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Monoklonale Antikörper bei Alzheimer-Krankheit

Klinischer Nutzen und Risiken von monoklonalen Antikörpern gegen Amyloid zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit: Eine systematische Überprüfung und Metaanalyse

Monoklonale Antikörper bei Alzheimer-Krankheit

24.01.2024 In einer neuen Studie von Mark Ebell von der University of Georgia wurden 19 Veröffentlichungen mit mehr als 23.000 Teilnehmern systematisch ausgewertet, in denen acht monoklonale Antikörper – darunter Lecanemab, Aducanumab und Donanemab – untersucht wurden. Die Studie wurde in The Annals of Family Medicine veröffentlicht.

„Wir haben uns ganz klar auf patientenzentrierte Ergebnisse konzentriert“, sagte Ebell, der Arzt und Professor für Epidemiologie und Biostatistik am College of Public Health der UGA ist. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass selbst nach 18 bis 24 Monaten Behandlung die Unterschiede in Funktion und Kognition zwischen behandelten und unbehandelten Patienten so gering waren, dass ein Patient oder sein Betreuer den Unterschied im Allgemeinen nicht bemerken würde, so Ebell.

„Der Mini-Mental-State-Test zum Beispiel hat 30 mögliche Punkte, aber der in den Studien festgestellte Unterschied betrug weniger als ein Drittel eines Punktes. Um für einen Patienten oder seine Familie spürbar zu sein, müsste der Unterschied mindestens 1 bis 3 Punkte betragen.“

Auswirkungen der Medikamente auf das Gedächtnis und die Lebenskompetenzen

Ebell und seine Mitautoren untersuchten die Auswirkungen der Medikamente auf das Gedächtnis und die Lebenskompetenzen, z. B. die Fähigkeit, sich selbst anzuziehen und zu ernähren, sowie die berichteten Nebenwirkungen.

Insgesamt stellten die Forscher fest, dass die meisten Studien zeigten, dass monoklonale Antikörper zu statistisch signifikanten Verbesserungen der kognitiven Funktionen führten, aber keines der Medikamente zeigte klinisch signifikante Verbesserungen des Gedächtnisses oder der Verhaltensweisen.

Die Studie legt nahe, dass die hohen Kosten, der Zeitaufwand und die potenziellen Nebenwirkungen des Medikaments, zu denen auch Hirnschwellungen und Hirnblutungen gehören, für die meisten Patienten den minimalen Nutzen nicht wert sind. Ärzten und Patienten wird das Versprechen einer neuen, bahnbrechenden Behandlung der Alzheimer-Krankheit verkauft, so Ebell. Für Patienten und ihre Ärzte ist es jedoch entscheidend, die potenziellen Risiken im Gegensatz zu den begrenzten Nutzen zu verstehen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können.

„Der potenzielle Nutzen muss immer gegen mögliche Risiken abgewogen werden“, so Ebell. „Und es ist keineswegs eine eindeutige Entscheidung.“

© arznei-news.de – Quellenangabe: The Annals of Family Medicine (2024). DOI: 10.1370/afm.3050

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