SGLT-2-Hemmer gegen Gicht

Rückgang von Gichtanfällen: SGLT2-Hemmer bei Typ-2-Diabetes

14.01.2020 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes, denen erstmals ein Natrium-Glukose-Cotransporter-2 (SGLT2)-Hemmer verschrieben wurde, zeigten eine geringere Inzidenz (Auftretenshäufigkeit) von Gicht als Patienten, denen ein Glucagon-ähnlicher Peptid-1 (GLP-1)-Rezeptor-Agonist verschrieben wurde, laut einer in Annals of Internal Medicine veröffentlichten Studie.

SGLT2-Inhibitor versus GLP1-Rezeptor-Agonist

Michael Fralick vom Brigham and Women’s Hospital und der Harvard Medical School in Boston und Kollegen verglichen in einer bevölkerungsweiten Kohortenstudie mit neuen Medikamenten-Anwendern die Gichtrate zwischen Erwachsenen, denen ein SGLT2-Inhibitor verschrieben wurde, und denen, denen ein GLP1-Rezeptor-Agonist verschrieben wurde; die Daten wurden für 295.907 Erwachsene ausgewertet.

Patienten mit Typ-2-Diabetes, denen erstmals ein SGLT2-Hemmer verschrieben wurde, wurden mit Hilfe von Propensity-Score-Matching mit Personen verglichen, die mit einem GLP1-Agonisten erstmals behandelt wurden, erklären die Studienautoren.

Auftretensrate von Gicht

Die Forscher fanden heraus, dass die Auftretensrate von Gicht bei den mit einem SGLT2-Hemmer behandelten Patienten geringer war als bei den Teilnehmern, denen ein GLP1-Agonist verschrieben wurde (4,9 gegenüber 7,8 Ereignisse pro 1.000 Personenjahre) – mit einer Hazard Ratio von 0,64 und einem Häufigkeitsunterschied von -2,9 pro 1.000 Personenjahre.

Zukünftige Studien sind notwendig, um unsere Ergebnisse zu bestätigen, und wenn sie repliziert werden, könnten SGLT2-Inhibitoren eine wirksame Medikamentenklasse zur Prävention von Gicht bei Patienten mit Diabetes oder Stoffwechselstörungen sein, schreiben die Studienautoren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Ann Intern Med. 2020. DOI: 10.7326/M19-2610.



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