Lungenkrebs: Tiragolumab in Kombination mit Tecentriq

Neue Daten aus der Phase-II-Studie CITYSCAPE zeigen vielversprechende Ergebnisse zum neuartigen Anti-TIGIT-Tiragolumab in Kombination mit Tecentriq

10.12.2021 Roche hat neue Daten zu Wirksamkeit, Sicherheit und zu den von den Patienten berichteten Ergebnissen der Phase-II-Studie CITYSCAPE veröffentlicht, in der die neuartige Anti-TIGIT-Krebsimmuntherapie Tiragolumab plus Tecentriq® (Atezolizumab) im Vergleich zu Tecentriq allein als Erstbehandlung für Patienten mit PD-L1-positivem metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) untersucht wird.

Die vollständigen Ergebnisse werden (Abstract LBA2) auf dem Immuno-Onkologie-Kongress 2021 der European Society for Medical Oncology (ESMO) vorgestellt.

Fortschreiten der Krankheit

Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 2,5 Jahren zeigte Tiragolumab plus Tecentriq in der Intention-to-Treat-Population (ITT) (n=67) weiterhin eine Verbesserung, vor allem in der PD-L1-hohen Population (TPS ≥ 50%) (n=29).

In der ITT-Population reduzierte die Kombination das Risiko einer Krankheitsverschlechterung oder des Todes (progressionsfreies Überleben; PFS) um 38% (medianes PFS=5,6 vs. 3,9 Monate; Hazard Ratio (HR)=0,62, 95% CI: 0,42-0,91) und verbesserte die Gesamtansprechrate (ORR) (38,8% vs. 20,6%) im Vergleich zu Tecentriq allein.

Eine vordefinierte explorative Analyse in der Population mit hohem PD-L1-Gehalt ergab eine 71-prozentige Verringerung des Risikos einer Verschlechterung der Erkrankung oder des Todes (medianes PFS=16,6 vs. 4,1 Monate; HR=0,29, 95% KI: 0,15-0,53) und eine klinisch bedeutsame Verbesserung der ORR (69% vs. 24,1%) unter der Kombination im Vergleich zu Tecentriq allein.

Gesamtüberleben

Die Analyse zeigte auch, dass Tiragolumab plus Tecentriq das Gesamtüberleben (OS), einen sekundären Endpunkt der Studie, in der ITT-Population verbesserte, die von der PD-L1-hohen Population bestimmt wurde. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 2,5 Jahren betrug das mediane OS 23,2 vs. 14,5 Monate (HR=0,69, 95% CI: 0,44-1,07) in der ITT-Population.

Die explorativen Daten in der PD-L1-hohen Population zeigten eine klinisch bedeutsame Verbesserung des OS. Der Medianwert wurde für das Tiragolumab-Regime nicht erreicht und wird auf der Grundlage des unteren Konfidenzintervalls auf mehr als 30,3 Monate geschätzt (NE (30,3-NE) vs. 12,8 Monate (4,7-24,2); HR=0,23, 95% CI: 0,10-0,53).

Sicherheit, Verträglichkeit

Die Daten deuten darauf hin, dass die Kombination im Allgemeinen gut verträglich war, schreibt Roche. Die Raten behandlungsbedingter unerwünschter Ereignisse (UE) des Grades 3-4 waren bei der Kombination von Tiragolumab mit Tecentriq ähnlich hoch wie bei Tecentriq allein (22,4% vs. 25%).

Die häufigsten unerwünschten Ereignisse aller Art (mit einer Rate von mehr als 5 % Unterschied zwischen den Studiengruppen), die bei der Kombination beobachtet wurden, waren infusionsbedingte Reaktionen, Steifheit, trockene Haut, Fatigue und Hautausschlag.

Nach längerer Nachbeobachtung wurden bei der Kombination keine neuen Sicherheitssignale beobachtet.

Die Patienten berichteten im Allgemeinen über minimale bis mäßige Symptome und behielten generell ihre Lebensqualität im Vergleich zum Beginn der Behandlung bei. PRO-Daten aus dieser explorativen Analyse zeigten, dass sich Lungensymptome wie Dyspnoe und Schmerzen durch die Zugabe von Tiragolumab zu Tecentriq nicht zu verschlechtern schienen.

Die CITYSCAPE-Studie bildet die Grundlage für ein branchenweit führendes Entwicklungsprogramm in verschiedenen Bereichen und bei verschiedenen Tumorarten, schreibt Roche.

Die Phase-III-Studie SKYSCRAPER-01 läuft derzeit, um diese Ergebnisse in der Population mit hohem PD-L1-Gehalt zu bestätigen, mit dem Ziel, diese Behandlungsoption den Patienten zugänglich zu machen, verkündet das Unternehmen.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Roche





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