Propranolol bei Autismus

Propranolol verbessert die Gehirnfunktion bei Menschen mit Autismus

18.09.2019 Eine in Autism veröffentlichte Studie hat entdeckt, dass Propranolol einen kognitiven und sozialen Nutzen für Personen mit Autismus-Spektrum-Störung bieten könnte.

Die Studie umfasste 13 Personen mit Autismus-Spektrum-Störung und 13 ohne. Sie waren durchschnittlich 22,5 Jahre alt, schreiben die Studienautoren.

Jeder Teilnehmer unterzog sich drei MRT-Scans, nachdem er entweder ein Placebo, den Betablocker Propranolol (Handelsnamen sind z.B. Beta-Tablinen, Dociton, Inderal, Obsidan, Prophylux) oder den Betablocker Nadololol – der Propranolol ähnlich ist, aber die Blutgefäßbarriere ins Gehirn nicht überschreitet – eingenommen hat. Die Teilnehmer führten während der MRT-Screenings einen Wortkategorie-Test durch.

Verbesserte semantische Wortfluenzleistung

Unter der Leitung von John Hegarty von der University of Missouri entdeckte das Forscherteam, dass Propranolol die Leistung in der Autismus-Gruppe im Vergleich zu Placebo im Wortgenerierungstest verbesserte.

Auch zeigten die MRT-Ergebnisse durch das Medikament veränderte Regionen im Gehirn im Zusammenhang mit der Wortverarbeitung und einer verbesserten spezifischen Aufgabeninformationsverarbeitung.

Veränderung der Konnektivität

Die Wissenschaftler beobachteten, dass die übermäßige Konnektivität im frontalen parietalen Kontrollnetzwerk – die sich darauf auswirkt, wie das Gehirn Ressourcen anderen Regionen zuweist – nach der Verabreichung von Propranolol dem Niveau der Nichtautisten anglich.

Das Team arbeitet bereits an einer größeren Studie mit Propranolol. Die Forscher betonen, dass die Menschen auf jeden Ansatz oder jedes Medikament unterschiedlich reagieren, weshalb auch weiter Forschungsarbeiten wichtig sind.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Autism – DOI: 10.1177/1362361319868633



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