Benzodiazepine: Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte zu Benzodiazepine:

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Erfahrungen zum Absetzen von Benzodiazepinen

Nach meiner Benzodiazepin-Entgiftung

04.02.2018 Kommentar von dicki:
Hallo zusammen,
Ich habe nach meiner Benzodiazepinentgiftung (erst ambulant versucht von den 3 mg Lormetazepam, die ich vom Psychiater verordnet bekam und sieben Monate lang täglich geschluckt hatte) erst auf 24 mg Diazepam, auf 18mg Dia runter und dann stationär dreieinhalb Wochen lang – erst wurde das Diazepam umgestellt auf zunächst 50 mg Oxazepam, dann runter auf 0), oft Angstzustände aus heiterem Himmel ohne jeden erkennbaren äußeren Anlass, kann kaum alleine sein und fühle mich einfach nur komisch.

Mir ist manchmal auch etwas übel (kann aber auch vom Paroxetin kommen, das ich seitdem nehme). In der Klinik haben sie mir gesagt, ich hätte eine Angststörung. Komisch nur, dass ich diese Angstzustände VOR den Benzos nicht hatte.

Die ersten Wochen zu Hause nach der Suchtklinik waren so, als hätte ich einen unsichtbaren Anzug an- alles kam mir gefiltert und unwirklich vor. Inzwischen ist dieser „Anzug“ weg, ich fühle Emotionen wieder deutlicher- gute, aber auch negative. Und ich habe nun immer wieder Angst. Im Auto, im Büro, zu Hause, im Wald, alleine, zusammen mit anderen…Wenn es mir gut geht, geht es mir richtig gut, manchmal für Sekunden, manchmal für Stunden. Am nächsten Tag ist dann wieder alles Sch…mit Zwangsgedanken (muss z.B. immer wieder an die Entgiftungsklinik denken, das hat mich alles echt traumatisiert da – ich bin eben kein „Suchtprofi“), gegen die ich nicht ankomme. Im momenbt ist es so: ein Tag gut (fast euphorisch/manisch), dann am nächsten Tag wieder ängstlich.

Wenn ich nicht solchen Bammel vor einem erneuten Entzug hätte und wüsste, dass ich garantiert keine Toleranz entwickle, bevor ich überhaupt mit dem Abdosieren beginne, würde ich sofort wieder ein Benzodiazepin nehmen. Nur woher nehmen? Ich habe zwar noch Lormetazepam zu Hause, aber das rühre ich nicht mehr an.

Und wenn ich mir andere Benzos wie Diazepam oder Clonazepam o.ä. irgendwo im Internet bestelle und sie nicht regulär vom Arzt verordnet bekomme, hieße das: Meine Frau ist dann weg. Sie sagt, dass sie nicht mit einem Tablettenjunkie zusammen sein will und kann – was ich gut verstehen kann. Denn sie hat die ganze Scheisse miterlebt (immerhin wurde ich ja bereits entzügig vom Lormetazepam, und seit langem gehen wir zwei immer wieder durch die Hölle) und mitgelitten, als ich nach Beginn der Abdosierung wochenlang wegen Depressionen nur noch im Bett geheult habe und mich umbringen wollte. Und es nun wieder heimlich nehmen, das geht dann doch zu weit.

Im Moment nehme ich morgens 40mg Paroxetin (erst vor 10 Tagen habe ich von 25 auf 40mg erhöht) und Mirtazapin (22,5 mg) abends. Seit der Paroxetin-Dosiserhöhung ist die Angst gedämpfter, aber noch vorhanden, allerdings bin ich nicht unruhig ängstlich, sondern eher generell unsicher.

Die NW: keinerlei Lust auf Sex, Harnverhalt und Appetitlosigkeit – letzteres aber erst seit ich 40mg Paroxetin nehme – davor hatte ich abends solchen Heißhunger, dass ich locker 15 kilo zugenommen habe. Obendrein haben sich meine früher immer guten Leberwerte verschlechtert. Mein neuer Psychiater meinte, das sei eigentlich normal.

Kann gegen all das (Ängste, Suchtdruck) Lyrica helfen? Wurde mir empfohlen. Müsste ja ne echte Wunderpille sein, auf der obendrein nicht groß „ACHTUNG; Benzodiazepin!“ steht…oder etwas anders?

Parallel mache ich gerade (wieder mal) eine Psychotherapie (eine tiefenpsychologische und eine KVT). Allerdings weiß ich nicht, wie in meinem derzeitigen Zustand Angstexpositionen aushalten soll. In eine Klinik gehe ich nicht mehr, die dreieinhalb Wochen Entgiftungsklinik haben mir gereicht.

14.03.2018 Kommentar von sumsum:
Hallo
Einen Rat habe ich nicht, aber eine Frage. Deine Dosis war ja nicht sehr hoch und ich bin seit 15 Jahren oder so tavorabhängig ( 2-3 mg) und ich bekomme es von meinem Therapeuten, weil wir damals eine Benzodiazpin-Abhängigkeit einkalkuliert haben. Aber ich würde sie in 1,5 Jahren ausschleichen ( so sagt mein Thera, käme es nicht zu Absetzerscheinungen ) und ich habe sie auch 2 x in je 7 Wochen ausgeschlichen. Nach meiner Erfahrung ist das recht einfach. Und jetzt meine Frage: warum macht man einen kalten Entzug, wenn man das Zeug auch ausschleichen kann ?

30.03.2018 Kommentar von dicki:
weil ich davon unbedingt schnell loswollte. Und mir mein damaliger Arzt nicht geholfen hat und meine Entzugserscheinungen im Dosierungsintervall nicht als solche erkannte und sagte, das käme halt alles von meiner Angststörung. Daraufhin habe ich versucht, kalt zu entziehen, was total schief gegangen ist. Ein anderer Arzt veroprdnete mir daraufhin Diazepam-Tropfen zum langsamen Ausschleichen nach dem Schema von Heather Ashton. Doch auch das hat nicht funktioniert, das Diazepam war wohl für mich geeignet – es machte mich nur lethargisch und depressiv. Das Lormetazepam ist Deinem Tavor nicht unähnlich, aber als Hypnotikum mit kurzer HWZ flutet es sehr schell und heftig an, und nach ein paar Stunden ist man ruckzuck wieder voll im Entzug… und so landete ich schließlich quasi mit Blaulicht in letzter Minute vorm Suizid in der Klinik, wo sie aber auch total schnell runterdosierten – in 10 Tagen auf 0. Und dann hatte ich den Salat.

Wenn es bei Dir irgendwie anders geht, mache es bitte langsam ambulant. In Kliniken haben sie nur eine bestimmte, von der KK bezahlte Zeit zur Verfügung. Ich wurde da mit Truxal und Melperon vollgestopft, das AD wurde obendrein im Rekordtempo umgestellt, und dann entlassen sie einen in totaler Unwissenheit in eine mögliche Entzugshölle; war ne schlimme Erfahrung. Es wird nun gaaaaz langsam besser, aber Leben geht echt anders.

08.04.2018 Erfahrung von sumsum:
Danke für die Erklärung. Also ich war 2 x zur Reha und die meinten ich solle das Tavor ausschleichen und das hab ich auch 2 x in je 7 Wochen gemacht. Ich stand aber nicht dahinter und habe wieder genommen, weil ich es als Krücke abends brauche, auch wenn es nach 15 Jahren nicht mehr wirklich wirkt. Wenn ich mal hochdosieren muss, können es schonmal 6 mg werden, dass sich etwas tut.

Ich werde das Benzodiazepin aber ausschleichen, wenn mein Thera in Rente geht, also vorher – weil ich dann niemanden habe, der mir Rezepte gibt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wenn ich zu einem Thera bin und sage: Guten Tach, ich bin schon seit Ewigkeiten benzoabhängig und brauche künftig Rezepte“ dass ich die dann auch kriege.
Ansonsten nehme ich noch Cipralex und ein Neuroleptikum.

28.07.2019 Erfahrung von Rick:
Hallo, habe mir heute einen neuen Psychiater gesucht. Sehr nett und geduldig und mal nicht so alt. Der will das Mirtazapin absetzen, stattdessen nehme ich nun 3 x 75 mg Lyrica – und danach soll das Paroxetin entweder erhöht werden auf 50mg oder ersetzt gegen Escitalopram. Er sagt: „Wenn es der Angst nur die Spitzen nimmt, dann hilft es Ihnen ja nicht genug“. Schön, dass ein Arzt sowas mal sagt. Mal sehen, wie das so wird…

An alle viel Glück beim Ausschleichen!!! Mögen euch unangehme Beigleiterscheinungen so weit wie möglich erspart bleiben. Ohne Benzodiazepine ist es besser, auch wenn vieles erstmal richtig Sch… ist und ich das bis vor Kurzem selber kaum glauben konnte. ;) Lyrica ist übrigens ein guter Angstkiller im Benzo-Entzug… :)

Benzo-Entzug

07.08.2019 Kommentar von gast:
Sehr geehrte Damen und Herren,
zum o.g. Thema möchte ich ihnen folgendes mitteilen: Mir wurde über einen Zeitraum von 10!! Jahren Benzo’s verordnet, als wären es Bonbons. Als ich immer wieder mal nachfragte, ob es nicht süchtig mache, bekam ich die Antwort: „Sie sind kein Suchttyp“oder auch: „Sie sind unruhig, dann nehmen jetzt eine Tablette und in drei Stunden noch eine! Auf diese Art und Weise zugedröhnt bis zum Anschlag, habe ich 10 Lebensjahre, mehr oder weniger im Liegen auf der Couch verbracht. Das war im Alter zwischen Ende zwanzig und Ende dreißig!! Im besten Alter, also!

Anstatt mir eine Therapie anzubieten, ist es natürlich bequemer den Patient ruhig zu stellen. Diese verlorenen Jahre kann mir niemand zurück geben. Bei einem anderen Arzt, bekam ich dann sofort eine Therapie angeboten, (die auch nötig war) und habe einen ambulanten Benzo’s Entzug irgendwie durchgestanden. Doch dadurch hat sich meine Grunderkrankung weiter und schwerer chronifiziert. Das alles ist schon ein paar Jahre her.

Seitdem ist mein Vertrauen in die Ärzte verloren gegangen. Ich habe das alles damals bei der Ärztekammer angezeigt, doch eine Krähe, hackt der anderen kein Auge aus. Dieser Arzt/Ärztin von damals, hätte aus meiner Sicht in den Knast gehört, das war Lebensraub alles erster Klasse.
Mit freundlichen Grüßen
Moni

Benzodiazepinentzug

01.12.2019 Kommentar von Peter Miami:
Ich habe jahrelang (30 jahre) Temesta genommen bis 8mg /tag. Hatte letztes Jahr einem Entzug.
Ich war auf null. Doch es geht nicht ganz ohne.
Ich bin in einem Teufelskreis ohne benzo geht nicht und wieder mehr nehmen will ich auch nicht.
Ich nehme 1/4 bis 1/2 von 1mg Temesta im Notfall.
Ich habe das Gefühl wie wenn mein Körper das Temesta von früher kennt. Es ist wie eine Bombe stark und nur 4 h etwa.
Ich habe Arzt gefragt wegen umstellen auf Demetrin. Er findet auch ein Benzo wirkt gleich-nein.
Ich finde Demetrin ist zwar schwächer hat aber längere halbwertszeit. Und mein Körper „kennt“ diesen Wirkstoff „nicht“
Kann mir jemand raten was ich machen soll?
Danke

Sucht

27.10.2020 – Kommentar von lolo:
Um Gottes Willen, wenn ich allein sehe wie das abgesetzt wird, wie kann man sowas nur auf dem Markt genehmigen, da steht man ja mit einem Bein schon in der Suchtklinik.
Und wie ich schon entlesen habe ist ein Entzug die Hölle im Gegensatz z.B. bei Alkohol…nein danke.

Libido

23.04.2018 Kommentar von Sam:
Hallo
Welche Benzodiazepin senkt am meisten die Libido und die Empfindlichkeit des Penis und welche machen eher müde?
freundliche Grüße
Sam

Nutzen und Risiken von Benzodiazepinen, Diazepam, Lorazepam etc.

02.06.2018 Kommentar von pharmapaul:
Ich bin Pharmazeut und kritisch den Benzo´s eingestellt.
Sie sind ein Segen der Medizin bei schwierigen Situationen (Panikatacken o.ä.).
Auch bei der Prämedikation vor einem operativen Eingriff/Untersuchung sind sie unabdingbar.
Ich denke man sollte das Thema differenziert betrachten.

Im Akutfall und kurzfristig sind Benzo´s wirklich ein Segen. Als Verordner sollte man natürlich die unterschiedlichen Halbwertszeiten betrachten um das richtige Mittel zu wählen.

Langfristig erzeugen sie natürlich bei unkritischem Gebrauch eine Abhängigkeit.
Von daher ist immer ein kurzzeitiger Gebrauch zu empfehlen (außer z.B. Epilepsie).
VG
pharmapaul

Benzoabhängigkeit

20.12.2019 Kommentar von mary:
Leider wurde mein Sohn Benzodiazepinabhängig – und ich gebe auch mit den Ärzten die Schuld.
Diese nämlich verschreiben meistens (nicht immer) Benzos ohne Nachfrage!

Mein Sohn betrieb regelrechtes „Ärztehopping“ und ließ sich in verschiedenen Praxen verschiedene Benzos verschreiben. Die Ärzte haben keine Ahnung von den vorangegangenen Verschreibungen – eigentlich könnte so viel auf dem Chip der Krankenkassenkarte gespeichert werden! Aber leider tut sich in dieser Hinsicht seit Jahren leider gar nichts!
Meiner Meinung nach sind die Ärzte mit abhängigen Patienten total überfordert – ein (Benzo)-Rezept ausstellen ist die einfachste Lösung! Schade.

Weitere Erfahrungsberichte zu Benzodiazepinen

Petzi sagte am 15.05.2021:
Ich habe 4 Monate Entzug hinter mir, wobei Entzug war ca 6 Wochen und dann kam psychotherapie! Es hat mir dort gut getan auch wieder eine routine dazu bekommen und ich hatte dort Höhen und Tiefen! Das man angststörungen hat während einem Benzo Entzug ist normal nur meine Ärzte haben immer gesagt Finger weg von LYRIKA BITTE LEUTE!
LG AUS WIEN

Uptowngirl1966 sagte am 12.04.2022:
Ich (Frau) konnte mit 44 Jahren von heute auf morgen nicht mehr einschlafen. Nach 3 durchwachten Nächten gab mir HA Zopiclon. Das habe ich (zunächst 7.5 später 1.9mg) 12 Monate vor dem zu Bett gehen eingenommen. Nach fast genau einem Jahr war ich abends total müde und habe Zopiclon weggelassen und nicht mehr gebraucht. Ursache für Schlaflosigkeit blieb unbekannt. Jedenfalls habe ich keinerlei Entzugserscheinungen gemerkt. Bin ich so ein Ausnahmefall? Ich lese immer wieder von Suchtgefahr und kann sagen, dass es zutreffen kann aber nicht muss.

Niggi sagte am 06.05.2022:
Hallo Miteinander!
Ich habe gerade die Erfahrungsberichte gelesen und danke euch allen für den Mut!

Selber habe ich zur Beruhigung Temesta genommen. Öffters Tags über aber vorallem Nachts zusammen mit Quetiapin ( Quetiapin nehme ich in ungefähr gleicher Dosis seit 22 Jahren) Zuerst 1 mg Temesta dann 1.25.
Das Temesta war immer irgendwie ein Rettungsanker zum runterkommen.
Mir ist dann aufgefallen, dass ich immer mehr Angstzustände bekommen habe. Da Benzos süchtig machen, wollte ich es nach ca 2 Jahren absetzten.

Hier kann ich nur langsames ausschleichen Empfehlen. Bitte nicht ausschleichen mit anderen Ersatzmedikamenten! Nur das Benzo gaanz langsam ausschleichen. Der Entzug von Benzo ist bekannt und so kann man die Symptome einordnen, die dem folgen. Das wiederum macht alles gut einschätzbar und man kann besser mit dem Entzug umgehen.

Ich wünsche euch allen Erfolg! Lasst euch nicht ins Joch bringen durch andere Medikamente, die dann auch wieder Nebenwirkungen und Entzugserscheinungen hervorrufen.

Mary J. sagte am 08.05.2022:
Mit Stürzen oder Schlaganfall Gott sei Dank (keine Erfahrung). Als junge Frau mit Dreißig hatte ich ungefähr 1 Jahr Benzodiazepine. Tropfen und Tabletten 10mg, zB. 20 Tropfen 2x täglich. Es ist eben wichtig, egal welche Altersklasse, dass der Gebrauch beschränkt wird oder dass der Patient auch diesen selber beschränkt. Ich nahm sie mit Unterbrechungen 1 Jahr lang und mein Arzt riet mir dann, unter Aufsicht im Krankenhaus einen Entzug zu machen. Entzugssymptome hatte ich keine, aber durch das regelmäßige Essen nahm ich ab und der Wirkstoff wurde aus dem Körperfett wieder in die Blutbahn frei gesetzt, so dass er noch lange nach Einnahme nachweisbar war. Seit damals, 2002, habe ich nie wieder Benzodiazepine genommen. Mir wurde dann 1 Jahr Doxepin 50 mg verschrieben. Wegen Depressionen. Seit damals nehme ich keine Tranquilizer oder Antidepressiva, weil ich nicht eingelullt am Leben teilnehmen will. Und weil Depressionen bei mir situationsbedingt sind.

Sally sagte am 06.02.2023:
Mir wurde vor 6 Monaten von einem Notarzt nach meinem ersten tonisch-klonischen Anfall das Benzodiazepin Clonazepam verschrieben. Ich hatte es etwa 6 Wochen lang eingenommen, bevor ich einen Termin bei einem Neurologen bekommen konnte. Ich war berufstätig, hatte überhaupt keine Probleme damit – es half mir sogar, besser zu schlafen, und ich hatte keine anderen Anfälle. Der Arzt setzte es ab und sagte, es sei nicht das richtige Medikament. Ich probierte 2 Medikamente auf seine Empfehlung hin aus und wechselte den Arzt nach schlechtem Ansprechen seinerseits. Der neue Arzt hat mir 3 andere verschrieben, auf die ich ebenfalls schlecht ansprach – RATEN SIE MAL – jetzt nehme ich das Notfall-Benzodiazepin wieder und fühle mich wieder wie ich selbst und habe überhaupt keine Probleme mehr. Ich wünschte nur, sie hätten gleich auf mich gehört.

Terrorbarbie sagte am 15.02.2023:
Wir Benzo-Junkies haben die gleiche Lebenserwartung, wie jemand, der ein „gesundes“ Leben führt. Alkoholiker, Raucher oder Konsumenten von „harten“ Drogen (oft auch noch gestreckt mit giftigen Stoffen), haben nicht unsere Lebenserwartung. Dabei könnten viele ungesunde Abhängigkeiten damit geheilt werden, oder zumindest reduziert werden. Viele schütten sich mit Alkohol zu, damit sie ihre Probleme für einen Moment vergessen, was meist (wir kennen es alle), die Probleme nicht löst, sondern oft verschlimmert. Mit Benzos kann ganz normal arbeiten, besoffen/verkatert kriegt man seinen Scheiss eher nicht zusammen oder fabriziert noch mehr Scheiss. Wenn man immer die Wahl hätte:

1. „Heute schiesse ich mich für ein paar Stunden ab und trage morgen die Konsequenzen, die Probleme sind dieselben, nur jetzt noch mit Kopfschmerzen etc. und in meinem Zustand nicht lösbar.“

2. „Scheisstag, ich nehme 1 Benzo, schlafe beruhigt ein und morgen kümmere ich mich darum meine Probleme zu lösen, damit weniger „Scheisstage“ überhaupt entstehen.“

Ich habe lange im Internet recherchiert auch auf anderen Suchmaschinen. Es gibt keinen bekannten Fall, dass jemand jemals allein an Benzos gestorben ist. Selbst Whitney Houston brauchte eine Badewanne (Todesursache ertrinken), Xanax und ALKOHOL. Auch die Menge, die es für eine Überdosierung braucht, ist unbekannt. Ich habe mal 30 Temesta (2 Temesta entsprechen 10mg Diazepam – also 150mg Diazepam) morgens genommen, Ich hätte schlafen können, bin jedoch wachgeblieben und nach ein paar Stunden war auch die Müdigkeit weg, den Tag habe ich ganz normal verbracht. Also 150mg Diazepam hatte nur die Wirkung, die sie erfüllen sollten. Ein Neurologe hat mir erklärt, dass Benzos etwas im Gehirn verbinden, besteht diese Verbindung, wird nichts weiter aufgenommen. Also mit Benzos allein kann man sich wohl nicht umbringen. Wahrscheinlich zerstört Alkohol die Verbindung und es werden mehr Benzos „reingelassen“, um die Verbindung wieder herzustellen. Denke mindestens eine Flasche Spiritus (ca. 40% Alkoholgehalt) müsste man überhaupt erst runterkriegen und da muss man schon geübt (Jahre Alkoholiker) sein. Kann mir jemand beweisen, dass jemals jemand an Benzos allein gestorben ist? Was die Auswirkungen einer „Überdosierung“ (falls es sowas überhaupt gibt) sind?

Mein Leben habe ich nach einem Trauma (2 Wochen Entführung mit allem Pipapo) mit den Benzos wieder auf die Reihe bekommen. Was kann mir der Psychologe sagen, was ich nicht weiss? Es sind nur Worte, das Trauma/die Angst/Verhaltensumstellungen da hilft kein bla bla gegen… auch eine regelmässige Konfrontation mit dem Thema, zwingt mich dazu daran zu denken, es präsent zu halten und Angst zu verstärken. Habe immer gesagt, ich will mein Leben weiterleben und von Ihnen wird mir die Opferrolle aufgedrückt, „dass es mir schlecht gehen muss nach sowas…“. Zeit heilt zwar alle Wunden, jedoch wünschte ich mir etwas, dass diese Trauma-Zeit verkürzt. Nach der 1. Einnahme von Temesta, war ich einfach wieder ich. Bin sogar umgezogen. Leider bis heute keinen neuen Arzt gefunden, der mich (obwohl privatversichert) aufnimmt. Also nehme ich den Weg zum alten Arzt auf. Ich habe mal selbst Entzug gemacht: 9 Tage wach. Am 10. Tag 1h Schlaf endlich! Am 12. konnte ich wieder paar Dinge erledigen. Schön, für alle, dann war ich halt „clean“. Habe mich nach 3 Wochen ins Partyleben gestürzt und es ging steil abwärts mit mir. Dann bin ich wieder umgestiegen auf Benzos, was mein Verlangen nach Party und Kater stark reduzierte. Gehe jetzt 1 Mal im Monat aus. Geniesse es. Nehme 1 Temesta vor der Party und trinke nicht viel, tanze und bin so happy, wie nach einem Saufgelage, nur ohne peinlich/aggressiv zu sein. He He. Meine Leberwerte haben sich stark verbessert. auch sonst, hat sich einiges an meinem Blutwerten zum Positiven verändert (habe die Freude und Kraft auch wieder vernünftig zu kochen) und es schmeckt! Ich habe mich zum Positiven verändert dank Benzos. Wen stören wir, weil wir Benzos nehmen? Wir tragen doch mehr zur Gesellschaft bei dann – oder? Vielleicht ist bei uns im Gehirn was krank, dass durch Benzos geheilt wird. Ein alter Arzt hat mir gesagt: „Wenn es hilft, ist es das richtige.“ Genauso sollte man es sehen! Die Beschaffung des Medikaments und die Angst es nicht zu kriegen (kalter Entzug: Macht das nie durch!!!) sind das einzige Problem. Tipp: Anwalt einschalten! Meiner hat ein neues Rezept mit nur einem Anruf durchgesetzt und auch die „Ausschleichung/Runterdosierung“ gestoppt.

Was andere über uns urteilen, ist mir egal. Es zeichnet sich ein positiver Trend bei Ärzten ab:

Viele die uns verteufeln sind nur neidisch. Was will jeder Mensch auf der Welt? Glücklich sein. „Die schmeisst sich einfach ne Pille ein und ist jeden Tag gut gelaunt und fröhlich.“ Neidisch!!! Apropos, trägt das Fernbleiben von Angstzuständen massgeblich zu meiner Heiterkeit zu – diese Erleichterung, Vielleicht bin ich auch darüber so glücklich? Versteht der woke Mensch nicht. Der müsste doch noch fröhlicher sein! „Wenigstens bin ich kein Pillenjunkie!“ Einfach keine Reaktion zeigen auf so eine Dummkopf-Aussage. Wenn es von einem Partner kommt, denke ich nur: „Aber verliebt hast du dich in mich mit den Pillen. Sonst hätten wir uns auch nie getroffen, und die Version, die ich war, will man auch nicht treffen.“

BLN am 23.03.2023:
Ich hatte mein Leben lang immer mal wieder Probleme mit Angstzustände und hab dann situativ Diazepam genommen. Als ich dann operiert werden sollte, bin ich damit überhaupt nicht klargekommen. Das war mein Einstieg in die Abhängigkeit. Zu Beginn war es auch super. Alles war irgendwie einfacher und entspannter. Ein super Gefühl. Nachdem ich das 3,5 Jahre lang gemacht habe, war allerdings nicht mehr alles toll. Um noch einen Effekt zu spüren, musste ich extrem hoch dosieren. Bei therapeutischen Dose war der Effekt gleich null. Ich hatte auch das Gefühl, dass ich emotional total abstumpfe. Anyway, ich hab dann eines Tages einfach beschlossen mit dem Zeug aufzuhören und mich im Internet schlau gemacht. Eine Entzugsklinik oder ähnliches wollte ich nicht aufsuchen. Ich hab jetzt über ein halbes Jahr kontinuierlich in 2,5mg Schritten heruntersosiert. Hab mir für jeden Schritt etwa 2-3 Wochen Zeit gelassen. Nun bin ich seit zwei Wochen bei 0. Nach einer Woche haben meine Muskeln in den Beinen total stark gezuckt, das war super unangenehm aber auch nicht überraschend. Ich hatte das auch immer, wenn ich mit der Dosis heruntergegangen bin. Außerdem war ich zwei bis drei Tage innerlich super unruhig. Hatte manchmal das Gefühl es nicht an einem Ort auszuhalten. Jetzt nach circa zwei Wochen fühle ich mich super. Mal schauen, wie es weitergeht :-) Ich bin optimistisch!

Atu am 08.06.2023:
ich habe seit 30 Jahren Tafil gegen Panikattacken und Ängsten bekommen und es im Niedrigdosisbereich genommen 0,5 bis msnchmal1,0 und es half mir sehr gut, auch gegen die Depression. dann hat mir keiner mehr das Mittel verschrieben und in einer psychosomatischen Klinik wurde Ruck Zuck innerhalb von 5 Wochen auf Null reduziert! Jetzt geht’s mir total beschissen seit 3 Jahren. hab nur noch Angst, trau mich nicht mehr aus dem Haus und meine Depressionen sind so schlimm, dass ich Angst vor Suizid habe.

Armin am 09.08.2023:
Frage an Alle:
Bin 69 und seid 17 Jahren nehme ich Beruhigungs- und Schlafmittel ein. Ursache war Prostatakrebs im Jahre 2005 und ein Rückfall im Jahre 2015. Konnte nicht mehr schlafen, hatte Angst und Depressionen.
Treibe seid 1984 sehr viel Sport aber leider musste ich Benzos (Immovane, Xanax und Sipralexa).

Die Menge wurde immer höher. Kein Arzt sagte mir, dass ich abhängig wurde.

Bin seid Februar 2023 im Entzug bei einem Arzt. Nehme Valium u. Dominal Forte, natürlich nach einem reduzierten langen Programm. Bis dato spüre ich keine Besserung. Nach dem Arzt (Psychiater) soll der Entzug (ambulant) bis Jahresende dauern.

Die körperlichen Symptomen sind schon sehr heftig (Depressionen, Antriebslosigkeit, müde, kein Interesse, Angst, usw).

Frage an Sie: wie lange kann mein Entzug noch dauern und ist die Medikation richtig. Welches Medikament kann mann nehmen um die schlimmen Nebenwirkungen zu lindern ?
Bitte helfen Sie mir ! Vielen Dank im Voraus.

r.h. am 15.08.2023:
Hatte 2000 bis 2003 Tavor Tabs2,5 gegen extreme Angstattacken genommen. Täglich, nebenwirkungsfrei. Damals gab es noch Ärzte, die auch mal ein Risiko zugunsten der Patienten eingingen. Als ich feststellte, dass sich das Zeug möglicherweise nicht mehr brauche, weil sich meine gesundheitliche Situation gebessert hatte, setzte ich das Tavor ab. Einfach so, innerhalb von 3 Wochen, ohne „Entgiftung“, ohne „Entzugsklinik“, Ohne Rebound, ohne alles, eben problemlos. Gegenwärtig habe ich wieder mal so eine Phase, wo ich Tavor brauchen kann. Aber es gibt keinen Arzt, der mir das Mittel verschreibt. Statt dessen höre ich immer nur Geblödel von einer „Sucht“ und ner Psychotherapie, die angeblich wirksamer sein soll. Ich möchte so einen Scharlatan gern mal zu mir einladen, wenn ich wieder mal in einer solchen Attacke stecke und stundenlang um Hilfe schreie. Aber als Patient hat man eben nichts zu sagen und muss alles hinnehmen, was die „Götter“ einem zumuten. Werden mal versuchen, Lorazepam im Ausland zu bekommen. Auf sogenannte „Erfahrungen“, die im Netz kursieren, gebe ich nicht viel. Mir kommt es vor, dass nicht alle „Erfahrenen“ tatsächlich Benzos kennen und bloß ihren Senf dazukleckern wollen. Medikamentenabhängigkeit bestreite ich nicht, kämpfe gerade mit den Auswirkungen von fast 10 Jahren Opipramol. Entzugserscheinungen: RLS (dagegen hilft Tilidin) und wieder Panikattacken (dagegen hilft nichts, weil ich nichts habe). Die Panik „bekämpfe“ ich momentan mit Tilidin, Mirtazapin und Alkohol.

Ben Zo#(GABA) am 26.08.2023:
nehme jetzt seit über 10 Jahren Benzos, mit mal sehr langen Pausen u sehr viel kurze . Hatte mit Flunitrazepam angefangen zusammen mit Tavor, alls es dann außer Kontrolle war versuchte ich mit Diazepam mich abzudosieren was fast ein halbes Jahr gedauert hat,natürlich mit dem vollen Programm, Schlaflosigkeit, schweißausbrüche ,Optiks aber das schlimmste war die Angstzustände. Danach schwor ich mir soetwas nie wieder zu erleben. Hat nicht geklappt, fing wieder mit Dias ,Xanax u Tavor an ,nicht mehr in großen Mengen aber trotzdem täglich, Durc meine Arbeit bin ich so nter Dauerses und wenn ich zuhause war nahm ich dann die Benzos zum entspannen. Als es zuviel wurde zog ich dich Notbremse und ließ mich von einem Arzt mit Diazepam wieder ausschschleichen. Jetzt habe ich seit 7 Monaten 1ne 10er Dia am Tag zur Verfügung und jeder Tag ist ein Kampf, aber entweder so u ich komme mit einer minidosies am Tag aus.Das schlimmste ist das wenn du über mehrere Jahre Benzos in hohen Dosen genommen hast davon weg zu kommen ein unendlicher Kampf ist u das schlimmste daran ist das es nicht nach 3 o 4 Wochen vorbei ist Nein 4=7 Monate eher u die musst du ert einmal schaffen, vorallem wenn du auch noch arbeiten musst.

Das schlimmste an den Benzos, egal für welche ist wenn man sie über Jahre nimmt u auch Missbrauch, wieder davon runterkommen, panikattack/ Verfolgungswahn / Depressionen / starkes schwitzen / Schlaflosigkeit/ Persönlichkeitsveränderung u u u
Und wenn das nicht schon schlimm genug wäre geht das ganze 4= 8Monate, u die Zeit gibt einem den Rest.


Erfahrungsberichte zu Benzodiazepine:

Seite: 12

Welche Erfahrung haben Sie mit diesem Medikament gemacht, oder haben Sie eine Frage dazu?

Hat das Medikament geholfen (Dosierung, Dauer der Anwendung)? Was hat sich verbessert / verschlechtert? Welche Nebenwirkungen haben Sie bemerkt?


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