Parkinson-Krankheit: Stuhltransplantation vielversprechend

Sicherheit und Wirksamkeit der fäkalen Mikrobiota-Transplantation bei Patienten mit leichter bis mittelschwerer Parkinson-Krankheit (GUT-PARFECT)

Parkinson-Krankheit: Stuhltransplantation vielversprechend

05.04.2024 Eine klinische Studie von Forschern des Universitätsklinikums Gent, des VIB und der Universität Gent hat das Potenzial der fäkalen Mikrobiota-Transplantation (FMT) zur Verbesserung der Symptome bei Patienten mit Parkinson nachgewiesen.

Die in eClinicalMedicine veröffentlichten Forschungsergebnisse liefern vielversprechende Belege dafür, dass die FMT eine wertvolle neue Behandlung für diese schwere Erkrankung sein könnte.

Parkinson und die Darmbakterien

Bei der Parkinson-Krankheit faltet sich ein Protein namens Alpha-Synuclein falsch und verklumpt. Diese Verklumpungen schädigen dann die Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn, was zu den typischen Parkinson-Symptomen führt. Die derzeitigen Behandlungen, vor allem Medikamente, die Dopamin ersetzen, haben oft Nebenwirkungen und verlieren mit der Zeit an Wirksamkeit.

Man nimmt an, dass die Eiweißklumpen in einem sehr frühen Stadium der Krankheit in der Darmwand gebildet werden, von wo aus sie über den Vagusnerv, der Darm und Gehirn miteinander verbindet, zu den Gehirnzellen gelangen. Dieser Prozess kann durch Darmbakterien beeinflusst werden.

Tatsächlich deuten neue Forschungsergebnisse auf einen überraschenden Zusammenhang zwischen Morbus Parkinson und dem Darmmikrobiom hin, also den Billionen von Bakterien, die in unserem Darm leben. Parkinson-Patienten haben im Vergleich zu gesunden Menschen häufig ein verändertes Darmmikrobiom, und sie weisen häufig mehr (Darm-)Entzündungen und eine gestörte Darmbarriere auf.

Stuhltransplantation

Deshalb hat das Forscherteam unter der Leitung von Prof. Patrick Santens untersucht, ob eine fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) mit gesunden Darmbakterien eines Spenders einen signifikanten Einfluss auf die Entwicklung der Parkinson-Symptome über ein Jahr hinweg haben könnte.

Die klinische Studie zeigte, dass sich die motorischen Symptome in der aktiv behandelten Gruppe nach 12 Monaten deutlich stärker verbesserten als in der Placebogruppe.

Über die Nase in den Dünndarm

Für die klinische Studie mit dem Namen GUT-PARFECT wurden Teilnehmer mit Parkinson-Krankheit im Frühstadium und gesunde Spender rekrutiert, die ihren Stuhl an die Gentse Stoelgangbank spendeten. Alle Teilnehmer mit Parkinson-Krankheit erhielten den Stuhl über einen Schlauch, der durch die Nase eingeführt und bis in den Dünndarm vorgeschoben wurde, um die Mischung direkt dorthin zu bringen.

„Unsere Ergebnisse sind wirklich ermutigend“, sagt Dr. Arnout Bruggeman, Forscher am VIB-UGent-UZ Gent und Erstautor der Studie. „Nach zwölf Monaten zeigten die Teilnehmer, die die Stuhltransplantation eines gesunden Spenders erhalten hatten, eine signifikante Verbesserung ihres motorischen Scores, der wichtigsten Messgröße für Parkinson-Symptome.“

Die Verbesserung der motorischen Symptome wurde zwischen dem sechsten und zwölften Monat nach der Transplantation noch deutlicher, was auf eine mögliche Langzeitwirkung hindeutet. Außerdem litten die Teilnehmer weniger unter Verstopfung, einem häufigen und lästigen Symptom bei vielen Parkinson-Patienten. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um festzustellen, ob diese Behandlung auch das Fortschreiten der Krankheit verlangsamt.

© arznei-news.de – Quellenangabe: eClinicalMedicine (2024). DOI: 10.1016/j.eclinm.2024.102563

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