NSAR / NSAID bei Myokardinfarkt (Herzinfarkt)

NSAID-Einsatz nach einem Herzinfarkt steht im Zusammenhang mit kardiovaskulären Ereignissen und Blutungen

28.07.2020 Bei Patienten mit Myokardinfarkt (Herzinfarkt) ist die Behandlung mit nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR / NSAID) mit einem signifikant erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Blutungen verbunden. Dies geht aus einer im Journal of the American College of Cardiology veröffentlichten Studie hervor.

Dr. Dong Oh Kang vom Guro-Krankenhaus der Universität Korea in Seoul führte zusammen mit Kollegen eine landesweite Kohortenstudie durch, um das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Blutungen in Abhängigkeit von den verschriebenen antithrombotischen Medikamenten zu untersuchen.

Insgesamt 108.232 Patienten mit erstmals diagnostiziertem Herzinfarkt wurden in die Studie aufgenommen und auf der Grundlage der verschriebenen antithrombotischen Medikamente in Gruppen eingeteilt.

Die Forscher stellten fest, dass im Vergleich zu einer Behandlung ohne NSAID die begleitende NSAID-Behandlung das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Blutungen signifikant erhöhte (Hazard Ratios 6,96 bzw. 4,08).

Das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse und Blutungen war unter den NSAID-Subtypen Celecoxib (Hazard Ratio 4,65 bzw. 3,44) und Meloxicam (Hazard Ratio 3,03 bzw. 2,80) am geringsten.

Die Verschreibung von NSAR an Patienten mit einem Herzinfarkt in der Vorgeschichte kann wahrscheinlich potentielle Schäden verursachen; daher ist es aus ethischen Gründen fast unmöglich, das tatsächliche Risiko einer NSAR-Behandlung nach einem Herzinfarkt durch randomisierte klinische Studien anzugehen, schreiben die Autoren.

Die vorliegende Studie liefert entscheidende Erkenntnisse über Teilnehmer, die nur schwer in randomisierte klinische Studien einbezogen werden können.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of the American College of Cardiology – DOI: https://doi.org/10.1016/j.jacc.2020.06.017.



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