PD-1-Hemmer wirksam bei Darmkrebs mit Mismatch-Reparatur-Defekt

Neoadjuvante Immuntherapie führt bei lokalisiertem Mismatch-Reparatur-defizientem kolorektalen Krebs zu starkem Ansprechen und geringem Wiederauftreten

PD-1-Hemmer wirksam bei Darmkrebs mit Mismatch-Reparatur-Defekt

14.01.2023 Bei lokalisiertem Mismatch-Reparatur-defizientem (dMMR) kolorektalem Krebs (CRC) ist eine neoadjuvante Behandlung mit einem programmierten Zelltod (programmed death-1; PD-1)-Inhibitor wirksam laut einer im Journal of the National Comprehensive Cancer Network veröffentlichten Studie.

Dr. Bin-Yi Xiao vom Sun Yat-sen University Cancer Center in Guangzhou, China, und Kollegen untersuchten die Wirksamkeit und Durchführbarkeit der neoadjuvanten Anti-PD-1-Behandlung (mit Pembrolizumab, Nivolumab, Sintilimab, Toripalimab, Camrelizumab und Tislelizumab) bei lokalisiertem dMMR-Krebs bei 73 Patienten im Alter von 18 bis 75 Jahren.

  • Die Forscher fanden heraus, dass die meisten Tumoren lokal fortgeschritten waren, darunter 26,0 Prozent (T4a) und 39,7 Prozent (T4b). Eine PD-1-Hemmer-Monotherapie erhielten 79,5 Prozent der Teilnehmer.
  • Insgesamt erreichten 84,9 Prozent der Patienten ein objektives Ansprechen nach radiologischer Beurteilung, darunter 17 bzw. 45 Patienten (23,3 bzw. 61,6 Prozent) mit komplettem Ansprechen (CR) bzw. partiellem Ansprechen, wobei die Zeit bis zum Ansprechen im Median 9,6 Wochen betrug.
  • Die Ansprechrate war bei Patienten mit einer T4a/T4b-Erkrankung ähnlich wie bei Patienten mit einer T2-3-Erkrankung (84,0 bzw. 85,4 Prozent).
  • Bei den meisten der 50 Patienten, die sich einer Operation unterzogen (57,1 Prozent), wurde eine pathologische CR-Rate erreicht, die auch bei den 38 Patienten mit T4a/T4b-Krankheit hoch blieb (59,5 Prozent).
  • Bei den 17 Patienten mit CR wurde keine Operation durchgeführt, sondern eine Beobachtungsstrategie angewandt.
  • Das mediane rezidivfreie und das Gesamtüberleben wurden nach einem Median von 17,2 Monaten nicht erreicht.
  • Die zweijährigen tumorspezifischen krankheitsfreien und Gesamtüberlebensraten lagen bei 100 Prozent der Patienten, die sich einer Operation unterzogen oder ein CR erreichten.

„Leistungserbringer, insbesondere Chirurgen, sollten davon absehen, bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder sogar frühem dMMR/Microsatelliteninstabilitäts-Hoch-Kolorektalkarzinom eine sofortige Operation einzuplanen“, schreiben die Studienautoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of the National Comprehensive Cancer NetworkDOI: https://doi.org/10.6004/jnccn.2022.7060

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