Omecamtiv-Mecarbil verbessert körperliche Leistungsfähigkeit bei Herzinsuffizienz nicht

Experimentelles Medikament Omecamtiv-Mecarbil hat keine Auswirkungen auf die Spitzenbelastbarkeit oder die tägliche körperliche Aktivität

04.04.2022 Patienten mit Herzinsuffizienz mit verminderter Auswurffraktion (HFrEF) erlebten nach der Einnahme des experimentellen Herzinsuffizienz-Medikaments Omecamtiv-Mecarbil keine Verbesserung ihrer körperlichen Belastbarkeit. Dies ergab eine auf der 71. wissenschaftlichen Jahrestagung des American College of Cardiology vorgestellten Studie.

Viele Patienten mit HFrEF – einer Erkrankung, bei der das Herz nicht so stark wie nötig zur Aufrechterhaltung der körperlichen Leistung pumpt – ermüden leicht und kommen bei körperlicher Betätigung außer Atem. In früheren Studien wurde festgestellt, dass Omecamtiv-Mecarbil bei diesen Patienten einen erheblichen Nutzen in Bezug auf die Verkürzung der Zeit bis zum kardiovaskulären Tod oder bis zum ersten Herzinsuffizienzereignis bietet. Die neuen Ergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass das Medikament nicht dazu beiträgt, die alltäglichen Funktionseinschränkungen zu überwinden, die ein Kennzeichen der Krankheit sind.

An der Studie nahmen 276 Patienten teil, die bereits eine leitliniengerechte medizinische Therapie für HFrEF in maximal verträglicher Dosierung erhielten. Zwei Drittel der Teilnehmer erhielten nach dem Zufallsprinzip Omecamtiv-Mecarbil zusätzlich zu ihrer normalen medikamentösen Behandlung, ein Drittel erhielt ein Placebo. Die Forscher führten eine Reihe von Tests durch, um die körperliche Leistungsfähigkeit der Teilnehmer vor der Studie und nach 20 Wochen zu beurteilen.

Die Forscher fanden keinen Unterschied zwischen den Studiengruppen hinsichtlich des primären Endpunkts der Studie, der Veränderung der Spitzen-Sauerstoffaufnahme, die durch kardiopulmonale Belastungstests gemessen wurde, der Goldstandardmethode zur Bewertung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Auch bei den sekundären Endpunkten der Studie gab es keine Unterschiede. Dazu gehörten verschiedene andere Tests, mit denen die Funktion von Lunge und Herz während der körperlichen Anstrengung beurteilt wurde. Die Teilnehmer zeigten nach der Einnahme von Omecamtiv-Mecarbil keine Verbesserung ihrer täglichen körperlichen Aktivität, die mit Hilfe von tragbaren Beschleunigungsmessern gemessen wurde, oder ihrer wahrgenommenen funktionellen Kapazität.

Das Medikament wurde gut vertragen, und die Forscher fanden keine Hinweise auf Sicherheitsbedenken, weder während der maximalen Belastung noch zu irgendeinem anderen Zeitpunkt der Studie. Es wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Untergruppen der Studie festgestellt, was laut Studienautor Dr. Gregory D. Lewis vom Massachusetts General Hospital angesichts der relativ geringen Größe der Studie zu erwarten war.

© arznei-news.de – Quellenangabe: American College of Cardiology’s 71st Annual Scientific Session





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