Paracetamol und Autismus

Paracetamol während der Schwangerschaft – Erhöhtes Autismus- und ADHS-Risiko für Kind

24.04.2018 Eine Studie der Hebräischen Universität Jerusalem zeigt einen möglichen Zusammenhang zwischen der verlängerten Anwendung von Paracetamol (Acetaminophen) während der Schwangerschaft und dem Risiko für neuropsychologische Entwicklungsstörungen (wie Autismus) im Kindesalter.

Beeinflussung des fetalen Nervensystems

Frühere Studien haben gezeigt, dass die langfristige Verabreichung niedriger Dosen von Paracetamol die Entwicklung des fetalen Nervensystems beeinflussen kann, und dass dieser Effekt oft Jahre nach der Exposition während der Kindheit beobachtet wird.

Nun haben Forscher unter der Leitung von Dr. Ilan Matok vom Institut für Arzneimittelforschung an der Fakultät für Medizin der Hebräischen Universität eine systematische Überprüfung und Metaanalyse durchgeführt, um den möglichen Zusammenhang zwischen einer verlängerten Exposition gegenüber Paracetamol während der Schwangerschaft und dem Risiko einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und einer autistischen Spektrumstörung (ASS) zu untersuchen.

Erhöhtes Risiko bei langfristiger Einnahme

Die im American Journal of Epidemiology veröffentlichte Analyse zeigt, dass eine längere Exposition gegenüber Paracetamol während der Schwangerschaft mit einem 32%igen Anstieg des relativen Risikos für ADHS (im Vergleich zu denen, die während der Schwangerschaft das Medikament nicht eingenommen haben) und einem 23%igen Anstieg des relativen Risikos für jeweils Autismus und Hyperaktivitätssymptome verbunden ist.

Der Zusammenhang zwischen Exposition und ADHS nahme mit dem Alter des Kindes bei der Nachbeobachtung und mit der mittleren Expositionsdauer zu.

Dies ist die erste Metaanalyse und die umfassendste Studie, die jemals über den möglichen Zusammenhang zwischen dem verlängerten Gebrauch von Paracetamol während der Schwangerschaft und dem Risiko einer Autismus-Spektrum-Störung oder einer Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung durchgeführt wurde, schreiben die Forscher. Die Forschungsdaten umfassten 132.738 Mutter-Kind-Paare mit einer Nachbeobachtungszeit von 3-11 Jahren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: The Hebrew University of Jerusalem; American Journal of Epidemiology – https://doi.org/10.1093/aje/kwy086



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