Propofol Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zu: Propofol



Depression durch Propofol?

Misti sagte am 6. Jan 2017:

Hallo zusammen,

nun ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.
Ich habe in meinem Leben schon des öfteren mit Depressionen zu tun gehabt, unterschiedlich schwer. Dazu auch mit Ängsten, innerer Unruhe und zittern, immer wieder meine Probleme. Aber die letzten Jahre war alles relativ gut.

Nun bekam ich vor ein paar Wochen eine Darmspieglung und dazu auch Propofol. Und schon am Tag darauf gings bergab! Erst war es so ein Befremdungsgefühl was ich nicht genauer definieren kann. Dann, am selben Tag, bekam ich totale innere Unruhe mit innerem Zittern und auch zittern wenn ich was mache (also in der Zeitung blättern zittern meine Hände oder beim Gehen fühlen sich die Beine zittrig an usw.) Auch fühlt sich mein Körper/Muskeln so schwach und kraftlos an. Und dazu im Wechsel auch noch Depressionen. Kann mich bei Gesprächen nur noch schwer konzentrieren. Und weil es mir so geht kommt jetzt auch noch die Angst dazu was ich wohl habe und ob das auch mal wieder gut wird? Jetzt habe ich gelesen, dass das Propofol auch in den Hirnstoffwechsel eingreift und stelle mir daher die Frage ob das der Auslöser des Ganzen ist!

Dazu wollte ich noch sagen, dass die letzten Monate wieder mal ziemlich Kraft gekostet haben (also im privaten). Aber ich kann mir trotzdem nicht vorstellen dass dies mich so runtergezogen hat. Vor allem finde ich es auffällig daß meine Beschwerden unmittelbar nach der Darmspiegelung begonnen haben!

Was meint ihr dazu? Ist meine Vermutung im Bereich des Möglichen oder totaler Quatsch!?

Gruß
Misti



Goldjunge sagte am 11. Jan 2017:

Wie der Zufall will, hatte ich vor drei Jahren ein und in den letzten drei Wochen zwei Magenspiegelungen, bei denen ebenfalls Propofol zum Einsatz kam. Gerade nach dem letzten Mal konnte ich bei mir in den nachfolgenden Nächten Träume in Cinemascope, Technicolor und THX 25.12 beobachten. Von ganz schlimm bis fantastisch war alles dabei. Ich meine, dass das Zeug ordentlich in unserer Psyche herumrührt (und Depression ist möglich). Nicht umsonst war es Michael Jacksons liebste ‘Milch’.

Wikipedia hat geschrieben:
Der genaue molekulare Wirkmechanismus ist nicht hinreichend geklärt.

Aber höchstwahrscheinlich sind Nachwirkungen, sofern sie überhaupt auftreten, bei jedem Menschen völlig unterschiedlicher Natur. Das hier ist nur MEIN Erfahrungsbericht.



Sella sagte am 23. Jan 2017:

ich kenne Propofol ausschließlich in der Anästhesie.

Warum habt ihr Propofol bekommen??
Man gibt doch Dormicum, selbst bei kleinen Eingriffen gibt man kein Propofol, sondern Dormicum und das ist richtig dosiert auch mehr als hinreichend.

Seid ihr sicher, dass ihr das bekommen habt??



fii sagte am 1. Feb 2017:

Ich hatte bei meinen letzten Spiegelungen auch Propofol. Ich bin mir sicher. :D Allerdings ohne Probleme.

Heute wird gerne eine Kurzzeitnarkose mit Propofol gegeben.



Goldjunge sagte am 17. Feb 2017:
Propofol. Hab die Quittung noch hier. Beim Nur-Gucken kostet es 40 €. Beim Gucken mit Herumschnippeln ist der Schuss kostenlos.


Misti sagte am 26. Feb 2017:

Also bei mir war es auch ganz sicher Propofol, hab den Arztbericht vor mir liegen! Die Sache ist ja nur die, dass ich seither wieder starke Depris habe. Auch meine Ängste und meine Unruhe kommen wieder hoch! kann es sein, dass mir das Zeug meinen Hirnstoffwechseln so stark gestört hat, dass ich nun diese Probleme habe??? :shock:

Das kann doch kein Zufall sein, oder

Danke für eure Antworten



fii sagte am 5. Mär 2017:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das vom Propofol kommen soll. Das ist doch schon längst wieder raus aus dem Körper.
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Goldjunge sagte am 7. Mär 2017:
Es mag ja sein, dass es schnell wieder aus dem Körper verschwindet. Welche Unordnung es da hinterlässt weiß jedoch niemand so genau. :)
Trotzdem würde ich da jetzt nicht allein Propofol als Ursache sehen wollen. Vielleicht ist nur was umgekippt, was ohnehin schon am Wanken war.


Misti sagte am 12. Mär 2017:
@Goldjunge
ja so was in der Art befürchte ich! :(Bin jetzt am überlegen ob ich für eine Zeit wieder Cipralex nehmen soll um quasi wieder für Ordnung zu sorgen! Hab das mal vor vielen Jahren bekommen, hatte soweit ich weiß auch kaum Nebenwirkungen. Von daher wäre es ja einen Versuch wert!


Goldjunge sagte am 14. Mär 2017:
Also ICH würde erstmal abwarten. Cipralex will ja auch erstmal ein- und später dann wieder ausgeschlichen werden. Vielleicht mal mit einem Psychologen reden. Bist Du denn in einer Therapie?
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Sella sagte am 14. Mär 2017:
ich kann mir nicht vorstellen, dass es am propofol liegt. das wird in der anästhesie jeden tag verteilt, das würde auffallen, wenn daderart nebenwirkungen macht.


Goldjunge sagte am 19. Mär 2017:
Und wieviel Feedback bekommt so der gemeine Anästhesist? Also derart, dass dem irgendetwas auffallen würde?


Sella sagte am 23. Mär 2017:

die patienten gehen nach operationen immer zu den operateuren oder hausärzten zur nachsorge und erzählen dann, wenn sie etwas merkwürdig finden.

bevor ein medikament auf den markt kommt, wird ja auch ein bissche getestet.

und wenn nun jeder dritte patient seinem hausarzt/ operateuren erzählt, dass es ihm furchtbar schlecht geht, dann würde das auffallen.

propofol wird ja nun häufig eingesetzt, das fällt dann auf. viele patienten sind auch stationär bei operationen und da beobachtet man patienten auch.



Goldjunge sagte am 30. Mär 2017:
Ich mag nicht so recht daran glauben, dass Tage nach einer Darmspiegelung irgendwer seinem Hausarzt von irgendwelchen schlechten Träumen erzählt. Habe ich nach meinem Magenuntersuchungen auch nicht. Es ist nicht mein Bestreben, dieses Medikament irgendwie negativ zu beurteilen. Mir hat es drei Mal selten gute Schläfchen gebracht und ich würde wieder darauf zurückgreifen. Für meine Person muss ich aber festhalten, dass sich nach der zweiten Gabe Propofol innerhalb einer Woche mein Schlafverhalten für ein paar Tage drastisch geändert hatte. Und wer googelt findet ebenfalls Hinweise auf solche Nebenwirkungen. Nicht viele, aber einige.


namia sagte am 6. Apr 2017:
Ich hatte 2011 meine erste Panikattacke. Kurz nach einer Operation mit Vollnarkose. Ohne mich damit extrem befasst zu haben, waren ich und auch mein damals behandelnder Arzt der Meinung, dass es durchaus Zusammenhänge mit der Narkose geben könnte.


muh sagte am 17. Apr 2017:
Ich hatte, genau wie namia, meine erste Panikattacke auch kurz nach einer Vollnarkose.
Den Zusammenhang stelle ich beim Rückrechnen meiner Panikkarriere immer wieder fest.


Misti sagte am Mo 17. Apr 2017:

Es wird ja bei einer Vollnarkose und auch bei Propofol, im Fragebogen den man vorher ausfüllen muss, nach Vorerkrankungen gefragt und dabei auch ganz gezielt nach Depressionen. Nur dachte ich nicht dass es mich dann tatsächlich trifft!

Mir ist übrigens beim lesen eurer Beiträge eingefallen, daß ich nach einer OP mit Vollnarkose (vor gut zwei Jahren) für ein paar Wochen gewaltige Depris hatte. Habe das aber damals auf meine Lebenssituation geschoben…..! Aber wenn ich das so lese könnte auch das Narkosemittel den Ausschlag gegeben haben.



muh sagte am 21. Apr 2017:
Mir hat ein Anästhesist mal bei der Frage nach Depressionen erklärt (als ich ganz ängstlich wurde wegen der Frage) dass es um die Einnahme von Antidepressiva geht – wobei, jetzt wo ich das schreibe denke ich, könnten sie dann ja auch gezielt nach Medikamenten fragen…..hm?


Sportedition sagte am 19. Mai 2017:
Vor 27 Stunden hatte ich eine Magenspiegelung. Es wurde Diprivan (Propofol) eingesetzt. Ich wollte heute gar nicht aufstehen. Bin niedergeschlagen, schwindelig, müde und muss dauernd gähnen. Ich muss mich zwingen hinaus zu gehen. Die Sonne erscheint mir unangenehm grell. Es ist mir auch unangenehm heiß heute. Auch habe ich das Gefühl, dass ich nun eine Depression habe. (Selbstmordgedanken und ist eh alles egal usw.) Die erste Spiegelung scheiterte. Die Internistin, die auch gerichtliche Sachverständige ist meinte, ich benötige keine Sedierung. Aufgrund meiner Xylocain-Unverträglichkeit gab sie mir auch keinen Rachenspray. Die Spiegelung musste abgebrochen werden. Die zweite Spiegelung im AKH scheiterte nun, da sich der Magen nicht aufblähen ließ und gerade jener Bereich, der Probleme macht (Fundus), daher nicht einsehbar war… Dass nun auch die zweite Spiegelung nicht funktionierte, kann doch keine Depression auslösen? Ich tippe daher auch auf das Propofol. Aufgrund Burn-Out (Erschöpfungsdepression, Angststörung) nahm ich 2014, ein Jahr lang, Antidepressiva. Ich bin froh, dass es diese Antidepressiva gibt. Aber, noch froher bin ich, dass ich diese ausschleichen konnte. Nun bin ich mit Autogenem Training, Meditation, Yoga, Achtsamkeitsübungen soweit über die Runden gekommen.


Emil93 sagte am 8. Jul 2017:
Ich weiß nicht ob es Glück oder Pech ist, das ich auf diesen Austausch hier gestoßen bin..
Denn ich durchlebe momentan das gleiche wie du Misti – seit einer Vollnarkose im März (Propofol) fühle ich mich anders, beschissen.
Depressionen / kann mich schlecht auf Texte oder Gespräche konzentrieren / manchmal leichte Benommenheitsgefühle (als wäre alles nicht so ganz “klar”)..
Da meine Bedenken über einen Zusammenhang mit der Nagnose immer größer wurden habe ich jetzt mal recherchiert und stoße hier auf diesen Thread.Magst du mir mal erzählen, wie es dir mittlerweile geht?
Können uns gerne auch privat austauschen wenn du möchtest?Lg, Emil


Kiki sagte am 05.03.2019:
Hallo zusammen,
hatte vor 4 Wochen eine 4 h Operation mit Gebährmutter Entnahme und als Narkose Mittel wurde NUR Propofol verwendet. Ich habe seit 2004 schon 3 depressive Phasen durchlebt und war die letzten 6 Jahre sehr gut mit Escitalophram 10 und Mirtazapim 1/4 Tablette eingestellt. Am Tag nach der OP war die Depression mit allen Nebenwirkungen sofort da. Kein Schlafen möglich, keinen Hunger, Angstzustände, usw. Ich wusste überhaupt nicht was geschehen ist. Dann bin ich hier auf die Seite gestoßen und dachte vielleicht hängt es mit dem Narkosemittel zusammen. Danach fragte ich bei den Ärzten nach dem Anästhesiebericht nach. Dann googelte ich nach Propofol und Depressionen. Sogar in der Apothekenumschau wird als Wechselwirkung davor gewarnt Propofol zu verwenden wenn man Citalopram oder Escitalopram bekommt. Ich habe den Ärzten und dem Anästhesiten vor der OP von meinen Medikamenten und Depr. erzählt. Sie meinten nur “das interessiert uns nicht!” Kann man da nicht wenigstens vor warnen? Und eine alternative in Erwägung ziehen? Das macht mich so wütend!
Vor allem weil nach Recherche im Internet von meiner Freundin, welche Pharmakologin ist, es erwiesen ist, daß Propofol aktiv den Serotonin-Dopamin (Glückshormon) Spiegel im Hirn senkt und in die Neurotransmitterfunkion eingreift. Diese Studie haben wir meinem Psychater vorgelegt und er meinte ja da scheint es einen Zusammenhang zu geben. Mein Test mit Bioresonanz nach Paul Schmidt und Propofol hat dies bestätigt. Blockiert voll den Serotonin Stoffwechsel im Hirn. Als alternative meinte er könnte man KETAMIN S als Narkosemittel einsetzten. An diesem wird z.Z. geforscht das es Depressionen innerhalb 1 h für eine Woche verschwinden lassen kann. Bewirkt im Hirn also genau das Gegenteil. Werde das jetzt mit Bioresonanz austesten. Es wäre bei mir nämlich noch diesen Monat eine Darmspiegelung dran. Und der Arzt meinte das macht er nur mit Propofol und er hat gar nichts anderes da, außer Dormicum. Den Termin verschiebe ich erst nochmal ins nächste Jahre.
Jetzt habe ich alle Medikamente wieder hoch gefahren und warte geduldig die 6 Wochen ab und hoffe das dieser Albtraum vorbei geht. Ich möchte einfach wieder glücklich sein können und Schlafen können. Nach 4 Wochen hatte ich heute leider wieder eine komplett schlaflose Nacht.
Mich ärgert das nur so ungemein, daß die Ärzte immer nur ihren Teilbereich anschauen und nicht ganzheitlich auf den Menschen schauen. Und eine Warnung aussprechen das es hier z.B. mit Propofol und Depressionen Schwierigkeiten geben kann.LG Kiki


Alison sagte am 01.04.2019:
Ich bin froh, dass ich diesen Thread gefunden habe… Vor drei Wochen musste mich einer Darmspiegelung unterziehen. Im Rahmen der Narkose bekam ich 1 mg Dormicum, 100 mg Propofol und 20 mg Butylscopolamin. Einen Tag nach der Spiegelung ging es los – zuerst mit starken Hitzewallungen und Krankheitsgefühlen, wie bei einer starken Grippe, dann kamen stundenlang anhaltendes Herzklopfen und ganz starke Panikattacken mit vernichtenden Angstgefühlen und Depressionen hinzu. Ich hatte früher bereits einmal eine Angst- und Panikstörung in einer Phase der beruflichen und privaten Überlastung, war aber seit über zwölf Jahren symptomfrei, psychisch sehr stabil und nahm auch keinerlei Medikamente mehr ein. Die jetzigen Panikattacken waren auch total untypisch. Keine der erfolgreichen Strategien, die ich gelernt habe, um die Panik in den Griff zu bekommen, hat funktioniert. Dass die urplötzlich auftretenden Mega-Panikattacken irgendwie mit der Darmspiegelung zusammenhängen müssen, hat mir bisher niemand geglaubt. Mir ging es bis zur Spiegelung psychisch sehr gut, mein Leben ist in Ordnung und jetzt soll ich von einem Tag auf den anderen psychisch völlig austicken… das ist doch Blödsinn!


Anonymous sagte am 13.06.2019:
Hey, ich hatte auch so etwas ähnliches nach meiner Magenspiegelung. Allerdings war das nur in den Nächten. Da hat es so komisch in meinem Hals gekribbelt (so hat es auch gekribbelt als ich das Propofol bekam) und ich hatte davon total die Angstzustände, bestimmt dreimal die Woche und immer bin ich mit diesem Gefühl aufgewacht.
Ich habe gelesen, dass sowas zu dem postnarkotischen Trauma gehört. Gerade auch was Propofol angeht, weil die Patienten zwischendurch aufwachen aber sich nicht mehr erinnern können aber wohl diese ‘Erinnerungen’ trotzdem gespeichert werden. Und wenn du dich da zum Beispiel hilflos oder so gefühlt hast, dann kann sich das später als depressive Verstimmung bemerkbar machen oder halt als Angst wie bei mir. Sowas sollte aber nach einigen Monaten von alleine verschwinden. Der Beitrag ist ja auch schon ein bisschen älter :-P Also ich hoffe alles ist wieder gut bei dir :-)


Doppeloma sagte am 03.09.2019:
Hallo ihr Lieben, hatte auch eine Darmspiegelung mit Propofol, war erstaunt, wie schnell ich wieder wach war, aber seitdem bin ich total niedergeschlagen, habe Kreislaufstörungen, könnte nur heulen, bin sooo müde. Hatte meine Depris gut im Griff, jetzt fühle ich nur noch Schwäche und Traurigkeit, warum wird man vorher nicht darauf hingewiesen, dass es solche Nebenwirkungen hat?


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