Brustkrebs: Elacestrant kann Heilungschancen verbessern

Studie untersuchte die Wirksamkeit von Elacestrant bei therapienaiven Patientinnen mit ER+/HER2- Brustkrebs

08.12.2021 Ein experimentelles Hormonpräparat kann das Fortschreiten von Brustkrebs wirksam aufhalten, selbst bei älteren Patientinnen, deren Tumoren so mutiert sind, dass eine solche Therapie weniger wirksam ist, wie neue Studienergebnisse zeigen.

Das Medikament Elacestrant verringerte das Risiko des Fortschreitens von Brustkrebs und des Todes um 30 % bei postmenopausalen Patientinnen, deren Krebs durch das weibliche Hormon Östrogen begünstigt wurde, im Vergleich zu Patientinnen, die neue Behandlungszyklen mit anderen Hormontherapien erhielten, so die auf dem San Antonio Breast Cancer Symposium vorgestellten Ergebnisse.

Elacestrant war sogar noch wirksamer bei Patientinnen mit Krebserkrankungen, die so mutiert waren, dass sie weniger anfällig für eine Hormontherapie waren, und bewirkte eine 45%ige Verringerung des Risikos des Fortschreitens oder des Todes im Vergleich zur Standard-Hormontherapie, fügten die Forscher hinzu.

Wirkweise von Elacestrant

Elacestrant ist der zweite (nach Fulvestrant) selektive Östrogenrezeptor-Degrader (SERD), der für die Behandlung von Brustkrebs entwickelt wurde. Es wirkt, indem es sich an die Östrogenrezeptoren von Brustkrebszellen anheftet und sie an ihrer Arbeit hindert, so dass sie schließlich zugrundegehen.

Menschen mit Brustkrebs, der von Östrogen angetrieben wird, d. h. Östrogenrezeptor (ER)-positiv ist, werden in der Regel mit einer Hormontherapie behandelt, die den Tumoren den Treibstoff entzieht, den sie für ihr Wachstum benötigen. In der Regel entwickelt sich jedoch eine Resistenz gegen diese Behandlungen, manchmal weil die Rezeptorgene mutieren.

Wirksamkeit in Phase-3-Studie

Dr. Aditya Bardia vom Massachusetts General Hospital in Boston und seine Kollegen testeten das Potenzial von Elacestrant als neue Hormontherapie in einer Phase-3-Studie mit 477 postmenopausalen Patientinnen mit fortgeschrittenem ER-positivem Brustkrebs, die zuvor eine oder zwei Zyklen Hormontherapie erhalten hatten.

Die Hälfte der Patientinnen wurde nach dem Zufallsprinzip für die Behandlung mit Elacestrant ausgewählt, während die andere Hälfte eine weitere Runde der Hormontherapie erhielt, die von ihrem Arzt ausgewählt wurde.

Elacestrant blockierte das Fortschreiten des Brustkrebses für 12 Monate bei etwa 22 % der Patientinnen, die das Medikament erhielten, während andere Hormontherapien dies bei etwa 9 % der Patientinnen bewirkten.

Das neue Medikament half vor allem Patientinnen, deren Krebs mutiert war. Bei fast 27 % der mit Elacestrant behandelten Patientinnen mit diesen Mutationen wurde das Fortschreiten des Krebses 12 Monate lang aufgehalten, verglichen mit etwa 8 % der Patientinnen, die eine Standard-Hormontherapie erhielten.

Die häufigste Nebenwirkung von Elacestrant war Übelkeit, von der 25 % der Patienten betroffen waren. Die Studienautoren sagten jedoch, dass niemandem so übel wurde, dass er die klinische Studie abbrechen musste.

Künftige Studien sollen die Wirksamkeit von Elacestrant mit anderen Medikamenten testen. Eine geplante Studie wird Elacestrant in Kombination mit Abemaciclib bei Menschen untersuchen, deren Brustkrebs sich auf ihr Gehirn ausgebreitet hat, so die Forscher.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Bardia A. Elacestrant, an oral selective estrogen receptor degrader (SERD), vs investigator’s choice of endocrine monotherapy for ER+/HER2-advanced/metastatic breast cancer (mBC) following progression on prior endocrine and CDK4/6 inhibitor therapy: Results of EMERALD phase 3 trial. Presented at: 2021 San Antonio Breast Cancer Symposium; December 7-10, 2021; San Antonio, TX. Abstract GS2-02.





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