Methylprednisolon bei ischämischen Schlaganfall

MARVEL: Methylprednisolon als Ergänzung zur endovaskulären Thrombektomie bei Schlaganfall mit Gefäßverschlüssen

Methylprednisolon bei ischämischen Schlaganfall

15.02.2024 Bei Patienten mit akutem ischämischem Schlaganfall infolge eines Großgefäßverschlusses (large-vessel occlusion, LVO), die sich einer endovaskulären Thrombektomie unterziehen, verbessert die zusätzliche Gabe von niedrig dosiertem Methylprednisolon nicht den Grad der Gesamtbehinderung. Dies geht aus einer Studie hervor, die online im Journal of the American Medical Association und zeitgleich auf der jährlichen internationalen Schlaganfallkonferenz der American Stroke Association in Phoenix veröffentlicht wurde.

Dr. Qingwu Yang von der Army Medical University in Chongqing, China, und Kollegen untersuchten in einer placebokontrollierten Studie, die in 82 Krankenhäusern durchgeführt wurde, die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen einer zusätzlichen intravenösen niedrig dosierten Methylprednisolon-Behandlung zur endovaskulären Thrombektomie bei akutem ischämischem Schlaganfall, der auf eine LVO zurückzuführen ist. Die in Frage kommenden Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip drei Tage lang auf intravenöses Methylprednisolon in einer Dosierung von 2 mg/kg/Tag oder Placebo (839 bzw. 841) eingestellt.

  • Die Forscher stellten fest, dass der Medianwert der modifizierten Rankin-Skala nach 90 Tagen in beiden Gruppen bei 3 lag.
  • Die Sterblichkeitsrate war in der Methylprednisolon-Gruppe niedriger als in der Placebo-Gruppe (23,2 gegenüber 28,5 Prozent; bereinigtes Risikoverhältnis: 0,84), und auch die Rate der symptomatischen intrakraniellen Blutungen war niedriger (8,6 gegenüber 11,7 Prozent; bereinigtes Risikoverhältnis: 0,74).

„Diese Studie ist daher unseres Wissens eine der ersten, die Hinweise auf die potenzielle Rolle einer Kortikosteroidtherapie im Rahmen einer endovaskulären Schlaganfall-Reperfusion liefert“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: JAMA. Published online February 8, 2024. doi:10.1001/jama.2024.0626

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