Phäochromozytom / Paragangliom: Sunitinib verlängert progressionsfreies Überleben

Tyrosinkinaseinhibitor Sunitinib verlängert das progressionsfreie Überleben bei seltenem neuroendokrinen Tumor Phäochromozytom u. Paragangliom

21.09.2021 Die erste randomisierte Studie zu malignen Phäochromozytomen und Paragangliomen hat ergeben, dass Sunitinib das progressionsfreie Überleben (PFS) um mehr als fünf Monate verlängert.

Die Ergebnisse der FIRSTMAPPP-Studie wurden auf dem ESMO-Congress 2021 vorgestellt.

FIRSTMAPPP

Maligner Phäochromozytom / Paragangliom (MPP) ist ein sehr seltener neuroendokriner Tumor mit einer jährlichen Inzidenz von weniger als einem pro Million.

Während eines Zeitraums von acht Jahren wurden im Rahmen von FIRSTMAPPP 78 Patienten mit progressivem MPP aus 15 Zentren in vier europäischen Ländern aufgenommen.

Das Durchschnittsalter betrug 53 Jahre und 59 % der Patienten waren Männer. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip Sunitinib oder Placebo zugeteilt.

Der primäre Endpunkt, das Überleben nach 12 Monaten, wurde von 35,9 % der Sunitinib-Gruppe erreicht, was bedeutet, dass bei 14 von 39 Patienten mindestens ein Jahr lang kein Fortschreiten des Tumors auftrat.

Die PFS-Rate in der Placebogruppe lag bei 18,9 %. Das mediane PFS betrug 8,9 Monate in der Sunitinib- bzw. 3,6 Monate in der Placebogruppe.

Nebenwirkungen

In der Studie traten schwerwiegende unerwünschte Ereignisse bei 54 % der Patienten in der Sunitinib-Gruppe gegenüber 49 % in der Placebo-Gruppe auf, wobei Asthma/Fatigue (18 % gegenüber 3 %) und Bluthochdruck (10 % gegenüber 6 %) die häufigsten waren. In beiden Gruppen kam es zu einem Todesfall.

Studienautor Dr. Eric Baudin vom Gustave Roussy – Cancer Campus, Villejuif, France, sagte: Die Studie hat gezeigt, dass Sunitinib 37,5 mg pro Tag gut verträglich ist. Insbesondere wissen wir, dass zwei Drittel der MPP-Patienten aufgrund hoher Hormonspiegel einen Bluthochdruck haben, doch der durch das Medikament ausgelöste Bluthochdruck war kontrollierbar.

© arznei-news.de – Quellenangabe: ESMO-Congress 2021

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