Antihistaminika bei malignem Melanom

Können einige Antihistaminika Patienten mit malignem Melanom helfen?

11.05.2020 Eine in Allergy veröffentlichte Studie legt nahe, dass einige Antihistaminika die Überlebenschancen von Patienten mit schwerem Hautkrebs, dem malignen Melanom, verbessern könnten.

Frühere Studien haben gezeigt, dass die gleichen Antihistaminika bei Brustkrebs einen Überlebensnutzen zeigen. Nun sehen wir Ähnliches beim malignen Melanom, wobei aber weitere Untersuchungen erforderlich sind, um die Ergebnisse zu bestätigen, sagt Studienautor Håkan Olsson von der Lund Universität.

In der Studie untersuchten die Forscher den Einsatz von sechs Antihistaminika bei Patienten, bei denen ein malignes Melanom diagnostiziert wurde: Desloratadin, Cetirizin, Loratadin, Clemastin, Ebastin und Fexofenadin.

Sie glichen die Informationen aus drei großen Registern (dem Register der verschriebenen Medikamente, dem Krebsregister und dem Todesursachenregister) für alle Personen in Schweden zwischen 2006 und 2014 ab, die eine Erstdiagnose von Hautkrebs erhielten (insgesamt 24.562 Personen).

Von diesen Patienten waren 1.253 Antihistaminika-Anwender. Die meisten nahmen Desloratadin (395), Cetirizin (324), Loratadin (251) oder Clemastin (192) ein. Die anderen Antihistaminika wurden von wesentlich weniger Personen eingenommen. Die Nachbeobachtung der Patienten wurde am 31. Dezember 2018 durchgeführt.

Desloratadin und Loratadin

Die Forscher beobachteten eine Verbesserung der Überlebenschancen bei den Patienten, die Desloratadin einnahmen und bis zu einem gewissen Grad auch bei Loratadin, insbesondere in der Altersgruppe 65 Jahre und älter, im Vergleich zu denjenigen, die keine Antihistaminika eingenommen hatten.

Die Anwendung der anderen Antihistaminika zeigte keinen signifikanten Überlebenseffekt. Die Einnahme von Desloratadin und Loratadin schien auch das Risiko zu verringern, ein neues malignes Melanom zu bekommen, schreiben die Wissenschaftler.

Das Ergebnis ist interessant für einen zukünftigen Einsatz dieser Medikamente gegen das maligne Melanom und könnte auch in fortgeschrittenen Stadien der Krankheit helfen. Darüber hinaus haben diese Antihistaminika praktisch keine Nebenwirkungen, sagte Olsson.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Allergy – DOI: 10.1111/all.14273.

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