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Osimertinib bei Lungenkrebs mit leptomeningealer Erkrankung

Lazarus-Effekt bei einem Patienten, der zunächst empirisch mit Osimertinib (Tagrisso) gegen EGFR L858R-mutierten nicht-kleinzelligen Lungenkrebs mit leptomeningealer Erkrankung behandelt wurde: ein Fallbericht

Osimertinib bei Lungenkrebs mit leptomeningealer Erkrankung

25.01.2024 Osimertinib hat sich bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) mit aktivierenden EGFR-Mutationen als wirksam erwiesen.

Leptomeningeale Erkrankung

Bei diesen Patienten besteht auch ein Risiko für eine leptomeningeale Erkrankung (LMD). LMD ist gekennzeichnet durch Metastasen des zentralen Nervensystems mit Ausbreitung in den Liquor oder die Leptomeninge. Bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) mit aktivierenden EGFR-Mutationen ist das Auftreten von LMD erhöht und tritt bei 9 % der Patienten auf.

Fallbericht

In diesem neuen in der Fachzeitschrift Oncotarget veröffentlichten Bericht stellen die Forscher Shreya Bhatia, Manuel G. Cortez, Spencer Lessans und Wade T. Iams vom Vanderbilt-Ingram Cancer Center eine Patientin ostasiatischer Abstammung vor, deren Erstvorstellung eine schwere, progressive leptomeningeale Karzinomatose und eine kleine Lungenmasse umfasste, wobei nur begrenztes Gewebe für molekulare Tests zur Verfügung stand. Sie sprach auf die empirische, sofortige Verabreichung von Osimertinib an, eine erneute Gewebeentnahme ergab eine EGFR-L858R-Mutation, und ihre Krankheit hat sich unter Osimertinib-Monotherapie 18 Monate lang dauerhaft verbessert.

„Unser Fall veranschaulicht die Nuancen der Entscheidungsfindung bei der Einleitung von Osimertinib in dringenden klinischen Situationen. Angesichts der fortschreitenden Verschlechterung des Funktionszustands unserer Patientin und der Ausbreitung der Krankheit auf ihr ZNS bei der Vorstellung bestand die Notwendigkeit, sofort mit der Behandlung zu beginnen. Zeitliche und finanzielle Engpässe sowie das Fehlen ausreichender Gewebeproben für die Analyse führten schließlich zum empirischen Einsatz von Osimertinib. Durch die rasche Einleitung einer angemessenen Krebstherapie konnte die Patientin sowohl eine lebensrettende Verbesserung ihres Funktionszustands als auch eine Verkleinerung ihres LUL-Primärtumors einen Monat nach Behandlungsbeginn verzeichnen“, berichten die Forscher.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Oncotarget (2024). DOI: 10.18632/oncotarget.28550

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