AIDS- / HIV-Medikamente Erfahrungen, Erfahrungsberichte


Zürich sagte am 27.12.2019:
Lieber Jakob
Mit Interesse habe ich Deinen Bericht (s. hier) gelesen. ich erlaube mir, Dir meine Erfahrungen und Ueberzeugungen mitzuteilen.

Ich bin nun 65 Jahre alt, und nehme die HIV Medikamente seit dem Jahre 2006!!
Deine aktuellen psychischen Bedenken kann ich voll und ganz teilen, resp verstehen. Als ich damals den Bericht, dass ich positiv war erhalten habe, war ich am Boden zerstört. Wenn ich heue daran denke, muss ich schmunzeln, was ich mir da für absolut unnötige Sorgen gemacht habe. Ich habe die Medikamente über alle diese beinahe 14 Jahre genommen…und… keine Probleme.. wirklich alles ganz normal.. und vorallem seit nun bekannt ist, dass wenn die Viruslast, welche bei mir schon nach kurzer Zeit nicht mehr nachweisbar war – man nicht mehr den Virus auf andere uebertragen kann (ist fast 100% sicher) und wenn man nicht neue Viren einfängt, hat sich mein Leben total normalisiert. Es ist ja auch möglich, dass jemand mit der Zeit die Medikamente wechseln muss, aus Gründen von Resistenzen oder wenn man ev unvorsichtig gewesen ist, d.h. wenn man wieder andere Viren einfängt… auch da bin ich aufgrund von Gesprächen mit anderen Menschen, welche diese Probleme hatten, heute SEHR positiv eingestellt.. Man muss der Medizin wirklich einen grossen KRANZ winden.. es gibt viele verschiedene Therapie-Medikamente, die auch erfolgreich den Virus bis unter die Nachweisgrenze eindämmen.
Noch eine Bemerkung: mach Dir doch wirklich keine Sorgen betreffend der Krankenkasse, welche Dir nun die Medikamente bezahlen muss.. Dies ist eine Versicherung, deren Geschäftsmodell dafür ausgerichtet ist, auch Schäden zu bezahlen…oder anders gesagt, es ist eigentlich ein Werk der Solidarität, worin andere Menschen für einander da sind, und falls diese auch ein Problem haben, ebenfalls davon profitieren.. Wie bei Dir, Du bist ja auch für andere Menschen in Deinem Beruf da… also muss es Dir auch nicht leid tun, resp belaste Dich wirklich nicht mit diesen Gedanken.

Abschliessend möchte ich Dich nur sehr ermuntern..Du hast eine Krankheit wie viele der Menschen, welche Du betreust auch mit durch eine andere Krankheit haben! Auch sie benötigen Medikamente welche die Krankenkasse bezahlt, und oftmals können diese Mitmenschen nicht so positive Resultate wie bei den heutigen HIV-Therapien erwarten .. also nicht den Kopf hängen lassen.. ich habe es nun 14 Jahre erlebt..und.. ich habe mir anfänglich wirklich unnötige Sorgen gemacht.
nun wünsche ich Dir alles alles Gute, viel Kraft… wieder viel Lebensfreude und ich finde es supper, dass Du für andere Menschen da bist.
herzlicher Gruss aus Zürich

Anmerkung arznei-news.de: Dieser Beitrag bezieht sich auf folgenden Erfahrungsbericht

Jakob sagte am 19.01.2020:
Hallo nach Zürich!

deine Rückmeldung habe ich erst jetzt gelesen und wollte unbedingt zurückschreiben. Vielen Dank für diene Rückmeldung, sehr beruhigend. “Jeder Anfang ist schwer” und das war auch mit meinem HIV-Status genauso. :) Mittlerweile mache ich weniger Gedanken darüber. Ich nehme schön seit ca. 1 Monat Biktarvy und in wenigen Tagen habe ich Blut-Nachprüfung. In einem Monat wird natürlich VL nicht sehr niedrig sein, aber ich hoffe, dass doch VL angeschlagen ist und ich auf Biktarvy bleiben kann da ich so gut wie keine Nebenwirkungen habe. Nur erste Tage habe ich intensiv geträumt. Jetzt sind Träume auch gar nicht mehr intensiv und vor allem, die Träume waren nie wie Alpträume, also kann man damit gut leben.

Dieses Mal werde ich den Arzt bieten, dass er meine Blutergebnisse ausdrückt, damit ich den Progress besser verfolgen kann. Nachdem ich meine Ergebnisse bekommen habe, werde ich auf Hauptseite “Biktarvy Erfahrungen” noch einen Bericht schreiben, wo ich ausführlich die Lage beschreiben werde.

Vielen lieben Dank nochmal und wünsche dir kräftige Gesundheit und langes Leben ♥️

Liebe Grüße aus Deutschland

Salzburger sagte am 02.11.2020:

Hi Jakob !
Ich habe Gelsen was du geschrieben hast alles ! Ich bin vor 1 Jahr HIV positiv getestet worden leider ! Mich hat es auch aus allen Socken gehauen muss ich sagen Aber muss auch sagen das ich nie verhütet habe in meinem Leben und dachte mich wird es nicht Treffen ! Ein sehr schwerer Fehler das zu glauben !!! Mit 45 Aber ich nehme seit Oktober 19 bictary ! Meine weite sind innerhalb 3 Monaten unter die Grenze gefallen zum Glück! Am Anfang keine Probleme aber jetzt nach 1 Jahr muss ich sagen ohne Nebenwirkungen bleibt es leider nicht 5 Kilo mehr ist das kleinste Problem muss ich sagen! Aber antriebslos privat ! Und sehr viele Gedanken über das Leben Aber sonst muss ich sagen ist das Medikament für mich sehr gut Ich hoffe das es sich bei dir auch eingependelt hat !!! Und einfach positiv und nach vorne schauen Man lebt nur 1 mal sagt man Lg aus Salzburg!

Jakob sagte am 27.08.2021:
Kleine Rückmeldung nach über einem Jahr: mir geht es soweit sehr gut, als ob ich die Krankheit gar nicht hätte. Also mir geht es wie vor der Krankheit. Keine Nebenwirkungen. Keine Gewichtszunahme oder Haarausfall wie manche es beschreiben. Keine Errektionsstorungen oder Verlust von Libido. (Bisschen Verlust wäre nicht schlecht da ich genauso rattig bin wie immer davor, was manchmal im Leben / Beruf stört). Also mit Biktavry bin ich extrem zufrieden. Natürlich kann bei manchen Körper bestimmte Medikament Nebenwirkungen auflösen aber kein Problem da es mehrere Möglichkeiten/Medikamente gibt wo man vom Arzt umgestellt werden kann. Allen ein gesundes und langes Leben wünsche ich. <3

Elenti sagte am 22.06.2022:
Hi, ich nehme Biktarvy jetzt mittlerweile seit über 3 Jahren. Nachdem ich von Odefsey Entzündungen bekam und auch meine Hand fast verlor (Knochennekrosen) wechselte ich den Arzt, da auch mein Arzt meinte, es kann nicht von den Tabletten kommen. Nach kurzer Einnahme von Biktarvy verspürte ich sofort Besserung. Mein zweites Handgelenk konnte ich bis heute erhalten. Die Schmerzen gingen weg und die andere Hand war auch mit OP wieder beweglich. Doch über die Zeit kommt es wirklich unter Biktarvy zu weiteren unschönen Nebenwirkungen. Die Depressionen mit Antriebslosigkeit ist nicht ohne, weitere Gelenkschmerzen, Bewegungseinschränkungen in Beinen und Füßen folgten, konnte auch irgendwann kaum noch laufen. Die Muskelversteifung ist so stark, ständig Krämpfe…arbeitsfähig ist damit keiner. Das Unschöne an der Tatsache, dass die Medikamente diese Nebenwirkungen nun mal haben. Ich sag immer: entweder Kopf oder Knochen. mit einem musst du dich arrangieren. Dein Arzt wird die in den seltensten Fällen helfen. Sein Interesse ist in der Regel gleich null. Ich wechsele immer wieder den Arzt. Einen richtig guten, kenne ich bis heute nicht. Alle lügen , verharmlosen, dass sich die Balken biegen. So kann ich kaum Vertrauen aufbauen. Leider ist es die Realität in der Versorgung von uns Patienten. Wir sollen zufrieden sein, dass wir leben sonst nichts. Der Rest Lebenserwartung, Lebensqualität eine Riesen-Pharmalüge und hilft dabei den fleißigen HIV-Ärzten. Ihre Studien, ihr eigenes Interesse, hat wenig mit Patientenzufriedenheit zu tun. Ich will euch dazu ermuntern wechselt die Therapie, denn oft merkt ihr sofort wenn der Zirkus zu ende ist und es euch besser geht. Der Arzt wird euch das selten raten. Ich bin momentan an dem Punkt die Tabletten 4 Tage nur einzunehmen und zu schauen, wie die Wirkung ist. Es gibt Studien, leider werden die immer gelöscht im Netz, so dass keiner mehr darauf Zugriff hat. Der Überhänger der Tabletten ist so lang, dass man davon ausgehen kann, dass auch bei 3 Tagen Therapiepause nichts passiert. Der Rest ist Interesse der Pharmaindustrie, dass sie schön ihre großen Packungen verkaufen und für den Arzt ist es effizienter uns quartalsweise einzubestellen. Die HIV-Therapie hat in erster Linie wirtschaftlichen Interessen zu folgen. Es wäre interessant, wenn mehr Ärzte im Sinne der Patienten entscheiden würden. Spielräume, Möglichkeiten gibt es einige, doch angewendet werden sie nicht. Deshalb versuch ich mein eigener Arzt zu sein. Der Rest ist schon fast Diskriminierung und Körperverletzung.

Wichtig hört auf euch,
setzt die Therapie ruhig mal für 2 Tage ab schaut wie es euch geht
lasst euch nicht auf Tablettenwechsel ein. Ihr entscheidet.
Wechselt regelmässig die Therapie, habt keine angst.
Versucht euch mit verringerter Einnahme 4 Tage nehmen 3 Tage nicht. 1 Tag 1 Tag nicht. Probiert was euch am besten tut.

Ich habe seit dem Absterben meiner Handknochen 20 mal die Therapie gewechselt und Blutwerte sind immer stabil. Es hat bei guter Einstellung keine Auswirkungen. Ihr müsst selber testen, helfen wird euch keiner.
Das ist leider auch das Fazit nach 20 Jahren mit der Krankheit. Ich habe selber lange an die Märchen geglaubt, aber die Lügen, das Desinteresse, die Hilflosigkeit, das Allein gelassen werden, das nicht ärztlich behandelt zu werden, ist das schlimmste von HIV.
Brecht die Macht der HIV-Behandler …HIV ist zu einer chronischen Krankheit geworden…Hausärzte kennen sich damit genau so aus. Es gibt keinen Grund für die schlechte medizinische Betreuung und auch nicht für die quartalsweise Terminvergabe. Das ist menschenverachtend. p.s. wem es gut geht hat glück…aber viel zu viele leiden unter diesem System.

Marco sagte am 02.07.2022:
Hallo, Positiver HIV Test am 23.06.2022 durch Selbsttest nach 3 Monaten Arztbesuche wegen diverser Beschwerden, vielen negativen Corona Tests und 2 maliger Krankenhausaufnahme wegen Atemnot.
Wenige Tage nach dem HIV Test hatte ich meinen ersten Besuch Schwerpunktarzt. Dieser stellte eine akute Lungenentzündung mit Sauerstoffsättigung von 70% fest. Es folgte direkte Notaufnahme in der Klinik. Dort wurde eine CMV & PCP Pneumonie diagnostiziert. Viruslast bei 780.000 Kopien und CD4-Helferzellen bei 53.
Behandlung mit hochdosiertem Cotrimoxazol (Antibiotikum), Presnisolon (Kortison), Valganciclovir und Biktarvy. Nach 3 Tagen bereits Sauerstoffsättigung bei 95 %. Entlassung Krankenhaus nach 10 Tage. Viruslast ein Monat nach Beginn Einnahme Biktarvy bei 2.300 und Helferzellen 150. Nebenwirkungen Albträume, Schlaflosigkeit, extremer Heisshunger (6 kg zugenommen), Haarausfall und Durchfall. Bin froh noch am Leben zu sein


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