Pembrolizumab (Keytruda) – Magenkrebs, Magenkarzinom

Einsatz des Medikamentes bei (s. dort): Hodgkin-Lymphom, B-Zell-Lymphom, Melanom – Schwarzer Hautkrebs, Blasenkrebs, Brustkrebs, Darmkrebs (Kolorektalkarzinom), Lungenkrebs (NSCLC), Kopf- und Halskrebs, Mesotheliom, Magenkrebs, Magenkarzinom, Nierenzellkarzinom, Prostatakrebs, Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)

Vielversprechende Ansprechrate bei vorbehandeltem metastasierten Magenkrebs

09.09.2017 Pembrolizumab (Handelsname ist Keytruda) hat eine vielversprechende Ansprechrate bei Patienten mit vorbehandeltem metastasierten Magenkrebs gezeigt, so die neuesten Ergebnisse der KEYNOTE-059-Studie, die auf dem ESMO 2017 Kongress in Madrid vorgestellt wurden.

Die erwartete Überlebenszeit von Patienten mit metastasierendem Magenkrebs beträgt weniger als ein Jahr. In den letzten zehn Jahren wurden nur sehr wenige neue Medikamente gegen diese Krankheit zugelassen, schreiben die Studienautoren. Die Phase II Studie KEYNOTE-059 ist eine der größten Studien zur Immuntherapie bei rezidivierendem oder metastasiertem Magenkrebs.

Die Studie umfasste drei Kohorten:

  1. 259 Patienten mit metastasierendem Magenkrebs, die den programmierten Tod 1 (PD-1)-Inhibitor Pembrolizumab nach der Vorbehandlung mit zwei oder mehr Chemotherapielinien allein erhalten haben;
  2. 25 Patienten mit neu diagnostiziertem metastasierenden Magenkarzinom, die eine Kombination aus Pembrolizumab und Chemotherapie erhielten;
  3. 31 Patienten mit neu diagnostiziertem metastasierten Magenkarzinom, die mit Keytruda allein behandelt wurden.

Die primären Endpunkte waren Sicherheit (alle drei Kohorten) und objektive Ansprechrate (Kohorten eins und drei).

Objektive Ansprechraten

Nach einer medianen Nachbeobachtung von sechs Monaten fanden die untersuchenden Ärzte eine objektive Ansprechrate von 12% bei alleiniger Behandlung mit Pembrolizumab bei den vorbehandelten Patienten (Kohorte 1).

Patienten, die programmierten Tod-Liganden 1 (PD-L1) exprimierten, sprachen mit größerer Wahrscheinlichkeit an als diejenigen, die es nicht exprimierten – mit objektiven Ansprechraten von 16% bzw. 6%. Das Ansprechen war oft von Dauer.

Bei 18% der Patienten in Kohorte 1 traten nachteilige Nebenwirkungen der Stufen 3 bis 5 auf, so dass 3% der Patienten dieser Kohorte die Behandlung abbrechen mussten.

Bei Patienten mit neu diagnostiziertem metastasierenden Krebs waren sowohl die Kombinationstherapie (Kohorte zwei) als auch Pembrolizumab allein (Kohorte drei) sicher und zeigten eine vielversprechende Aktivität.

Die Studienautoren um Dr. Zev Wainberg von der UCLA warnten davor, dass das Toxizitätsprofil von Keytruda in KEYNOTE-059 zwar recht günstig aussieht, dass aber die Patienten möglicherweise nicht lange genug behandelt wurden, um Nebenwirkungen zu erfahren.
© arznei-news.de – Quelle: Meeting ESMO 2017 Congress, Sept. 2017

Nicht besser als PTX bei fortgeschrittenem Magenkarzinom

03.07.2018 Für Patienten mit zuvor behandeltem fortgeschrittenen Magenkarzinom oder Karzinome des ösophagogastralen Übergangs führt Pembrolizumab (Keytruda) nicht zu einer signifikanten Verbesserung des Gesamtüberlebens im Vergleich zu Paclitaxel laut einer in The Lancet veröffentlichten Studie.

Fortgeschrittener Magenkrebs oder Karzinom des ösophagogastralen Übergangs

Dr. Kohei Shitara vom National Cancer Center Hospital East in Kashiwa, Japan und Kollegen randomisierten Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs oder Karzinome des ösophagogastralen Übergangs, die bei der Erstlinien-Chemotherapie mit Platin und Fluoropyrimidin Fortschritte machten, auf alle drei Wochen 200 mg Pembrolizumab für bis zu zwei Jahre oder eine Standarddosis Paclitaxel.

Insgesamt wurden 592 Patienten aufgenommen, und von den 395 Patienten, die einen programmierten Zelltod-Liganden 1 (PD-L1) hatten, waren 196 in der Pembrolizumab-Gruppe und 199 in der Paclitaxel-Gruppe.

Die Forscher stellten fest, dass bis zum 26. Oktober 2017 326 der Patienten in der Population mit CPS von 1 oder höher gestorben waren (77 Prozent der Pembrolizumab-Gruppe und 88 Prozent der Paclitaxel-Gruppe).

In der Keytruda-Gruppe betrug das mediane Gesamtüberleben 9,1 Monate gegenüber 8,3 Monaten unter Paclitaxel (Hazard Ratio [HR] 0,82; P (einseitig) = 0,0421).

Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 1,5 Monate unter Pembrolizumab gegenüber 4,1 Monaten unter Paclitaxel (HR 1,27).

In der Gesamtpopulation traten bei 14 Prozent der mit Keytruda bzw. 35 Prozent der mit Paclitaxel behandelten Patienten Nebenwirkungen der Grade 3 bis 5 auf.

Pembrolizumab hat das Gesamtüberleben im Vergleich zu Paclitaxel als Zweitlinientherapie bei fortgeschrittenem Magenkrebs oder Karzinom des ösophagogastralen Übergangs mit PD-L1 CPS von 1 oder höher nicht signifikant verbessert, schreiben die Autoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: The Lancet DOI: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(18)31257-1



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