. Kurz darauf entzündeten sich die Bizeps und die Supraspinatussehne (MRT). Ca. 2 Monate später bekam ich beim Gehen heftige Schmerzen in den Wadenmuskeln beider Unterschenkel. Meine schmerzfreie Gehstrecke liegt unter 200m. Zudem begannen meine Füße zu schmerzen, sie fühlen sich an, als würden sie durchbrechen. Etwas zeitgleich bekam ich Herzrasen, Extrasystolen und Panikattacken.
    Ich habe einen Ärztemarathon hinter mir, keiner konnte eine Diagnose stellen. Im September 2017 bekam ich noch einmal Levofloxacin verschrieben, prophylaktisch, weil ich eine Knieprothese habe und vor blutigen Eingriffen eine Antibiose bekommen soll. Mir wurde eine Stammvene operiert. Kurz nach der Einnahme bekam ich ein weiteres Symptom, eine Neuropathie beider Füße. Zu dem Wortfindungsstörungen und eine schwere Depression, einschließlich Suizidgedanken. Letztere war Gott sei Dank nach 2 Wochen genauso plötzlich vorbei, wie sie gekommen war.
    Letztens hatte ich das große Glück an einen Arzt zu geraten, der mir eine beidseitige Achillodynie diagnostizierte und ganz frei sagte, er kenne den Zusammenhang. Es tut gut, wenn einem geglaubt wird. Das war aber bisher der Einzige.
    Ich war nun fast 1 Jahr arbeitsunfähig und bin es eigentlich nach wie vor. Der MdK der AOK bestreitet allerdings dass es eine Kausalität gäbe. Das ist für mich sehr schlimm, diese Ignoranz der Ärzte ist unfassbar. Ich kenne mittlerweile 100e weitere Betroffene von Fluorchinolonen. Vor Levofloxacin wurde bereits 2012 in einem Rote Hand Brief gewarnt.
    Das Leben findet ohne mich statt, meine Ehe kriselt, ich werde meinen Job verlieren…und niemand will die Verantwortung übernehmen.

Schreiben Sie uns über Ihre Erfahrungen mit diesem Medikament:

Kommentare werden nach Prüfung auf Arznei-News.de veröffentlicht.
Machen Sie bitte keine persönlichen Angaben (wie Name, Geburtsdatum, Anschrift, Telefon-Nr., Email-Adresse etc.)!
Benutzen Sie bitte aus Lesbarkeitsgründen auch Komma, Punkt und Absatz. :-)