Non-Hodgkin-Lymphom: Zanubrutinib von Nutzen

Studie untersuchte Zanubrutinib-Monotherapie bei rezidiviertem/refraktärem indolenten Non-Hodgkin-Lymphom

14.05.2022 In frühen Forschungsarbeiten unter der Leitung des Rogel Cancer Center der University of Michigan Health wurde festgestellt, dass das oral verabreichte Medikament Zanubrutinib den meisten Patienten mit einer langsam wachsenden Krebsart, dem sogenannten Marginalzonen-Lymphom, hilft.

Bei 80 % der 20 Patienten mit Marginalzonen-Lymphom, die an der klinischen Studie teilnahmen, schrumpfte der Krebs, bei einem Fünftel kam es zu einer vollständigen Remission.

Ein wesentlich geringerer Anteil der 33 Teilnehmer mit follikulärem Lymphom, einer ähnlichen Krebsart, sprach auf das Medikament an. Bei 18 % der Studienteilnehmer, die auf das Medikament ansprachen, zeigten sich in der Bildgebung keine Anzeichen von Krebs.

Die häufigsten Nebenwirkungen reichten von Durchfall, Blutergüssen und Hautausschlägen bis hin zu Erkältungen, Fieber und einer Verringerung der weißen Blutkörperchen, die Teil des Immunsystems und wichtig für die Bekämpfung von Infektionen sind.

Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Studie sowie einer sekundären Studie namens MAGNOLIA hat die Food and Drug Administration Zanubrutinib für Erwachsene mit einem wiederaufgetretenen oder gegen andere Behandlungen resistenten Marginalzonen-Lymphom unter bestimmten Bedingungen zugelassen.

Zanubrutinib ist ein neuartiges Medikament, ein sogenannter Bruton-Tyrosin-Kinase-Hemmer, der ein als BTK bekanntes Enzym blockiert. Dieses spielt eine entscheidende Rolle in einem Signalweg, von dem Lymphome häufig abhängig sind, um zu überleben und zu wachsen. Das Medikament ist erst der dritte für Krebserkrankungen, die in B-Zellen beginnen, zugelassene BTK-Hemmer.

„Behandlungsmöglichkeiten mit besserer Verträglichkeit und besserer Krankheitskontrolle werden für das Marginalzonen-Lymphom und das follikuläre Lymphom dringend benötigt“, sagt Dr. Tycel Phillips, Hämatologe am Rogel Cancer Center, klinischer Associate Professor an der University of Michigan Medical School und Hauptautor der Studie. „Auch wenn die geringe Größe dieser Studie keine umfassenden Schlussfolgerungen zulässt, unterstreichen die Ergebnisse zu Sicherheit und Wirksamkeit das Potenzial von Zanubrutinib als Ergänzung zu den verfügbaren Therapien für diese Krebsarten.“

© arznei-news.de – Quellenangabe: Blood Advances, 2022; DOI: 10.1182/bloodadvances.2021006083

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