Antihypertensiva

Antihypertensiva (Antihypertonika oder Blutdrucksenker) sind eine Klasse von Medikamenten, die zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie) eingesetzt werden.

Indikation, Anwendung

Die blutdrucksenkende Therapie soll Komplikationen wie Schlaganfall und Herzinfarkt vorbeugen. Es gibt Hinweise darauf, dass eine Senkung des Blutdrucks um 5 mmHg das Risiko eines Schlaganfalls um 34%, einer ischämischen Herzkrankheit um 21% und die Wahrscheinlichkeit von Demenz, Herzinsuffizienz und Mortalität durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken kann.

Einteilung, Klassen

Es gibt viele Klassen von Antihypertensiva, die den Blutdruck auf verschiedene Weise senken. Zu den wichtigsten und am weitesten verbreiteten Medikamenten gehören Thiaziddiuretika, Kalziumkanalblocker, ACE-Hemmer, Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten (ARB) und Betablocker.

Wirksamkeit, Einsatz

Die verschiedenen Klassen von Antihypertensiva unterscheiden sich in den Nebenwirkungsprofilen, der Fähigkeit, Endpunkte zu verhindern und den Kosten. Die Wahl teurerer Mittel, bei denen billigere ebenso wirksam wären, kann negative Auswirkungen auf die nationalen Gesundheitsbudgets haben. 2009 wiesen die besten verfügbaren Belege daraufhin, dass die Thiazid-Diuretika die erste Wahl für die Behandlung von Bluthochdruck sind, wenn Medikamente notwendig sind.

Obwohl klinische Nachweise zeigen, dass Kalziumkanalblocker und Diuretika vom Thiazidtyp für die meisten Menschen die bevorzugte Erstbehandlung sind (sowohl in Bezug auf die Wirksamkeit als auch auf die Kosten), wird ein ACE-Hemmer von NICE in Großbritannien für Personen unter 55 Jahren empfohlen.

Präeklampsie: Anstieg des Einsatzes von Antihypertensiva bei der Geburt

23.04.2018 Der Einsatz von blutdrucksenkenden Behandlungen (Antihypertensiva) während der Entbindung bei Frauen mit Präeklampsie hat seit 2006 zugenommen laut einer in der Fachzeitschrift Obstetrics & Gynecology veröffentlichten Studie.

Dr. Kirsten L. Cleary von der Columbia Universität in New York City und Kollegen führten eine retrospektive Kohortenstudie durch, um blutdrucksenkende Medikamente, die während der durch Präeklampsie verkomplizierten Entbindung von 2006 bis 2015 verabreicht wurden, zu untersuchen. Insgesamt wurden 239.454 Patientinnen in die Analyse einbezogen, wobei 126.595 Frauen eine leichte, 31.628 eine überlagerte und 81.231 eine schwere Präeklampsie hatten.

Labetalol

Die Forscher fanden heraus, dass insgesamt 105.409 Frauen einen blutdrucksenkenden Wirkstoff erhielten.

Die Aufnahme von oralem Labetalol stieg von 20,3 Prozent im Jahr 2006 auf 31,4 Prozent im Jahr 2014 bei allen Patientinnen mit Präeklampsie.

Hydralazin und Nifedipin

Im gleichen Zeitraum stieg die Verabreichung von intravenösem Labetalol von 13,3 auf 21,4 Prozent, Hydralazin von 12,8 auf 16,9 Prozent und Nifedipin von 15 auf 18,2 Prozent. Patientinnen, die mehr als ein Medikament erhielten, stieg der Verbrauch von 16,5 auf 25,8 Prozent.

Der Anteil der Patientinnen, die ein Antihypertensivum erhielten, stieg von 37,8 Prozent im Jahr 2006 auf 49,4 Prozent im Jahr 2015.

Bei schwerer Präeklampsie variierten die Raten der blutdrucksenkenden Verabreichung je nach Krankenhaus erheblich.

Schlaganfallrisiko

Das Schlaganfallrisiko bei Frauen mit schwerer Präeklampsie sank von 13,5 pro 10.000 Geburten in den Jahren 2006 bis 2008 auf sechs pro 10.000 Geburten in den Jahren 2012 bis 2014.

Der Einsatz mehrerer blutdrucksenkender Mittel zur Behandlung präeklampotischer Frauen nahm im Laufe der Studie bei Frauen mit leichter, überlagerter und schwerer Präeklampsie zu, fassen die Autoren zusammen.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Obstetrics & Gynecology: March 2018 – Volume 131 – Issue 3 – p 441–450 doi: 10.1097/AOG.0000000000002479



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