Parkinson-Krankheit: Hydroxychloroquin und Chloroquin verringern Risiko

Krankheitsmodifizierende Antirheumatika und das Risiko einer Parkinson-Erkrankung: Verschachtelte Fall-Kontroll-Studie bei Menschen mit rheumatoider Arthritis

29.01.2022 Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass die beiden bei rheumatoider Arthritis eingesetzten Medikamente Chloroquin oder Hydroxychloroquin das Risiko einer Parkinson-Erkrankung senken können.

Einige frühere Studien haben ergeben, dass Menschen mit rheumatoider Arthritis ein geringeres Parkinson-Risiko haben, und es wurde vermutet, dass eine Klasse von Medikamenten gegen rheumatoide Arthritis, die sogenannten krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARD), eine Rolle bei diesem verringerten Risiko spielen könnten.

Um mehr zu erfahren, analysierten die Forscher Daten von Tausenden von Patienten in Finnland.

Die Einnahme der meisten DMARD – einschließlich Methotrexat, Sulfasalazin, Goldpräparate oder Immunsuppressiva – mindestens drei Jahre vor der Parkinson-Diagnose stand nicht in Zusammenhang mit dem Erkrankungsrisiko von Patienten mit rheumatoider Arthritis, so die in der Zeitschrift Neurology veröffentlichte Studie.

Patienten mit rheumatoider Arthritis, die die DMARD Chloroquin oder Hydroxychloroquin einnahmen, hatten jedoch ein um 26 % geringeres Risiko für die Entwicklung von Parkinson-Krankheit.

Beide Medikamente wirken sich auf das Immunsystem aus und haben zuvor in Tierversuchen gezeigt, dass sie einiges Potenzial zur Verhinderung der Parkinson-Krankheit haben. Die Ergebnisse von Tierstudien unterscheiden sich jedoch häufig von denen beim Menschen.

Die neue Studie wurde von Anne Paakinaho von der Fakultät für Pharmazie an der Universität von Ostfinnland in Kuopio geleitet.

Ihr Team plädiert für eine weitere Untersuchung der möglichen schützenden Wirkung der Medikamente gegen Parkinson.

In der von der Michael J. Fox Foundation for Parkinson’s Research finanzierten Studie wurden die Dauer der Erkrankung mit rheumatoider Arthritis, Alter, Geschlecht und anderen Erkrankungen wie Herzerkrankungen und Diabetes verglichen.

Die Risikofaktoren für die Parkinson-Krankheit sind unklar, so die Studienautoren in einer Pressemitteilung der Zeitschrift.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass das geringere Risiko einer Parkinson-Erkrankung bei Menschen mit rheumatoider Arthritis nicht durch die Einnahme von DMARD erklärt werden kann, da diese Medikamente im Allgemeinen das Risiko einer Parkinson-Erkrankung bei Personen mit rheumatoider Arthritis nicht verändern. Der Zusammenhang zwischen Chloroquin/Hydroxychloroquin und einem geringeren Parkinson-Risiko sowie die möglichen zugrundeliegenden Mechanismen sollten weiter untersucht werden, schließen sie.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Neurology (2022). DOI: 10.1212/WNL.0000000000013303





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