Ripretinib (Qinlock)

Infos

Indikation / Anwendung / Krankheiten

QINLOCK wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit fortgeschrittenen gastrointestinalen Stromatumoren (GIST), die zuvor eine Behandlung mit drei oder mehr Kinase- Hemmern, einschließlich Imatinib, erhalten haben.

News

  • 23.11.2021 UPDATE – EU: Fortgeschrittene gastrointestinale Stromatumoren (GIST) – Die Europäische Kommission erteilt Qinlock die Zulassung … zum Artikel
  • 17.09.2021 EU: Fortgeschrittener gastrointestinaler Stromatumor (GIST) – CHMP-Zulassungsempfehlung für Qinlock (Wirkstoff Ripretinib) … zum Artikel
  • 18.05.2020 Deciphera erhält FDA-Genehmigung für Qinlock zur Viertlinien-Behandlung von gastrointestinalen Stromatumoren
  • 13.08.2019 Gastrointestinale Stromatumoren: Deciphera meldet positive Studiendaten

Gastrointestinale Stromatumoren: Deciphera meldet positive Studiendaten

13.08.2019 Deciphera Pharmaceuticals hat positive Top-Line-Daten aus der Phase-3-Zulassungsstudie INVICTUS zu Ripretinib (Qinlock) bei Patienten mit gastrointestinalen Stromatumoren (GIST) bekanntgegeben.

Wirkstoff

Ripretinib ist ein in der klinischen Entwicklung befindlicher KIT- und PDGFRα-Kinase-Switch-Control-Inhibitor zur Behandlung von KIT- und/oder PDGFRα-Krebsformen, einschließlich gastrointestinaler Stromatumoren, systemischer Mastozytose und anderen Krebsarten.

INVICTUS-Studie: Viertlinien-Behandlung von gastrointestinalen Stromatumoren

Die klinische Phase 3 Studie INVICTUS ist eine randomisierte (2:1), doppelt-verblindete, placebokontrollierte, internationale, multizentrische Studie zur Bewertung von Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von Ripretinib im Vergleich zu Placebo bei 129 Patienten mit fortgeschrittenen GIST, deren bisherige Therapien mindestens Imatinib, Sunitinib und Regorafenib umfassten.

Die INVICTUS-Studie erreichte ihren primären Endpunkt eines verbesserten progressionsfreien Überlebens (PFS).

In der INVICTUS-Studie zeigte Ripretinib ein medianes PFS von 6,3 Monaten (27,6 Wochen) im Vergleich zu 1,0 Monaten (4,1 Wochen) im Placebo-Arm und reduzierte das Risiko von Krankheitsprogression oder Tod signifikant um 85% (HR von 0,15, p<0,0001) im Vergleich zu Placebo.

Gesamtansprechen, Gesamtüberleben

Bei dem wichtigsten sekundären Endpunkt – der objektiven Ansprechrate (ORR) – zeigte Ripretinib eine ORR von 9,4% verglichen mit 0% für Placebo (p-Wert=0,0504), was statistisch jedoch nicht signifikant war.

Ripretinib zeigte in dieser Studie auch eine klinisch signifikante Verbesserung gegenüber Placebo im Hinblick auf das Gesamtüberleben (Median OS 15,1 Monate vs. 6,6 Monate, HR = 0,36, nominaler p-Wert=0,0004).

Verträglichkeit, Nebenwirkungen

Ripretinib war im Allgemeinen gut verträglich und die Ergebnisse zu den Nebenwirkungen in INVICTUS entsprachen den Daten aus den zuvor vorgestellten Phase-1-Studienergebnissen.

Bei 42 (49%) Patienten im Ripretinib-Arm traten Nebenwirkungen des Grades 3 oder 4 auf, verglichen mit 19 (44%) im Placebo-Arm (>5% der Patienten Anämie (9%; n=8), Bauchschmerzen (7%; n=6) und Bluthochdruck (7%; n=6).
© arznei-news.de – Quellenangabe: Deciphera Pharmaceuticals

Aus der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels der Europäischen Kommission:

Wirkstoff / Wirkung / Wirkmechanismus / Wirkweise

Ripretinib ist ein neuer Tyrosinkinase-Inhibitor, der die KIT-Protoonkogen-Rezeptor-Tyrosinkinase und die PDGFRA-Kinase hemmt, einschließlich Wildtyp-, primäre und sekundäre Mutationen. Ripretinib hemmt in vitro außerdem andere Kinasen wie PDGFRB, TIE2, VEGFR2 und BRAF.

Schwangerschaft / Stillen

Verhütung

Sowohl Frauen im gebärfähigen Alter als auch Männer sollten während der Behandlung und für mindestens 1 Woche nach Abschluss der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden. Bei Anwendung hormoneller Kontrazeptiva sollte zusätzlich eine Barrieremethode (wie Kondome) eingesetzt werden.

Schwangerschaft

Wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, sollten Sie dieses Arzneimittel nicht einnehmen, es sei denn, Ihr Arzt hat entschieden, dass eine Behandlung mit QINLOCK eindeutig erforderlich ist. Fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Sie dürfen während der Behandlung mit QINLOCK nicht schwanger werden. Falls Sie ein männlicher Patient mit einer Partnerin sind, die entweder schwanger ist oder schwanger werden könnte, müssen Sie während des Geschlechtsverkehrs, während der Behandlung und für mindestens 1 Woche nach Abschluss der Behandlung eine Barrieremethode (z. B. Kondome) anwenden. Dieses Arzneimittel kann Ihr ungeborenes Kind schädigen. Falls Sie männlich sind und Ihre Partnerin während Ihrer Behandlung mit QINLOCK schwanger wird, informieren Sie unverzüglich Ihren Arzt.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen vor Beginn der Behandlung mit QINLOCK und während der Behandlung Schwangerschaftstests durchführen.

Stillzeit

Während der Behandlung mit QINLOCK und für mindestens 1 Woche nach Abschluss der Behandlung dürfen Sie Ihr Kind nicht stillen, da dieses Arzneimittel bei Ihrem Kind schwerwiegende Nebenwirkungen hervorrufen kann. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie stillen oder beabsichtigen zu stillen.

Fertilität

QINLOCK kann die Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen beeinträchtigen. Fragen Sie vor der Einnahme von QINLOCK Ihren Arzt um Rat.

Nebenwirkungen / unerwünschte Wirkungen / Verträglichkeit

Wie alle Arzneimittel kann auch Ripretinib (Qinlock) Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.

Schwerwiegende Nebenwirkungen

Suchen Sie dringend ärztliche Hilfe, wenn bei Ihnen eine der folgenden schwerwiegenden Nebenwirkungen auftritt:

  • Hautprobleme (PPES genannt)

PPES ist eine sehr häufige Nebenwirkung bei der Einnahme dieses Arzneimittels. Wenn Sie Folgendes entwickeln:

• Rötung, Schmerzen, Schwellung oder Blasen an den Handflächen oder Fußsohlen, kann Ihr Arzt Ihre Behandlung fortsetzen, Ihre Dosis ändern oder Ihre Behandlung beenden, bis sich Ihr Zustand verbessert hat.

  • Bluthochdruck

Ein hoher Blutdruck ist eine sehr häufige Nebenwirkung, wenn Sie dieses Arzneimittel einnehmen. Wenn Sie Folgendes entwickeln:

• Kopfschmerzen, Benommenheit oder Schwindel – dies können Symptome eines hohen Blutdrucks sein, kann Ihr Arzt Ihre Dosis ändern oder Ihre Behandlung unterbrechen, bis sich Ihr Zustand verbessert hat.

  • Herzprobleme (Herzinsuffizienz)

Herzinsuffizienz ist eine häufige Nebenwirkung bei der Einnahme dieses Arzneimittels. Wenn Sie

• sehr müde sind, kurzatmig sind, geschwollene Füße und/oder Knöchel haben, können dies Symptome von Herzproblemen sein.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn bei Ihnen folgende Symptome auftreten:

  • Hautkrebs

Die Behandlung mit QINLOCK kann zu bestimmten Hautkrebsarten wie „kutanes Plattenepithelkarzinom“ und „Melanom“ führen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie während der Behandlung Hautveränderungen bemerken, einschließlich einer neuen Warze, einer offenen Wunde oder einer rötlichen Beule, die bluten oder nicht heilen, oder eine Veränderung der Größe oder Farbe eines Muttermals. Ihr Arzt wird Ihre Haut zu Beginn der Behandlung mit QINLOCK sowie regelmäßig während der Behandlung untersuchen.

Sehr häufige Nebenwirkungen (können mehr als 1 von 10 Personen betreffen):

  • Übelkeit
  • Verstopfung
  • Durchfall – Erbrechen
  • Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Kurzatmigkeit
  • erhöhte Werte von Bilirubin (einer in der Leber erzeugten Substanz) nach Blutuntersuchungen
  • erhöhte Lipasewerte (Lipase ist ein Enzym, das an der Verdauung beteiligt ist) nach Blutuntersuchungen
  • verminderter Phosphatspiegel nach Blutuntersuchungen
  • Müdigkeit
  • Haarausfall
  • Muskelkater oder Muskelschmerzen
  • Gewichtsverlust
  • Muskelspasmen
  • Trockene Haut
  • Rückenschmerzen
  • Husten
  • Schwellungen in Händen und Unterschenkeln
  • Schmerzen in Händen oder Füßen
  • Juckreiz
  • gutartige Hautläsionen

Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Personen betreffen):

  • wunde Stellen im Mund
  • Bauchschmerzen
  • Beeinträchtigung der peripheren Nerven (Taubheitsgefühl und Kribbeln in Füßen oder Händen, brennende, bohrende oder stechende Schmerzen in betroffenen Bereichen, Verlust des Gleichgewichts und der Koordinierung sowie Muskelschwäche, insbesondere in den Füßen)
  • Hautreaktionen wie Schuppenbildung und Entzündung der Haut, Ausschlag, gekennzeichnet durch eine flache, rote Hautfläche, die mit kleinen Erhebungen bedeckt ist, oder Akne – abnormale Leberwerte (mögliche Leberschädigung durch Bluttest nachgewiesen)
  • Depression
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Schwäche
  • Brustkorbschmerzen
  • Herzrasen

Arznei-News.de – Quellenangabe: Europäische Kommission – EPAR – 23.11.2021





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

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