Psychopharmaka absetzen: Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zum Absetzen von Psychopharmaka; weitere Erfahrungen zum Absetzen von Antidepressiva sind hier zu finden; weitere (generelle) Erfahrungsberichte sind unter Erfahrungen mit Psychopharmaka zu finden.


Anonymous sagte am 27.09.2020:
Wegen Symtome einer Körperbildstörung ist mein Mann in die Psychiatrie. Nach einnahme von Quetiapin und Valporat hab ich nach ein paar Tagen ein Verhalten bemerkt das ich von meinen Mann nicht kannte. Er hatte kurzeitig eine Marnie. Die Ärzte haben seine Symtome einer Bipolare Störung zugeschrieben und wurde mit immer mehr Quetiapin zugestopft bis auf 1750 mg. Obwohl die Höchsdosis auf 800 mg ist. Obwohl mein Mann keine Depression oder Stimmungsschwankungen hatte wollte man von der Bipolare Störung nicht abweichen.
Ich hab seine Veränderung den Medikamente zugeschrieben und hab befürwordet das er es absetzt. Wir wurden auch nicht aufgeklärt was passieren kann wenn man die Medikamente einfach absetzt.
Nach dem mein Mann aus der Klinik geworfen ist weil er die Nacht nicht da war musste ich meinen Mann in die Türkei schicken. Sein Verhalten war sehr schlimm. Die Ärzte haben nicht erkannt das mein Mann einen Wahn hatte einen Eifersuchtswahn.
In der Türkei hatte er keine Medikamente genommen und da war er richtig in einer Marnie und hatte alle dazugehörige Symtome.

Annemarie sagte am 27.09.2020:
Sehr geehrte Damen und Herren,

danke für Ihren Artikel, dessen Inhalt schon längst überfällig war. Obwohl
Forschungen bezüglich Entzugsprobleme bei Psychopharmaka bereits publik
gemacht worden sind, ist die Lehrmeinung nach wie vor so, dass AD und NL
jederzeit mehr oder weniger problemlos abgesetzt werden können. Falls man
das nicht kann, dann braucht man die Mittelchen halt weiterhin, so die
lapidare Antwort aller Psychiater.

Ich habe jahrelang Sulpirid (NL) genommen, bzw. konnte es schon nach kurzem
Gebrauch nicht mehr absetzen und es ging mir bei jedem Absetzversuch so
schlecht, wie es mir noch nie in meinem Leben gegangen ist. 2012 habe ich
mein berufsbegleitendes Studium neben Arbeit und Kleinkind beendet und fiel
dann ich ein „Loch“, ich fühlte mich ausgelaugt und schwach, total
erschöpft. Nach einem Besuch beim Hausarzt, der ein Burnout vermutete, bekam
ich Sulpirid 200 mg. Bis dahin hatte ich nie psychische Probleme, ich war
zum damaligen Zeitpunkt 41 Jahre alt. Ich entschied mich nach langem Zögern
100 mg zu mir zu nehmen und schon am nächsten Tag ging es mir wieder
blendend. Mein Hausarzt empfahl mir das Medikament einige Monate zu nehmen
und dann auszuschleichen, und das tat ich. Bald reduzierte ich auf 50 mg,
dann auf 25 mg und schließlich auf ca. 12 mg. 8 Monate später setzte ich ab
und fiel dann in ein noch viel größeres „Loch“, ich wurde depressiv, war nur
mehr am Weinen, hatte auch körperliche Beschwerden etc., die, die
ursprünglichen Beschwerden weit in den Schatten stellten. Nach 5 Tagen nahm
ich wieder 50 mg der Dosis zu mir und 2 Stunden später waren allen
depressiven Symptome vorbei. Ich brauchte allerdings zwei bis drei Wochen,
ähnlich wie nach einer starken Grippe, wieder zu Kräften zu kommen. Schon
damals, im Jahr 2013 sprach ich von ENTZUG. Leider wollte mir niemand der
Ärzteschaft glauben. So habe ich in Eigenregie immer wieder probiert das
Mittel zu reduzieren und abzusetzen, doch mit jedem Versuch wurden die
Probleme schlimmer, ich fühlte mich oft so schwach, dass ich glaubte, ich
müsste sterben, gleichzeitig kamen immer neue Symptome dazu, wie zum
Beispiel eine fürchterliche Migräne. Zeitweise konnte ich nicht einmal einen
Krümel der Tablette entfernen, sofort begannen wieder die Absetzsymptome.
Mein ganzes Leben war dominiert vom Gedanken an ein Absetzen. Ich vermutete
immer schon, dass da eine Abhängigkeit bestand, leider wollte das mir
niemand glauben, dabei bin ich kein depressiv veranlagter Mensch. Am meisten
enttäuschten mich die Psychiater, laut ihnen war ich endogen depressiv
(diese Bezeichnung gibt es heute gar nicht mehr), da meine äußeren Umstände
in Ordnung waren. Ich fand im Netz Selbsthilfegruppen und erprobte die
10Prozent-Methode, doch auch damit schaffte ich es nie unter die 12mg zu
gehen; die Absetzsymptome waren dort am stärksten, weil, wie ich heute
verstand, dort die meisten Rezeptoren belegt sind. Im November 2018 war ich
wieder einmal bis 12 mg angelangt, nachdem ich monatelang mit der
Wasserlösmethode reduziert hatte, doch auf einmal kamen wieder
Herzbeschwerden, hoher Puls, Schlaflosigkeit, schreckliche innere Unruhe und
Panikattacken dazu. Man attestierte mir dieses Mal eine Angststörung, obwohl
mich noch nie Ängste plagten. Ich wollte nicht mehr erhöhen und versuchte
auszuhalten, hab es dann aber nicht mehr ausgehalten und nahm dann
irgendwann wieder 50 mg. Doch zu meinem Glück wirkte das NL anscheinend
nicht mehr, die Symptome blieben. Meine neue Hausärztin meinte dann im Juni
2019 ich solle doch komplett absetzen, schlimmer könne es nicht werden. Das
tat ich dann auch. Es wurde nicht schlimmer, aber eben auch nicht besser.
Ein neuer Psychiater empfahl mir dann Lyrica 50mg. Lyrica schaffte es nicht
meine Schlafstörungen zu beheben oder meine Unruhe in Schach zu halten, aber
die Panikattacken blieben aus. Ich nahm dann noch von Zeit zu Zeit, wenn ich
wieder mehrere Nächte nicht schlafen konnte, ein paar Tropfen Xanax, und
einen Betablocker, der mein Herz in Schach hielt. Benzos werden oft
verteufelt, doch wenn man weiß, wie man sie gebrauchen muss, sind sie viel
besser als AD und NL zusammen und sie wirken sofort. Ich nahm 2 Monate
Urlaub, machte einen Kuraufenthalt, lernte Entspannungstechniken kennen und
begann wieder Sport zu treiben. Das NL hat mich total unsportlich gemacht,
ich hab an Gewicht zugelegt und war schon deshalb unglücklich. Jetzt nähere
ich mich meinem alten Gewicht, meine Blutwerte sind wieder top, ich fühle
ich aktiv und lebe wieder mit Höhen und Tiefen. Ich hab sogar begonnen zu
klettern. Die Absetzhilfen Lyrica und Betablocker konnte ich bereits im
Jänner 2020 erfolgreich absetzen, mehr oder weniger ohne Probleme. Heute, 15
Monate später habe ich noch zeitweise eine leichte innere Unruhe, ich bin
gefühlsbetonter, doch ich möchte nie mehr so etwas mitmachen müssen. Wenn
Ärzte nur ahnen könnten, was sie den Menschen antun, wenn sie solche Mittel
verschreiben. Eigentlich müsste bereits das Wissen hellhörig machen, dass
die Zahl der Selbstmorde unter AD genauso hoch ist, wie ohne. Diese
Medikamente sind kein Segen, sie sind ein Fluch für jene, die nicht mehr
absetzen können. Zugleich verhindern sie Forschungen zum Thema, da sie
natürlich einen Riesengewinn für die Pharmafirmen bedeuten. Für mich ist
das kein Absetzsyndrom (das klingt zu harmlos), es war ENTZUG!!!

Vielen Dank für Ihre Recherchen. Annemarie

IHM20 sagte am 29.09.2020:
Nach einem kaltentzug von Fluoxetin, hatte ich so heftige Stromschläge im Kopf, dass ich das Medikament wieder einnehmen musste und trotzdem 2 Wochen Verharrungslos im Bett lag, nur so war es zu ertragen, ich wusste nicht was mit mir los ist und dachte ich sterbe !!! Ich konnte nicht mehr stehen, selbst Der Gang zur Toilette war mir nicht möglich. 5 Jahre später schleiche ich es über ein halbes Jahr erfolgreich aus.

Viele Jahre später nehme ich Amitryptilin und erlebe eine schwere Unverträglichkeitsreaktion, ich weiß nicht was mit mir los ist und lande in der Psychiatrie ! Nie hatte ich mit derartigen Angstzuständen, Panikattacken und irrealen Zuständen zu tun, die einen drogenindizierten Bad Trip gleichen, auch Stromschläge erfahre ich erneut. Kein Arzt kennt sich damit aus ! Ich habe das Ami lediglich wegen schmerzen genommen ! Noch heute 4 Monate später, geht es mir schlecht, mein ZNS scheint derart aus dem Gleichgewicht geraten zu sein ! Ich erkenne mich nicht wieder !
Fühle mich noch immer oft wie auf Drogen, mein Körper ist schlapp, ich habe nach wie vor Brain Zaps und Grippesymptome seit dieser Zeit ! Das sind nur ein paar wenige Symptome !!

Anonymous sagte am 29.09.2020:
Nach Absetzen von Escitalopram nach Vorgabe meines Psychiaters (über mehrere Wochen immer Reduktion um 50%) hatte ich viele Wochen massive Absetzsymptome (Schwindel, Brain Zaps, Muskelzittern und -zuckungen, Koordinationsstörungen, Sehstörungen, Pseudohalluzinationen, Wortfindungsstörungen, Muskel- und Nervenschmerzen, Verdauungsprobleme etc.).
Mehrere Monate nach Abklingen der akuten Symptomatik traten auf einmal neue Symptome wie Panikattacken, Schwindel und auch bereits bekannte (Zittern, Koordinations- und Wortfindungsstörungen, Schmerzen) wieder auf. Leider wurde der Zusammenhang mit dem zu raschen Absetzen Monate zuvor von ärztlicher Seite nicht hergestellt und eine neuerliche depressive Episode diagnostiziert (allerdings mit vollkommen neuer Symptomatik).
Die Muskel- und Nervenschmerzen halten nach 4 Jahren nach wie vor an.

Dandelion sagte am 30.09.2020:
Hallo, nach abruptem Absetzen von Fluoxetin auf anraten des Psychiaters (O-Ton: muss man nicht auscchleichen) hatte ich schwere und langanhaltende Entzugserscheinungen, Symptome die vorher nie da waren. Zudem wurde das Medikament völlig unnötig über mehr als 10 Jahre verordnet.

Sophie sagte am 01.10.2020:
In meiner Jugend wurde mir nach 10min Arztgespräch ein Antidepressivum verordnet (im Nachhinein gesehen unnötigerweise), ohne zuerst eine Therapie anzudenken, Blutwerte, Hormone oder Herz zu überprüfen. Paroxetin, ein SSRI. In den folgenden 10 Jahren versuchte ich mehrmals verzweifelt, wieder davon loszukommen. Laut meinem Arzt sollte ich innerhalb von 4 Wochen absetzen. Das ging jedes Mal schrecklich nach hinten los.
Erst dachte ich bzw. wurde es mir auch so gesagt, dass meine Psyche so krank wäre, dass ich ohne SSRI nicht mehr leben könnte. Da es aber völlig andere Symptome waren als vor den SSRI, zudem auch deutlich intensivere, zahlreichere, und auffällig viele körperlicher Art, zudem auch jedes einzelne Mal auf 0 mg direkt dieselben, ging mir von selber auf, dass das Entzug sein muss und mein Körper eine Abhängigkeit wegen des täglichen Zuführens einer psychoaktiven Substanz entwickelt haben muss.
Leider informierte ich mich lange nicht online; von den Ärzten kam nur: Nehmen Sie es lebenslang.
Als ich es dann über ein paar Monate hinweg versuchshalber ausschlich und, wenn auch mit einigen Wochen Verzögerung, wieder dieselben Symptome bekam, informierte ich mich und entdeckte, dass SSRI-Entzug sehr bekannt ist unter Patienten, wenn auch geleugnet von den meisten Ärzten. Ich erfuhr, dass Zehntausende andere Betroffene dieselben Symptome erlebten wie ich.

Mein Entzug dauert nun schon einige Jahre (ich bin und bleibe völlig medikamentenfrei) und bessert sich seeehr langsam, aber doch. Sehr lange war ich – und bin es auch jetzt noch oft – bettlägrig, zumindest aber an die Wohnung gebunden. Ich habe definitiv kaum mehr Lebensqualität (und auch vorher, mit den SSRI, war die Lebensqualität äußerst schlecht, allein schon durch die starken Nebenwirkungen wie ständige Tagesmüdigkeit und starke Gewichtszunahme), ich lebe wie eine eingeschränkte, nicht gesunde 90jährige.

Die Symptome sind der größte Horror und die größte Folter, die man sich vorstellen kann – und ich habe schon einiges im Leben erlebt. Nichts im Körper und Gehirn funktioniert mehr und das über JAHRE. Die SSRI hinterlassen riesige Schäden. Ich habe an die 100 Symptome insgesamt. Alle sind auch auf den Entzugslisten von Psychopharmaka vermerkt (z.B. von Prof. Ashton).

Natürlich nimmt einen dieser Höllenritt auch mental mit.
Der einzige Trost ist, dass wir Betroffenen uns gegenseitig helfen und die Symptome “normalisieren”, indem wir uns abgleichen. Wir sind selbst oft verblüfft über die Ähnlichkeiten und Parallelen. Wir alle hoffen und stützen uns auf die Aussagen von “Veteranen”, dass unser Körper irgendwann all diese Schäden repariert hat. Auch wenn es dauert und wir viele Jahre unseres Lebens verlieren.

Was hier passiert, ist ein ganz großer Skandal, und ich kann die Qualen des Entzuges in keiner Weise jemandem schildern, der das nicht auch erlebt hat. Es ist mit nichts vergleichbar. Ich fasse es noch immer nicht, dass solche Medikamente weiterhin täglich millionenfach und ohne Hintergrundinfos verschrieben werden. Ich habe den Glauben an die Welt, besonders aber an die Medizin, wegen dieser Erfahrung komplett verloren.

Irmsche sagte am 01.10.2020:
Vor ziemlich genau 3 Jahren habe ich mein Medikament relativ kalt abgesetzt. Citalopram 10 mg in viel zu großen Schritten. Nach 3 Monaten auf 0 kam der Zusammenbruch mit teilweise 30 Symptomen gleichzeitig (Schwindel, kribbeln, Übelkeit, Durchfall, Atemnot, Halsschmerzen und und und). Mein Neurologe hat mich ausgelacht, als ich meinte, das wäre Entzug, meine Hausärztin meinte, ich hätte eine schwere Depression (ich bin alles andere als depressiv). Seit 3 Jahren wechseln sich nun Phasen ab, in denen Symptome stark und mal weniger stark sind. Ganz weg sind sie bis heute nicht. Es geht aber langsam bergauf. Aber zu 100 %bin ich noch lange nicht fit. Der Entzug dieser Tabletten dauert Jahre, nicht Wochen. Die Tabletten gehören verboten. Mittlerweile schreibt jeder Wald und Wiesendoktor Antidepressiva wie Smarties auf. Das ist extrem gefährlich. Bitte bleiben Sie and dem Thema dran.

IraSen sagte am 03.10.2020:
Guten Tag,
das unvorsichtige Absetzen von Fluoxetin nach mehr als 10 Jahren Einnahme (vorherige Absetzversuche allesamt gescheitert und die heftigen Symptome als „Rückfälle“ und „Neuerkrankung“ fehlgedeutet) hat mich in einen Höllenzustand gebracht… extreme Emotionen, Horrorgefühle, absurde Zwangsgedanken, Derealisation, Depersonalisation, schwere Schlafstörungen und vieles mehr.. ich weiß nicht wie ich das durchgehalten habe… am Anfang konnte ich das Haus nicht verlassen, wusste gar nicht wie mir geschah…habe fast zwei Jahre und extreme Selbstdisziplin gebraucht um halbwegs wieder auf die Beine zu kommen.
Wie kann man diese Medikamente bedenkenlos über Jahre geben und dann behaupten: „Die können Sie einfach weglassen“? so hab ich es oft gehört. Meine Grunderkrankung, eine leichte Angstsymptomatik in Folge psychosozialer Belastungen war ein Kindergeburtstag im Vergleich zu dem was ich beim Absetzen erlebt habe….
es ist fürchterlich und mit Worten nicht zu beschreiben!

Arev82 sagte am 04.10.2020:
Guten Tag,

Nach 3 Jahre Sertralin Einnahme habe ich Preparat nach den von dem Psycheater angeordneten Plan abgesetzt und es ging nach Hinten los. Gleich am nächsten Tag: Extasystolen, Schwindel, Verwirrheit, rasender Puls, Übelkeit, Kopfschmerzen, Gedankenkaos, negative Gefühle.

Symptome wechselten sich täglich, aber der allgemein Zustand ist alles andere als gut oder stabil. Innerhalb erst 2 Monaten hatte ich Mittelohrentzündung, Blasenentündung, Brustdrüsenentzündung und eine dicke Gürtelrose… ich bin eigentlich eher selten krank nicht bis zu 1-2 mal im Jahr leichte Erkältung und 1 mal im Jahr Kopfschmerzen, aber so was. Ich dachte mein Körper dreht völlig durch.

Der Psycheater hat meine Idee mit Entzugserscheinungen abgelehnt. Meine Hausärztin wusste auch nicht, wohin mit mir, ständig was neues, was auf keine Erkrankung hindeutete. Eher auf eine Störung, was sich nach einige Zeit wieder einpendelte.

Ich hatte Missepfindungen, Kopfschmerzen, Augen Entzündung, Durchfall, Verstopfung, weisse Finger, die nichts gespürt haben, Zunge brennt immer noch nach fast 1,6 Jahre auf 0 mg.

Massive Probleme mit Magen-Darm, es schmerz, drückt, es hat sich eine Lebensmittelunverträglichkeit entwickelt. Ich kann nur begrentzte Nahrungsmittel zu mir nehmen, ohne dass ich erbreche oder durchfall bekomme, oder heftige Bauchschmerzen. Seit dem ich Sertr. abgesetzt habe, bin ich schwach geworden. Die Kaft ist nicht da. In den erten Monaten war ich fast bettlagerig. Und dabei musste ich irgendwie mein 3 Kinder versorgen. Mit der Zeit wurde es besser , wie viele andere Symptome aber ich bin nicht fit. Bin schneller müde, erschöpft, kraftlos. Ich fühle mich im Moment so, als wäre ich 83, und nicht 38.

Dazu kommt noch, dass ich neben den ganzen körperlichen Symptomen Panik, Angst, depressive Gefühle empfinde, im Wechsel. Nicht durchgehend, aber es ist da. Das sind Zustände, die ich vor der SSRI Einnahme nie hatte. Der Hacken an der Sache ist, dass diese Symptome sind nicht weg zu kriegen mit den Werkzeugen, die man in der Verhaltenstherapie erlernt hat. Es wirkt nicht, weil das ganze körprelich bestimmt ist und nicht psychisch.

Nach 1,6 Jahre ohne Sertr. sind viele körperliche Symptome weg gegangen, oder besser geworden, aber ich fühle mich noch nicht erholt und weiss nicht, ob es noch was dazu kommt. Im Entzug ist es wie beim Adventskalender: jeden Tag machst du neues Türchen auf und du weisst nicht , was kommt.

Es gibt im Entzug helle Phasen, wo die Symptome milder werden oder ganz verschwinden, das hilft schon sehr das Leben irgendwie normal zu erleben, bis das nächste Beben aufkommt und das alles in Scherben liegt. Und so geht es vom Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat…einfach weiter. Es gibt eine Tendenz zur Besserung, aber sehr sehr langsam. Ich hoffe sehr, irgendwann wieder gesund und frei von dem ganzen Entzug zu sein.

Herzliche Grüsse.

gesundwerden sagte am 04.10.2020:
Ausschleichen von Pregabalin.
Nach 3 Jahren Einnahme 1 Versuch das Medikament auszuschleichen ganz langsam in 10% Schritten mit 4-6 Wochen Abstand.
Je weiter ich mit der Dosis herunterkam desto massiver wurden die Beschwerden, Depression, massive Erschöpfung, Zungenbrennen, Brain Zaps, unruhiger Schlaf, unruhige Beine im Bett, komplett Arbeitsunfähig, seit 1 Jahr von 75mg schleiche ich aus bin jetzt fast fertig mit dem Ausschleichen. Ich hoffe mein Gesundheitszustand bessert sich bald.

Gäbbi sagte am 30.10.2020:

Absetzen von Benzos, SSRIs und Neuroleptika

mit 20 Jahren entwickelte ich eine Panikstörung, diese wurde mit Sertralin und Lorazepam behandelt. Das Sertralin setzte ich schnell wieder ab aufgrund von starken ventrikulären Extrasystolen, das Lorazepam nahm ich auf Bedarf. Leider wurde mir nicht gesagt, wie furchtbar Abhängig diese Substanz macht. Nach einem Jahr der gelegentlichen Einnahme (ca. 1-2 Mal pro Woche, maximal 2mg) entwickelte ich furchtbare Absetzsymptome. Nachdem ich von selbst erkannt habe, dass ich abhängig bin, startete ich einen Entzug mit Diazepam auf der Grundlage des Ashton Protokolls. Nach 6 Monaten purer Hölle war ich das Medikament schließlich los, die Entzugserscheinungen (hauptsächlich furchtbare Panik, Angst, Derealisation und Depressionen) hielten noch ein Jahr lang an. Ca. 7 Monate nachdem ich auf Null war fingen Depressionen an, die ich so in ihrer stärke nicht kannte. Mir wurden 20mg Escitalopram verschrieben, die ich auch weitere 7 Monate einnahm, da ich nicht wusste, dass SSRIs ebenso starke Entzugssymptome hervorrufen können. Anschließend habe ich kalt entzogen, musste allerdings nach ein paar Wochen wieder eindosieren, da die Entzugssymtpome zu stark waren (Muskelschwäche, Derealisation, Angst, Panik, Brain Zaps). Der nächste Absetzversuch sollte langsamer erfolgen, 10% Reduzierungen der letzten Dosis alle 4 Wochen. Leider war auch dieses Tempo viel zu schnell für mich, und nach einem Jahr des langsamen Abdosierens waren die Entzugssymptome so unerträglich grausam, dass ich in der Psychiatrie gelandet bin. Ich war absolut nicht mehr lebensfähig, hatte ständig Heulanfälle, furchtbare Angstzustände, Derealisation die sich wie eine Überdosis LSD angefühlt hat, Depression, Schlaflosigkeit usw usw, die Liste der Symptome ist extrem lang. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch auf 2mg Escitalopram.

Natürlich wurde mir von den Ärzten nicht geglaubt, dass ich Entzugssymptome hatte. Ich wurde als schwer depressiv eingestuft, was Schwachsinn ist. Die Behandlung wurde umgestellt auf 10mg Fluoxetin und 5mg Olanzapin zur Beruhigung. Natürlich wusste ich, dass es das alles nur schlimmer macht, aber in meiner Verzweiflung stimmte ich zu. Die Umstellung auf Fluoxetin bedeutete einen Kaltentzug des Escitaloprams, der leider nicht durch das Fluoxetin aufgefangen wurde, und mit dem Olanzapin hatte ich das nächste viel zu starke Psychopharmakon an der Backe. Es ging mir nach wie vor nicht vorstellbar schlecht, aber nach 2 Monaten habe ich mich selbst aus der Psychiatrie entlassen, weil mir dort nicht geholfen wurde. Langsam ging es mir besser.

Leider viel zu früh gefreut. Einen Monat später ging es richtig los. Mein Gehirn hat von einem Tag auf den nächsten umgeschaltet – von Symptomen, die eher mit Angst / Panik zu tun hatten zu kompletter Anhedonie und den stärksten Depressionen die ich jemals erleben musste. Ich bin zu meinen Eltern gezogen, weil ich nicht mehr alleine leben konnte. Jeden Tag Heulkrämpfe über Monate hinweg. Die Anhedonie war so stark, dass ich teils nur im Bett lag und die Decke anstarrte, weil alles was ich machte sich wie schwerste Arbeit anfühlte. Ich konnte keine Serien mehr schauen, konnte keine Videospiele spielen, Musik bedeutete mir nichts mehr, die Worte Freude und Spaß existierten nicht mehr.

Mir war bewusst, dass meine einzige Chance auf Besserung war, nichts an den Medikamenten zu verändern und zu warten, bis sich mein Gehirn erholt.

Nach 3 Monaten fing es ganz langsam an, etwas besser zu werden. Nach 10 Monaten waren die Depressionen deutlich besser, aber das andere Monster, die Anhedonie, existierte nach wie vor.

Bis heute weiß ich nicht, ob die Anhedonie dem Escitalopram Kaltentzug geschuldet ist und eine Schutzfunktion meines Gehirns ist, die Paniksymptome nicht mehr zu spüren (die waren tatsächlich auf einen Schlag weg), oder ob sie eine Nebenwirkung des Olanzapins ist.

Nachdem die Anhedonie nicht merklich besser wurde, fing ich einen langsamen Olanzapin Entzug an, bis zu jetzigen Zeitpunkt. Jetzt, 4 Monate später, bin ich noch auf 2mg Olanzapin (und auf 10mg Fluoxetin).
Die Entzugssymptome des Olanzapin Entzugs sind genauso furchtbar wie von Benzos und SSRIs. Dafür merke ich eine leichte Besserung der Anhedonie.

ich hoffe, dass ich in ca. einem Jahr das Olanzapin los bin und wieder ein normales Leben führen kann. Das Fluoxetin werde ich anschließend, aber extrem langsam, Absetzen.

Mir haben Psychopharmaka die letzten 4 Jahre meiner Jugend (ich bin erst 25) geraubt. Mein Studium musste ich abbrechen. Ich arbeite zur Zeit auf 450€ Basis, mehr ist mit meinen Symptomen nach wie vor nicht möglich. Das Leid, das ich durch diese Substanzen ertragen musste ist kaum beschreibbar, und es gibt noch viel schlimmere Fälle als mich.

Aber das wirklich schlimme ist, dass die Ärzte es leugnen. “Sie wissen aber, dass SSRIs keinen Entzug hervorrufen?”
F*** dich. Du hast keine Ahnung!

Nie wieder Psychopharmaka.

Driksdog sagte am 30.10.2020:
Ich hab 2 Wochen Prozac (SSRI) genommen und abgesetzt wegen Angst vor Nebenwirkungen. Seitdem eine Psychiatrieirrfahrt wegen Symptomen die ich vorher nicht hatte. Es hieß natürlich das es meine Grunderkrankung sei. 5 Monate Abilify (Neuroleptika) in niedrigster Dosierung gegen die Symptome haben mich entlich erledigt. Ich bin ein Zombie. Emotionslos, sterilisiert, meiner Seele beraubt und unfaegig zu arbeiten, zu lieben, zu denken. Psychopharmaka sind einfach nur Nervengift. Sie zerstören Menschen, schädigen das Gehirn und den kompletten Körper. Mein Leben ist vorbei. Walking Dead. Thank u big pharma. Hauptsache der Rubel rollt.

Schoki sagte am 07.01.2021:
Ich sitze seid über zwei Jahren in dieser fürchterlichen Falle. Von Citralopram, über Tavor, div. andere Mittel immer mit stärksten Nebenwirkungen. Zuletzt Venlafaxin, Quetiapin. Wohl gemerkt bin ich seid zwei Jahren nicht mehr depressiv. Alle Probleme, die sich einstellten waren Nebenwirkungen und nun auch wieder schwerste Absetzprobleme. Das schlimmste ist wirklich, dass man völlig hängengelassen wird und die Entzugsprobleme (langzeitprobleme) verharmlost oder verneint werden. Es gibt keine Einrichtungen, die dafür spezialisiert sind. Es erfordert sooo viel Kraft, das alles immer wieder auszuhalten und dabei nicht den Glauben zu verlieren, dass es irgendwann besser wird. Man hat einfach keine andere Wahl als durchzuhalten und zu hoffen. Wichtig ist, auch wenn es oft kaum möglich erscheint, sich zu bewegen und wenn es nur ein bischen Gymnastik ist und dem Körper alle wichtigen Vitamine und Nährstoffe, die er braucht zuzuführen.

Froeschle sagte am 12.01.2021:
Citalopram und Sertralin
2009 hatte ich, 4 Monate nach der Geburt meines zweiten Kindes, Schlafstörungen und immer wieder auftretende starke Unruhe.
Über meine Hebamme kam ich zu einer Therapeutin, die mir nach einem einstündigen Gespräch sagte, ich litte an einer postpartalen Depression. Außerdem ließ sie mir über ihren Mann (der Arzt war) Citalopram verschreiben.

Mir ging es zu dieser Zeit wirklich sehr schlecht und ich war psychisch total erschöpft. Dies lag aber vor allem auch daran, dass ich in den Monaten/Jahren vor der Geburt viele Schicksalsschläge erlitten habe (plötzlicher Tod meines Vaters, Krebsdiagnose der Mutter UND der besten Freundin).

Ich nahm die Tabletten (40mg), aber zu Anfang wurde mein Zustand immer schlechter. Erst nach etwa 2 Monaten fühlte ich mich wieder einigermaßen gut.

Da die Therapeuten meinte, ich könne das Mittel nach einem Jahr wieder absetzen, schlich ich es (natürlich viel zu schnell!) innerhalb von 4 Wochen aus. Nur ein paar Tage nach der letzten Einnahme ging es dann los: starke Panikattacken, Durchfall, innere Unruhe, Schlafstörungen, permanente Angstgefühle. Ich rief die Therapeutin an, ich war nur ein halbes Jahr bei ihr in Therapie gewesen, ihren Mann hatte ich nur einmal für das erste Rezept zu Gesicht bekommen, anschließend hatte mir mein Hausarzt die Tabletten verschrieben.
Die Therapeutin meinte, ich bräuchte die Tabletten wohl noch…….
also wieder eingeschlichen. Nach etwa 3 Monaten ging es langsam bergauf.

Dieses „Spiel“ mit absetzen und wieder einschleichen habe ich mittlerweile 4 Mal hinter mir, und jedes Mal waren die Symptome schlimmer und hielten auch länger an.

Nach dem zweiten Absetzversuch wurde mir über einen anderen Arzt dann Sertralin statt Citalopram verschrieben, da es nach über 3Monaten und der Höchstgabe von 60mg Citalopram zu keinerlei Verbesserung kam.

Erst 2020, nach 11Jahren Leidensdruck bin ich auf das Forum … gestoßen. Dort erkannte ich mich in so vielen Erzählungen wieder und ich bekam die Informationen die ich brauchte. Ich begriff, dass nicht die Krankheit die Symptome hervorriefen, sondern der viel zu schnell vorgenommene Entzug der Tabletten, genauso wie auch die zu schnell vorgenommenen Einschleichphasen.
Seitdem reduziere ich mit der 10% Methode. Diese Methode klappt bei mir einigermaßen, dauert aber natürlich sehr lange.

Ich warne jeden davor, dieses Zeug zu nehmen! Die Ärzte machen es sich oft zu leicht, wenn sie behaupten, es gäbe so etwas wie Entzug nicht und die Symptome von Unruhe, Panikattacken, usw. kämen von der ursprünglichen Krankheit. Ich glaube, in vielen Fällen hindern diese Medikamente die Menschen daran, wieder gesund zu werden. Bis zu meinem 30.Lebensjahr hatte ich nie irgendwelche psychischen Probleme! Ich bereue zu tiefst, damals dieser Therapeutin vertraut zu haben. Ich wollte das Medikament nicht nehmen, schon allein weil ich deshalb mit dem Stillen aufhören musste. Aber sie sagte immer wieder, dass sie das schon so oft bei anderen Frauen erlebt hätte, und dass ich mit dem Citalopram ganz schnell wieder auf die Beinen käme.
Das war vor 11 1/2 Jahren…….


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Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.