Schwere Malaria: Paracetamol zum Schutz der Nieren

Die Wirkung von regelmäßig verabreichtem Paracetamol im Vergleich zu keinem Paracetamol auf die Nierenfunktion bei Plasmodium knowlesi Malaria (PACKNOW)

03.03.2022 Paracetamol wird bei vielen Krankheiten zur Linderung von Schmerzen und Fieber eingesetzt. Eine in der Fachzeitschrift Clinical Infectious Diseases veröffentlichte Studie hat nun gezeigt, dass es auch zum Schutz vor Nierenschäden bei Malariapatienten beitragen kann.

Die Studie von Daniel Cooper von der Menzies School of Health Research (Menzies) und Kollegen ergab, dass die regelmäßige Einnahme von Paracetamol über drei Tage bei Patienten mit schwerer Malaria, die durch den Malariaparasiten Plasmodium knowlesi (die häufigste Ursache für Malaria in Malaysia) verursacht wird, zu einer Verbesserung der Nierenfunktion führte, als sie eine Woche später untersucht wurde.

Die Ergebnisse seien wichtig, weil sie dazu beitragen werden, Patienten mit schwerer Malaria die bestmögliche Behandlung zukommen zu lassen, sagte Dr. Daniel Cooper.

Selbst geringfügige Nierenschäden können langfristige Auswirkungen haben, so dass alles zur Minimierung der durch Malaria verursachten Nierenschäden für die langfristigen Ergebnisse dieser Patienten von Vorteil sein wird, so Cooper.

In Zusammenarbeit mit internationalen Partnern nahmen an der Studie 396 Menschen mit Knowlesi-Malaria in Sabah, Malaysia, teil.

Kreatinin

  • Insgesamt sank das Kreatinin (tritt bei Niereninsuffizienz in höherer Konzentration auf) in der Paracetamol-Gruppe um durchschnittlich (SD) 14,9 % (18,1) gegenüber 14,6 % (16,0) in der Kontrollgruppe (p=0,81).
  • Bei schwerer Erkrankung sank das Kreatinin in der Paracetamol-Gruppe um 31,0 % (26,5) gegenüber 20,4 % (21,5) in der Kontrollgruppe (p=0,12) und bei Patienten mit Hämolyse um 35,8 % (26,7) bzw. 19 % (16,6) (p=0,07).
  • Bei den Patienten mit akuter Nierenschädigung (AKI) wurde insgesamt kein Unterschied festgestellt; bei den Patienten mit AKI und Hämolyse sank das Kreatinin jedoch um 34,5 % (20,7) in der Paracetamol-Gruppe gegenüber 25,9 % (15,8) in der Kontrollgruppe (p=0,041).
  • Die Modellierung mit gemischten Effekten zeigte einen Nutzen von Paracetamol nach 72 Stunden (p=0,041) und nach einer Woche (p=0,002) bei Patienten mit schwerer Malaria und mit AKI und Hämolyse (p=0,027 bzw. p=0,002).

Koautorin Bridget Barber erklärte, dass bei schwerer Malaria die roten Blutkörperchen platzen können. Dadurch wird Hämoglobin freigesetzt, das eine toxische Wirkung auf die Nieren haben kann. Die Forscher nehmen an, dass Paracetamol vor diesen toxischen Wirkungen schützen kann.

Diese Ergebnisse stimmen mit anderen Studien überein, die an Patienten mit anderen Formen von Malaria durchgeführt wurden, darunter an Erwachsenen in Bangladesch und an Kindern in Afrika. Wichtig sei, dass diese Ergebnisse auch auf einen möglichen Schutz der Nieren durch Paracetamol bei anderen Erkrankungen hindeuten, die ebenfalls mit einer Ruptur der roten Blutkörperchen einhergehen, so Barber.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Clinical Infectious Diseases (2022). DOI: 10.1093/cid/ciac152





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