Naltrexon – Mögliche Nebenwirkungen

Liste der häufigeren Nebenwirkungen

Naltrexon kann bei allen Patienten, die nicht vollständig Opioid-frei sind, Entzugssymptome auslösen oder verschlimmern. Bei der empfohlenen Dosierung können folgende Nebenwirkungen auftreten:

Sehr häufige Nebenwirkungen: können mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Schlafstörungen,
  • Angstzustände,
  • Nervosität,
  • Kopfschmerzen,
  • Unruhe,
  • Bauchschmerzen,
  • Übelkeit und/oder Erbrechen,
  • Gelenk- und Muskelschmerzen,
  • Asthenie (Schwäche, Kraftlosigkeit)

Häufige Nebenwirkungen: können bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • verminderter Appetit,
  • Affektstörungen,
  • Reizbarkeit,
  • Schwindel,
  • gesteigerter Tränenfluss,
  • Herzrhythmusstörungen (Tachykardie),
  • Herzklopfen,
  • Änderungen im Elektrokardiogramm (EKG),
  • Schmerzen im Brustraum,
  • Durchfall,
  • Verstopfung,
  • Hautausschlag (Exanthem),
  • verzögerte Ejakulation,
  • Erektionsstörung,
  • Durst,
  • gesteigerte Energie,
  • Schüttelfrost,
  • Schweißausbrüche.

Ängste vor dem potenziell lebensrettenden Medikament unbegründet

15.01.2019 Die Befürchtungen zum Einsatz von Naltrexon bzw. dessen Nebenwirkungen sind unbegründet laut der ersten systematischen und im Fachblatt BMC Medicine veröffentlichten Überprüfung, die von Wissenschaftlern der Universität Manchester durchgeführt wurde.

Keine Hinweise auf schwerwiegende Nebenwirkungen

Obwohl die Studie keine Hinweise auf schwerwiegende Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Naltrexon fand, halten sich viele Ärzte zurück, das Medikament zu verschreiben, wobei sie oft die Lebertoxizität als Grund anführen, schreiben die Studienautoren.

Die Überprüfung von 89 placebokontrollierten randomisierten klinischen Studien mit Naltrexon basiert auf 11.194 Teilnehmern.

Nicht ausreichend genutzt

Studienautorin Dr. Monica Bolton sagt: Obwohl Naltrexon für die Behandlung von Alkoholabhängigkeit zugelassen ist, wird es nach wie vor nicht ausreichend genutzt.

Und das hat verheerende Folgen für die Betroffenen, Gesundheits- und Sozialdienste, schreibt sie.

Soweit die Forscher wissen, gibt es nur eine Kontraindikation: schmerzstillende Opiate, wie z.B. Codein. Diese sollten nicht mit Naltrexon eingenommen werden, da es durch die Hemmung von Opiaten im Gehirn wirkt.

Bis zu 58% der alkoholabhängigen Menschen in England wollen ihren Alkoholkonsum reduzieren, und dieses Medikament könnte ihnen zum Erfolg verhelfen, schreiben die Wissenschaftler. Es ist kostengünstig und könnte die Zahl der Todesfälle reduzieren.

Es ist auch ein kulturelles Problem: Es gibt eine Zurückhaltung, ein Medikament zur Bekämpfung der Sucht einer anderen Substanz zu verschreiben.

Vergleich der Nebenwirkungen mit Placebo

Die Überprüfung zeige auch, dass Ängste vor Nebenwirkungen unbegründet sind.

Es gab keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko schwerer Nebenwirkungen für Naltrexon im Vergleich zu Placebo (Risikoverhältnis 0,84, 95% Konfidenzintervall 0,66-1,06).

Die Sekundäranalyse ergab nur sechs geringfügig signifikante Nebenwirkungen für Naltrexon im Vergleich zu Placebo, die von leichter Schwere waren.

Naltrexon wird für eine Reihe anderer Erkrankungen wie andere Abhängigkeiten, Glücksspiel und andere Störungen der Impulskontrolle untersucht.
© arznei-news.de – Quellenangabe: BMC Medicine – https://doi.org/10.1186/s12916-018-1242-0

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