SGLT-2-Hemmer / Blocker

SGLT-2-Hemmer (auch SGLT-2-Inhibitoren oder Blocker, oder Gliflozine genannt – Sodium dependent glucose transporter – Natrium-Glukose-Co-Transporter 2) sind Medikamente, die bei Diabetes mellitus Typ 2 zum Einsatz kommen.

Liste der SGLT-2-Inhibitoren

Liste der SGLT-2-Inhibitoren, die sich in der Entwicklung befinden oder zugelassen wurden:

FDA: Drug Safety Communication – Zum seltenen Auftreten einer schweren Infektion des Genitalbereichs

30.08.2018 Die FDA warnt davor, dass Fälle einer seltenen, aber schweren Infektion der Genitalien und des Genitalbereichs bei der Behandlung mit der Medikamenten-Klasse der Typ-2-Diabetes-Medikamente namens Natrium-Glucose-Cotransporter-2 (SGLT2)-Inhibitoren berichtet wurden.

Diese schwere, seltene Infektion wird als nekrotisierende Fasziitis des Perineum (Damm) oder Fournier-Gangrän bezeichnet.

Die FDA verlangt einen neuen Warnhinweis bezüglich dieses Risikos, die den Verschreibungsinformationen aller SGLT2-Inhibitoren und dem Medikationsleitfaden für Patienten hinzugefügt werden muss.
© arznei-news.de – Quellenangabe: FDA

Rote-Hand-Brief zu SGLT2-Inhibitoren (“Sodium-Glucose-Co-Transporter 2 Inhibitors”): Risiko einer Fournier Gangrän (nekrotisierende Fasziitis des Perineums) bei der Anwendung

21.01.2019 Die Zulassungsinhaber von SGLT2-Inhibitoren informieren in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) darüber, dass nach Markteinführung Fälle von Fournier Gangränen (nekrotisierende Fasziitis des Perineums) mit der Anwendung von SGLT2-Inhibitoren in Verbindung gebracht wurden.

Die Fournier Gangrän ist eine seltene, aber schwere und potenziell lebensgefährliche Infektion. Urogenitale Infektionen oder perineale Abszesse können einer nekrotisierenden Fasziitis vorausgehen. Patienten soll geraten werden, sich umgehend in ärztliche Behandlung zu begeben, wenn sie starke Schmerzen, Druckschmerzen, Erytheme oder Schwellungen im Genitalbereich oder im Bereich des Perineums wahrnehmen, und diese mit Fieber oder Unwohlsein einhergehen. Bei Verdacht auf eine Fournier Gangrän sollte der SGLT2-lnhibitor abgesetzt werden und die Behandlung unverzüglich eingeleitet werden (einschließlich der Anwendung von Antibiotika und Wunddebridement).
© arznei-news.de – Quellenangabe: PDF der Zulassungsinhaber beim BfArM

SGLT-2 Hemmer nicht mit einem erhöhten Risiko für Harnwegsinfektionen verbunden

31.07.2019 Die Einleitung der Therapie mit Natrium-Glukose-Cotransporter-2 (SGLT-2)-Hemmern für Typ-2-Diabetes mellitus ist nicht mit einem erhöhten Risiko für Harnwegsinfektionen verbunden, verglichen mit der Einleitung anderer Zweitlinien-Antidiabetika, laut einer in Annals of Internal Medicine veröffentlichten Studie.

Chintan V. Dave vom Brigham and Women’s Hospital in Boston und Kollegen verglichen das Risiko für schwere Infektionen der Harnwege bei Patienten in der klinischen Routinepraxis, die mit der Behandlung von SGLT-2-Inhibitoren begannen, mit Patienten, denen Dipeptidylpeptidase-4 (DPP-4)-Inhibitoren oder Glucagon-like Peptide-1-Rezeptor (GLP-1)-Agonisten erhielten.

Innerhalb von jeweils zwei großen US-amerikanischen Datenbanken für kommerzielle Versicherungsfälle wurden zwei Kohorten erstellt und in einem Verhältnis von 1:1 auf den Propensitätsscore (Neigung oder Verwirklichungstendenz) abgestimmt.

Versus DPP-4-Inhibitoren und GLP-1-Agonisten

Patienten in Kohorte 1 begannen mit der Behandlung mit SGLT-2-Inhibitoren gegenüber DPP-4-Inhibitoren (123.752 Patienten), und Patienten in der Kohorte 2 begannen eine Therapie mit SGLT-2-Hemmern gegenüber GLP-1-Agonisten (111.978 Patienten).

Die Forscher fanden heraus, dass Personen in den SGLT-2-Hemmer-Gruppen 61 schwere Harnwegsinfektionen (Inzidenzrate [IR] pro 1.000 Personenjahre 1,76) im Vergleich zu 57 Ereignissen in der DPP-4-Hemmergruppe (IR 1,77; Hazard Ratio 0,98) in Kohorte 1 hatten.

Mit SGLT-2-Hemmern behandelte Personen in Kohorte 2 wiesen 73 Harnwegserkrankungen im Vergleich zu 87 Ereignissen in der GLP-1-Agonistengruppe (IR 2,15 gegenüber 2,96; Hazard Ratio 0,72) auf.

Die Forscher stellten fest, dass die Ergebnisse bei Sensitivitätsanalysen robust waren.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Ann Intern Med. 2019. DOI: 10.7326/M18-3136



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