Rituximab: Blutkrebs- / Arthritis-Patienten zeigen beeinträchtigte Antikörperreaktion auf COVID-Impfstoff

Reaktionen auf den SARS-CoV-2-Impfstoff nach einer CD20-Deletionsbehandlung bei Patienten mit hämatologischen und rheumatologischen Erkrankungen

29.01.2022 Bestimmte Blutkrebs- und Arthritispatienten haben in den ersten sechs Monaten nach der Behandlung mit Rituximab (Handelsname z.B. MabThera) eine deutlich verringerte Antikörperreaktion auf die COVID-19-Doppelimpfung, wie eine neue Studie zeigt.

Die Studie

Die in der Zeitschrift Clinical & Experimental Immunology veröffentlichte Studie wurde von Experten der Universitäten Birmingham und Wolverhampton, The Royal Wolverhampton NHS Trust, des University Hospitals Birmingham NHS Foundation Trust (UHB), Worcestershire Acute Hospitals NHS Trust, und NIHR Clinical Research Network West Midlands (NIHR CRN West Midlands) durchgeführt.

Ziel der Studie war es festzustellen, ob das Medikament Rituximab – das üblicherweise zur Behandlung von Patienten mit hämato-onkologischen Erkrankungen (z. B. bestimmte Blutkrebsarten) oder rheumatologischen Erkrankungen (z. B. bestimmte Arten von Arthritis) eingesetzt wird – die Wirksamkeit der COVID-19-Impfstoffe beeinträchtigen könnte. Medikamente wie Rituximab wirken durch die Abtötung von B-Zellen, die Teil unseres Immunsystems sind.

An der Studie nahmen 80 Patienten teil, die wegen Blutkrebs behandelt wurden, und 36 wegen Krankheiten wie Arthritis behandelten Patienten. Die Blutproben wurden vor und nach der Impfung mit zwei Dosen des Impfstoffs COVID-19 von Pfizer/BioNTech oder Oxford/AstraZeneca zwischen Dezember 2020 und April 2021 entnommen. Die Ergebnisse wurden dann mit einer Kontrollgruppe gesunder, altersgleicher Mitarbeiter des Gesundheitswesens verglichen, die an anderen COVID-19-Studien unter Leitung der Universität Birmingham teilnahmen.

Antikörperreaktionen der Patienten

Die Ergebnisse zeigten, dass in den ersten sechs Monaten nach der Behandlung mit Rituximab nur 42,2 Prozent der Patienten mit Blutkrebs und 33,3 Prozent der Patienten mit Arthritis eine Antikörperreaktion auf die Doppelimpfung entwickelten – und diese war bei den geimpften Patienten während sie aktiv eine Chemotherapie gegen Lymphome erhielten, weiter auf 22,7 Prozent reduziert.

Bei denjenigen, die eine Antikörperreaktion auf die Impfung zeigten, war die Stärke der Reaktion bei den Patienten mit Blutkrebs oder Arthritis deutlich geringer als bei den gesunden Patienten.

Sechs Monate nach der Behandlung, als der Körper der Patienten begann, die B-Zellen wieder aufzubauen, stieg die Ansprechbarkeit auf den Impfstoff bei Blutkrebspatienten auf 100 Prozent an, während bei Arthritispatienten ebenfalls eine „progressive Zunahme“ der Gesamtansprechbarkeit auf den Impfstoff zu beobachten war, je größer der Abstand zwischen Impfstoff und medikamentöser Behandlung war.

Die Forschung zeigte, dass die Qualität und Stärke der Antikörperreaktion bei beiden COVID-19-Impfstofftypen und bei beiden Patientengruppen ähnlich ist. Die Daten zeigen jedoch auch, dass kürzere Abstände (von weniger als einem Monat) zwischen der ersten und der zweiten Impfung sowohl die Qualität als auch die Stärke der Antikörperreaktion bei Blutkrebspatienten deutlich verbessern.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Clinical and Experimental Immunology (2022). DOI: 10.1093/cei/uxab018

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