Morbus Crohn: Upadacitinib (Rinvoq) wirksam

Upadacitinib (RINVOQ®) erreicht primäre und wichtige sekundäre Endpunkte in erster Phase-3-Induktionsstudie bei Patienten mit Morbus Crohn

06.12.2021 AbbVie hat erste positive Ergebnisse der Phase-3-Induktionsstudie U-EXCEED bekanntgegeben, wonach Upadacitinib (RINVOQ, 45 mg einmal täglich) beide primären Endpunkte der klinischen Remission und des endoskopischen Ansprechensc in Woche 12 erreicht hat.

An der U-EXCEED-Studie nahmen Patienten mit mittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn teil, die unzureichend auf eine biologische Therapie ansprachen oder diese nicht vertrugen, wobei über 60 Prozent der Patienten zuvor auf zwei oder mehr Biologika nicht angesprochen hatten.

U-EXCEED ist die erste von zwei Phase-3-Induktionsstudien zur Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit von Upadacitinib bei Erwachsenen mit mittelschwerem bis schwerem Morbus Crohn, schreibt AbbVie.

Stuhlhäufigkeit / Bauchschmerzen

In der U-EXCEED-Studie wurde die klinische Remission anhand des Morbus-Crohn-Aktivitäts-Index (CDAI) und der von den Patienten berichteten Symptome Stuhlhäufigkeit/Bauchschmerzen (SF/AP) gemessen. Ein signifikant größerer Anteil der Patienten, die mit einem 12-wöchigen Induktionsschema mit Upadacitinib 45 mg täglich behandelt wurden, erreichte in Woche 12 eine klinische Remission gemäß CDAI im Vergleich zu Placebo (39 Prozent gegenüber 21 Prozent; p<0. 0001).

Besserung der Darmschleimhaut

Ähnliche Ergebnisse zeigten sich bei der klinischen Remission nach SF/AP (40 Prozent der mit Upadacitinib behandelten Patienten gegenüber 14 Prozent der mit Placebo behandelten Patienten; p<0,0001). In dieser Studie wurde bei allen Patienten auch eine Verbesserung der Darmschleimhaut durch Endoskopie festgestellt. In Woche 12 erreichte ein signifikant größerer Anteil der mit Upadacitinib 45 mg behandelten Patienten ein endoskopisches Ansprechen im Vergleich zur Placebogruppe (35 Prozent gegenüber 4 Prozent; p<0,0001).

Von den Patienten, die zu Beginn der Behandlung Kortikosteroide einnahmen, erreichte ein signifikant höherer Anteil der Patienten unter Upadacitinib 45 mg in Woche 12 eine steroidfreie klinische Remission gemäß CDAI und SF/AP im Vergleich zu Placebo. Ein signifikant höherer Anteil der mit Upadacitinib behandelten Patienten erreichte im Vergleich zu Placebo auch eine frühe Symptomverbesserung, gemessen an CR-100 (definiert als Verringerung des CDAI um ≥100 Punkte gegenüber dem Ausgangswert) in Woche 2 sowie eine klinische Remission in Woche 4.

Sicherheit, Nebenwirkungen

Während des 12-wöchigen, doppelblinden, placebokontrollierten Zeitraums entsprach das Sicherheitsprofil von Upadacitinib 45 mg indikationsübergreifend dem in früheren Studien beobachteten Sicherheitsprofil, wobei keine neuen Sicherheitsrisiken beobachtet wurden.

Das häufigste unerwünschte Ereignis war Nasopharyngitis bei Upadacitinib und eine Verschlimmerung von Morbus Crohn bei Placebo. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten bei 9,3 Prozent der Patienten in der Upadacitinib-45-mg-Gruppe auf, verglichen mit 9,9 Prozent der Patienten in der Placebo-Gruppe. Die Rate an schwerwiegenden Infektionen betrug 2,8 Prozent bei den mit Upadacitinib 45 mg behandelten Patienten und 1,8 Prozent bei den Patienten, die Placebo erhielten.

Alle Ereignisse von Herpes zoster (1,5 Prozent der Patienten) waren nicht schwerwiegend und traten nur in der Upadacitinib-Gruppe auf. In der Upadacitinib-Gruppe gab es einen Fall einer Magen-Darm-Perforation.

Weitere 207 Patienten erhielten in Woche 12 ein tägliches Induktionsschema mit Upadacitinib 45 mg (einschließlich der Patienten, die nicht auf Placebo ansprachen, oder aus einem Open-Label-Arm). Bei diesen Patienten wurden zwei weitere Fälle von Magen-Darm-Perforation gemeldet. Insgesamt entsprachen die Sicherheitsergebnisse bei diesen Patienten denen, die in der Gruppe mit Upadacitinib 45 mg während des placebokontrollierten Zeitraums beobachtet wurden, schreibt das Unternehmen.

In der Studie wurden in allen Behandlungsgruppen keine behandlungsbedingten Fälle von kardiovaskulären Ereignissen, malignen Erkrankungen, thromboembolischen Ereignissen oder Todesfällen gemeldet.

© arznei-news.de – Quellenangabe: AbbVie

Weitere Infos / News:





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.