Orteronel bei metastasiertem hormonsensitiven Prostatakrebs

Signifikante Verbesserung der progressionsfreien Überlebenszeit, aber nicht der Gesamtüberlebenszeit, bei zusätzlicher Gabe von Orteronel zur Androgenentzugstherapie

06.05.2022 Bei Patienten mit neu diagnostiziertem metastasierenden hormonsensitiven Prostatakrebs verbessert die Zugabe von Orteronel zur Androgendeprivationstherapie (ADT) das progressionsfreie Überleben signifikant, nicht aber das Gesamtüberleben (OS) laut einer im Journal of Clinical Oncology veröffentlichten Studie.

Dr. Neeraj Agarwal vom Huntsman Cancer Institute der University of Utah in Salt Lake City und Kollegen wiesen Patienten mit metastasiertem hormonsensitiven Prostatakrebs nach dem Zufallsprinzip einer ADT mit Orteronel oder einer ADT mit Bicalutamid zu (638 bzw. 641 Patienten). Als primäres Ziel wurde das Gesamtüberleben verglichen, wobei eine 33-prozentige Verbesserung des medianen Überlebens angestrebt wurde.

Die Forscher beobachteten eine signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (Median: 47,6 versus 23,0 Monate; Hazard Ratio, 0,58; 95 Prozent Konfidenzintervall: 0,51 bis 0,67) nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 4,9 Jahren und des prostataspezifischen Antigenspiegels nach sieben Monaten, jedoch nicht beim OS (81,1 versus 70,2 Monate; Hazard Ratio: 0,86; 95 Prozent Konfidenzintervall: 0,72 bis 1,02). In der Orteronel-Gruppe traten mehr unerwünschte Ereignisse vom Grad 3/4 auf als in der Kontrollgruppe. Eine lebensverlängernde Therapie nach dem Protokoll erhielten 77,4 Prozent der Patienten in der Kontrollgruppe und 61,3 Prozent in der Orteronel-Gruppe.

„Obwohl die etwa 11-monatige Verbesserung des medianen Lebenserwartungszeitraums unter Orteronel klinisch bedeutsam zu sein scheint, erreichte sie nicht die vordefinierte Anforderung für statistische Signifikanz“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: DOI: 10.1200/JCO.21.02517 Journal of Clinical Oncology





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