Morbus Crohn und Colitis ulcerosa: Olamkicept zeigt in zwei Studien vielversprechende Wirkungen

Positive Studiendaten für Olamkicept bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

28.05.2021 CONARIS gab heute bekannt, dass sein Fusionsprotein Olamkicept nun in zwei unabhängigen Studien vielversprechende Wirkungen gezeigt hat.

Kürzlich hatten Mitglieder des Exzellenzclusters „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ in Zusammenarbeit mit CONARIS den Wirkmechanismus von Olamkicept im Menschen nachgewiesen und erste Wirksamkeitsdaten von 16 Patienten mit den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa veröffentlicht [1].

Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa verursachen verschiedene Fehlregulationen des Immunsystems immer wiederkehrende Krankheitsschübe mit Durchfällen, Bauchschmerzen und erheblichen psychischen Belastungen. In Deutschland leiden über 300.000 Menschen an diesen Krankheiten. Die wenigen zugelassenen Medikamente helfen jeweils nur einem Teil der Patienten und verlieren oft im Laufe der Zeit ihre Wirkung. Daher werden neue Therapieoptionen dringend benötigt. Das Fusionsprotein Olamkicept hemmt als einziger Wirkstoff selektiv den bei chronischen Entzündungen wichtigen Trans-Signalweg des zentralen Immunbotenstoffs Interleukin-6, lässt aber andere wichtige Funktionen von Interleukin-6 – z.B. in der Infektionsabwehr oder im Stoffwechsel – intakt. Durch sein einzigartiges Wirkprinzip soll Olamkicept weniger Nebenwirkungen haben als konventionelle Wirkstoffe gegen Interleukin-6 oder andere Komponenten des Immunsystems.

Olamkicept wurde von CONARIS an den Schweizer Pharmakonzern Ferring Pharmaceuticals auslizensiert, der die Entwicklung von Olamkicept in den letzten Jahren über seinen chinesischen Sublizenznehmer I-Mab Biopharma in Asien vorangetrieben hat. Auf der weltweit führenden gastroenterologischen Fachtagung Digestive Disease Week (22. – 25.05.2021) wurden nun die Ergebnisse einer Studie der klinischen Phase II mit Patienten mit mittelschwerer oder schwerer Colitis ulcerosa präsentiert [2].

In dieser Studie bekamen insgesamt 91 Patienten 12 Wochen lang entweder ein Placebo oder 300 mg bzw. 600 mg Olamkicept pro Tag. Die Studie war doppelt-verblindet, d.h. weder Patienten noch medinisches Personal kannten die Gruppenzugehörigkeit. In der Gruppe mit 600 mg Olamkicept zeigte sich signifikant häufiger eine klinische Verbesserung, bei rund 21 % der Patienten verschwanden die Symptome sogar vollständig (verglichen mit 0 % in der Placebo-Gruppe). Bei fast 35 % der Patienten wurde eine Heilung der Darmschleimhaut beobachtet (gegenüber 3 % mit Placebo). Dabei wurde Olamkicept, wie erwartet, von den Patienten wesentlich besser vertragen als konventionelle Hemmstoffe gegen Interleukin-6.

Nach diesen ermutigenden Daten soll die Entwicklungspartnerschaft ausgeweitet und Olamkicept in der klinischen Phase III weiterentwickelt werden.

Referenzen:

[1] https://doi.org/10.1053/j.gastro.2021.02.062

[2] https://ddw.org/: DDW 2021 Late-Breaking Clinical Abstracts, Presentation Number 775b: B. Chen et al.: Olamkicept, an IL-6 trans-signaling inhibitor, is effective for induction of response and remission in a randomized, placebo-controlled trial in moderate to severe ulcerative colitis.
Quelle: Pressemitteilung von CONARIS





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