Paxlovid könnte gegen Long-COVID von Nutzen sein

Eine Reihe von Fallberichten zeigt einige Erfolge mit Paxlovid bei der Behandlung von Patienten mit anhaltendem COVID

10.05.2022 Ein antivirales Medikament, das zur Behandlung von Hochrisikopatienten mit COVID-19 eingesetzt wird, kann laut Forschern auch für Patienten mit langzeitiger COVID-Erkrankung („Long-COVID“) von Nutzen sein. Die Forschungsergebnisse wurden auf einem Preprint-Server online gestellt und sind noch nicht in einer von Experten begutachteten Zeitschrift veröffentlicht worden.

Paxlovid als Notfallmedikament

Paxlovid ist von der US-amerikanischen Food and Drug Administration als Notfallmedikament für die Behandlung von COVID-19-Patienten zugelassen, die älter als 65 Jahre sind oder an Grunderkrankungen wie Fettleibigkeit, Diabetes oder Krebs leiden. Die Pille enthält die antiviralen Wirkstoffe Nirmatrelvir und Ritonavir. Die Behandlung mit Paxlovid muss innerhalb von fünf Tagen nach Auftreten der Symptome beginnen und fünf Tage lang fortgesetzt werden, so die Bedingungen der Zulassung.

Nun zeigt eine Reihe von Fallberichten von Forschern der University of California, San Francisco (UCSF), dass Paxlovid bei der Behandlung von Patienten mit langer COVID-Erkrankung erfolgreich ist. Man geht davon aus, dass ein Drittel der mit COVID-19 infizierten Personen Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Gehirnnebel entwickeln, die mit Long-COVID in Verbindung gebracht werden. Es wird vermutet, dass Long-COVID durch die anhaltende Reaktion des Immunsystems auf das Virus verursacht wird, das nach der ersten Infektionsphase im Körper verbleibt.

Fallberichte

In den Fallberichten wurden drei Patienten in ihren 40ern mit Symptomen beschrieben, die mit Long-COVID übereinstimmen. Zwei von ihnen begannen mit der Einnahme von Paxlovid erst Wochen nach Beginn der Symptome von Long-COVID, was im Widerspruch zu den Bedingungen der Notfallgenehmigung stand. Einem von ihnen wurde das Virostatikum verschrieben, nachdem er mehr als sieben Wochen nach Beginn der Symptome erneut mit dem Virus in Berührung gekommen war, und sein Gesundheitszustand verbesserte sich laut den Forschern auf ein nahezu normales Niveau. Die andere Patientin nahm Paxlovid etwa drei Wochen nach Auftreten der Symptome ein. Sie fühlte sich am Tag nach Beendigung der Therapie weniger müde, hatte aber immer noch Kurzatmigkeit und Muskelschmerzen.

Der dritte Patient begann mit der Einnahme von Paxlovid innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der COVID-19-Symptome, was den Bedingungen für eine Notfallbehandlung entsprach. Seine Symptome besserten sich, kehrten aber vier Tage nach Beendigung der Paxlovid-Therapie zurück, mit Fieber, laufender Nase, Husten und Brustschmerzen. Außerdem hatte er eine erhöhte Temperatur sowie eine erhöhte Herz- und Atemfrequenz. Etwa zwei Wochen später entwickelte er Hirnnebel, Schmerzen in der Brust, Müdigkeit und Unwohlsein bei körperlicher Anstrengung – Symptome, die auf Long.COVID hindeuten.

„Der Schlüsselaspekt hierbei ist, dass längere Paxlovid-Behandlungen notwendig sein könnten und dass eine zu frühe Verabreichung nicht optimal sein könnte“, sagte Studienkoautor Dr. Michael Peluso von der UCSF und dem Zuckerberg San Francisco General Hospital in einer Pressemitteilung und merkte an, dass es noch keine Sicherheitsdaten gibt, die eine längere Anwendung des Medikaments unterstützen. „Nur durch gründliche Studien werden wir Antworten erhalten“, fügte er hinzu. „Angesichts der großen Zahl von Menschen, die an COVID erkrankt sind, von denen ein erheblicher Teil eine Long-COVID-Phase durchläuft, besteht dafür ein dringender Bedarf.“

© arznei-news.de – Quellenangabe: Research Square – https://doi.org/10.21203/rs.3.rs-1617822/v2

Weitere Infos / News zu diesem Thema:





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Aus Lesbarkeitsgründen bitte Punkt und Komma nicht vergessen (keine persönlichen Angaben - wie voller Name, Anschrift etc).