Antidepressiva absetzen: Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zum Absetzen von Antidepressiva (s.a. Infos zum Absetzen von Antidepressiva) – (weitere Erfahrungen generell zu Antidepressiva hier; zum Absetzen von Psychopharmaka generell hier.)


Absetzungserscheinungen: Erfahrung

15.10.2016 Kommentar von Winterzeit:

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Absetzungserscheinungen keineswegs nach nur einer Woche vorüber sind. Im Gegenteil. Das kann sich über Monate hinziehen, wie in meinem Fall mit Mirtazapin. Ich weiß, dass es nicht nur mir so geht, und daher finde ich die Verharmlosung sehr gewagt. Ein Antidepressivum hinterlässt sehr viel Unruhe und Chaos im Gehirn und Körper eines Menschen, und es dauert lange, bis sich das alles wieder auf Normalnull eingependelt hat. Dieses „Chaos“ hält man dann möglicherweise irrtümlich für ein neues Auftreten der Symptome, die mit dem Medikament bekämpft werden sollten. Deshalb wird dann lieber direkt wieder zur Tablette gegriffen, und der Kreislauf beginnt von Neuem.

02.02.2017 Kommentar von andrea:

Ich habe versucht nach drei Jahren Einnahme von amitriptylin diese abzusetzen. Ich hatte mit meiner Ärztin besprochen langsam mit der medikation runter zu gehen. das lief auch sehr gut nur als ich ein Tag ganz ohne war hatte ich sehr plötzlich alle Symptome wie z.b Schwindelgefühl, Müdigkeit,mundtrockenheit. Und sehr starke Angstzustände ich habe wie verrückt geweint und hatte Angst zu sterben.Es fühlte sich an wie ein kalter entzug. Nach zwei Tagen hielt ich diesen Zustand nicht mehr aus. als ich die Antidepressiva wieder genommen habe ging es mir schnell auch wieder gut.

Absetzsymptome lindern

11.08.2018 Kommentar von BellaSui:

Hallo ihr Lieben,
ich bin schwanger. Deshalb musste ich auf Anweisung meines Psychiaters meine Antidepressiva (Name: Cymbalta 60mg, Wirkstoff: Duloxetin, Gruppe: SNRI) absetzen.

Die ersten Tage habe ich auch nichts gemerkt (na klar: Der Wirkstoff geht ja nicht von heute auf morgen komplett aus dem Körper heraus) und dachte schon: super, das klappt.
Klappt aber nicht! Ich habe folgende Bescherden:

Schlafstörungen –> mal schlafe ich 4 Std. die Nacht, mal 10, meist sehr unruhig, viele Träume, viel wälzen, am Morgen total unausgeruht
Schwindel –> Fast jedes Mal, wenn ich von einer sitzenden oder liegenden Position heraus aufstehe, wird mir schwindelig undzwar nicht nur ein paar Sekunden, sondern schon recht lange.
Kribbeln –> Ein mehrmals täglich auftretendes Gefühl von Kribbeln/Ameisenlaufen in den Händen, manchmal in den Beinen
Unruhe/Nervosität –> Ich bin kaum bis gar nicht mehr in der Lage mich wirklich zu entspannen, andauernd fühle ich mich angespannt, fast schon getrieben und sehr unruhig/hibbelig, was sehr unangenehm ist
Agressionen –> Manchmal werde ich nun auch innerlich total agressiv und weiß nicht, was ich dagegen tun kann

Habt ihr irgendwelche Erfahrungen mit dem Absetzen von Antidepressiva (ich meine nicht das Ausschleichen) und ähnlichen oder vielleicht sogar gleichen Symptomen, wie oben beschrieben?
Falls ja, was hat euch geholfen? Habt ihr irgendwelche Tipps?
Vielen Dank schon im Voraus für eure Hilfe.
Liebe Grüße,
Bella
Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste – KONFUZIUS

23.08.2018 Erfahrung von gleisung:

Also ich hab damals andere Sachen nehmen müssen um das zu überbrücken und bin am Ende doch wieder bei meinem AD ( Venlafaxin ) gelandet ( seit 6 Jahren nehme ich das schon ).
Das wäre also eine Möglichkeit: etwas kurzfristig/mittelfristig wirkendes nehmen zB Opipramol. Das hab ich auch für akut-Situationen. Und dann sollten deine Symptome ja irgendwann auch verschwinden.

01.09.2018 Erfahrung von BellaSui:

Hallo,

vielen Dank für deine Antwort.

Mittlerweile geht es mir wieder deutlich besser und die Absetzsymptome sind verschwunden.

Die erhöhte Aggressivität ist zwar geblieben, aber wenn ich mal richtig darüber nachdenke, gehört das eh zu meinem Ich, zu meinem Selbst… wie ich halt von Natur aus ohne Medis bin… es hält sich ja auch in Grenzen und trifft eher selten die falschen Menschen :D

Von daher nehme ich es erstmal so hin… und fühle mich eigentlich recht wohl dabei.

Erfahrungen mit Citalopram,Mirtazapin,Escitalopram

08.02.2020 Erfahrung von LidaN:

Halli hallo,

ich habe Citalopram 10 und 20 mg seit November bis Februar genommen.
Seit fünf Tagen habe ich das Citalopram durch Escitalopram ersetzt und es geht mir sowie am Anfang mit Citalopram,das heißt Übelkeit,Magen-Darm Probleme, Sehstörung, Gleichgewichtsstörung,Schwindel aber kein Herzrasen wie bei Citalopram.

Das Mirtazapin hab ich ungefähr 6 Wochen genommen und dann innerhalb von 2 Wochen ausgeglichen,hatte keine Probleme mit da ich seit dem das Sedacur forte 2 Dragees am Abend nehme,dass ist pflanzlich und es beruhigt und macht müde und fühle mich viel besser damit.
Seit dem hab ich fast 15 Kilo zugenommen und werde auch das Escitalopram in einem Monat ausschleichen und es durch etwas pflanzliches ersetzen für die erste Zeit um die Absetzsymptome angenehmer und erträgler zu machen.

Fällt man in ein Loch nach dem Absetzen von Antidepressiva?

01.03.2020 Erfahrung von Dobby:

Hallo,

seit über fünf Monaten nehme ich Antidepressiva ohne allzu großen Erfolg, mein Arzt und ich meinen, ich sollte sie vielleicht absetzen.

Stimmt es, dass man in ein Loch fällt nach dem Absetzen? Habt Ihr vielleicht Ratschläge wie man das umgehen kann?
Soll man sie langsam absetzen, halbieren, dritteln oder was und immer weniger nehmen?
Tschüß,
Dobby

07.03.2020 Erfahrung von Lisa:

Dein Arzt wird Dir das wahrscheinlich schon erklärt und einen genauen Absetzplan erstellt haben. Grundsätzlich sollte man sie langsam absetzen. Manchmal muss man beim Entzug auch pausieren und erstmal ein paar Wochen dieselbe Menge nehmen, weil die Absetzsymptome zu stark werden.

Es kommt natürlich darauf an, was für ein Antidepressivum Du absetzt, aber:
Die meisten Fälle bei den Absetzerscheinungen dauern ein bis vier Wochen, sind relativ leicht, und lösen sich von allein auf; in seltenen Fällen können schwere Symptome entstehen. Paroxetin und Venlafaxin scheinen besondere Schwierigkeiten beim Absetzen zu machen und es wurde schon über Entzugssyndrome von über 18 Monate bei Paroxetin berichtet.

Weitere Erfahrungsberichte

dulo sagte am 03.10.2020:
Duloxitin. Nach Verschreiben von Psychiaterin mit 60 mg begonnen. Von Tag zu Tag haben sich die Nebenwirkungen gesteigert. Jeder normale Mensch hätte dieses Medikament direkt abgesetzt, ich hatte jedoch Angst, dass wieder eine Depression aufkeimt. Nach ca. 6 Wochen extremster Unruhe und sportlichen Aktivitäten ohne Ermüdung, Schlaflosigkeit, Schwitzen, Appetitlosigkeit, Herzrasen ging es dann auf einmal besser.
Nach Jahren auf 30mg reduziert. Kopfschmerzen, Übelkeit, Probleme beim Einschlafen, hoher Puls, Herzrasen. War insgesamt aber auszuhalten.
Reduzierung nach Kügelchen-Methode: Entnahme über mehrere Monate: 10-15-20 Kügelchen weniger. Bei 25 Kügelchen, die ich von den 30mg entnehme treten Entzugssymptome auf: Schlaflosigkeit, Übelkeit, Konzentrationsprobleme, Einzelne Pulsaussetzer über den ganzen Tag, dadurch auch Ängste. Kann das nicht aushalten und dosiere wieder auf 20 auf.

Nia 2020 sagte am 06.10.2020:
Guten Tag,

ich habe wegen Schlafstörungen und starkem beruflichen Stress vom Hausarzt das Antidepressivum Mirtazapin bekommen, hat beim schlafen die ersten wochen enorm geholfen. Ich habe zudem 6 kg gewicht aufgelegt. Hausarzt meinte, ich kann es einfach weglassen – das habe ich gemacht… erst war ich nur unruhig und etwas rastlos, dann hat sich meine Wahrnehmung verändert, ich habe micj gefühlt wie in einem Alptraum, alles unwirklich und fremd, ich mir selber auch und dazu ganz seltsame Gedanken die ich nichtmal beschreiben kann… das war mit Abstand das schlimmste was ich je erlebt habe!!! ich hab dann relativ schnell ein forum gefunden, dass über Absetzzustände von Antidepressiva aufklärt… habe nichts mehr eingenommen obwohl ich es kaum aushalten konnte, konnte zum teil nicht das haus verlassen, es war so grauenvoll und unbeschreiblich! erst nach ca 8 monaten gab es langsam momente wo es etwas besser war…langsam geht es nun bergauf, allerdings habe ich nach knapp zwei Jahren immer noch ganz schlimme phasen!
ich war niemals psychisch krank, aber durch das Absetzen bin ichs geworden – ich bin so froh dass ich mir in dieser schlimmen zeit kein weiteres medikament mehr aufschwatzen lassen habe sondern es durchhielt. Ich habe nahrungsmittelunverteäglichlkeiten, habe Null Stresstoleranz und immer wieder komische ängste vor allem und jedem… das ist so krank, was das mit mir gemacht hat! ich kann nicht arbeiten, mein leben hat sich komplett auf links gedreht… warum hat mich keiner vorher gewarnt, warum habe ich meinem Hausarzt blind vertraut????

Anonymous sagte am 07.10.2020:

Aufgrund einer leichteren/mittelschweren depressiven Phase 2013/2014 suchte ich eine Therapeutin auf – die mich umgehend zusätzlich zum Psychiater schickte, um mir das Antidepressivum Escitalopram, ein SSRI, verschreiben zu lassen. Dieses nahm ich fast 5 Jahre lang dann halt so vor mich hin, obwohl es mir längst wieder recht gut ging… Aus heutiger Sicht wäre das Verschreiben dieses Medikaments niemals nötig gewesen – und gegen das, was ich nach dem Absetzen in den letzten 1,5 Jahren erlebt habe, war die Ursprungsproblemtik ein Witz!

Ich setzte ab, wie mein Psychiater empfahl: Von 10 mg auf 5 mg und ein paar Monate später von 5 mg auf 0 mg. Da ich den auftretenden Schwindel nicht aushielt, nahm ich so 2 Wochen lang alle paar Tage dann wieder 5 mg. Dann erst sagte mir der Arzt, dass es auch Tropfen in Milligrammdosierung gibt. Ich nahm dann noch alle paar Tage 2 und dann 1 Tropfen – und dann ließ ich es so beruhen, denn ich wusste es ja nicht besser. Das war quasi ein Kaltentzug!

In den Monaten darauf lief mein Körper aus dem Ruder: Ich konnte nicht mehr schlafen, nicht mehr essen, nicht mehr sprechen (meine Muskulatur im Hals-Beriech war über fast ein Jahr so verspannt, dass es mir quasi die Stimme abgeschnürt hat), nicht mehr richtig atmen; ich fing ständig an zu weinen oder innerlich nervös zu sein; ich fühlte mich in diesem Körper richtiggehend eingesperrt.

Gott sei Dank kam mir der Gedanke, dass es etwas mit dem Absetzen von Escitalopram zu tun hat, erst recht spät, sodass ich nicht (wie viele andere) in einen erneuten Medikamentenkreislauf kam. Erst als ich auf ein wunderbares Forum im Internet stieß, dessen Mitglieder deutlich mehr Ahnung von der ganzen Materie haben als die meisten Ärzte, wurde mir langsam alles klar. Von ärztlicher und therapeutischer Seite wurde nicht geglaubt, dass das Medikament dafür verantwortlich sein kann. Ich verlor völlig mein Vertrauen in das ganze medizinische System. Doch auch ohne ärztliche und therapeutische Hilfe wurden die Symptome innerhalb der letzten 1,5 Jahre langsam und stetig besser – das ist für mich der eindeutige Beweis, dass Escitalopram daran schuld ist.

Es ist mir unbegreiflich, wie dieses Gift den Menschen immer und immer wieder selbst in kleinen Krisen so unbedenklich verschrieben werden kann! Ich bin der Ansicht, kein Arzt/Therapeut, der nicht am eigenen Leib Erfahrungen mit diesen Medikamenten gemacht hat, sollte sich anmaßen, dies einschätzen zu können!

Bleiben Sie bitte dran am Thema, das ist so wichtig!

Daria sagte am 15.10.2020:

Hallo,

nach einer depressiven Episode im Jahr 2011 wurde ich auf Cymbalta eingestellt und auf 120mg hochdosiert.
Es sollte nach ein paar Wochen prophylaktische noch Lamotregin zum dauerhaften stabilisieren eindosiert werden, aber das lehnte ich ab – ich fühlte mich und war ja stabil.

2013 began ich nach einem gescheiterten zu schnellen Absetzversuch langsam abzusetzten.
Das bedeutet Reduzierung um maximal 5 – 10% der letzten Dosis. Ich brauchte von 2013 – 2018 um von 120 mg auf 0 zu kommen.

Heute bin ich 28 Monate auf Null. Das Absetzten war schwierig und mit einer Vielzahl von verschiedensten Symptomen begleitet, welche wenig mit der Grunderkrankung zu tun hatten, aber auch oft ähnlich waren und sind.
Wellen, Fenster alles wechselte.

Ca. 8 – 10 Monate nach Null fing der Entzug trotz wirklich langsamen Ausschleichens erstnochmal richtig an. Ich befinde mich aktuell, 28 Monate nach Null, in einen protrahiertem Entzug.
Durchgehend wechselnde Symptome, Herzrasen, Gliederschmerzen, Muskelschmerzen, Übelkeit, Konzentrationsstörungen, hyperpigmentierung der Haut, Sprachfindungsstörungen, Haarausfall, Schwindel, Angstphasen, Sehstörungen, Nervenschmerzen an wechselnden Körperstellen und vieles mehr.

Nichts ist schlimmer als dieser Entzug. Es ist die Hölle. Ich kann keine Medikamente zu Linderung nehmen, da diese alles nur verschlimmern. Ich habe Nahrungsunverträglichkeiten entwickelt. Generll durch diese schlimmen Entzugssymptome starke Einschränkungen im Alltag.

Ich bin psychisch stabil und weit von einer Depression entfernt, auch wenn ich zwischendurch Absetzbedingte kurze Tiefs hatte, besonders nach der Einnahme von Schmerzmitteln, kommt es zu starken Abstürzen, weshalb ich inzwischen bzw schon lange, möglichst alle Medikamente vermeide. Aber mit einer Depression ist das nicht zuvergleichen. Ich kenne diesen Unterschied, da ich die Depression selbst erlebt habe.

Das Antidepressiva und die Absetzproblematik hat mir mehr geschadet als geholfen. Jahre meines Lebens geraubt und auch jetzt muss ich noch durch die Hölle gehen, in der Hoffnung, das es mein Körper und mein Hirn schafft den Schaden wieder zu regulieren.

Die Depression, erzeugt durch Überlastung, hätte ich im Nachhinein besser ohne Antidepressiva bekämpft. Auszeit in einem geschützten Rahmen, Bewegung und Therapie wäre mein heutiger Weg. In einer Akutsituation kurzfristig ein Beruhigungsmittel, aber nichts dauerhaftes und auch nur für einen wirklichen Akutfall.
Damals wollte ich das Antidepressiva eigentlich nicht nehmen, aber es wurde mir versichert, das es nicht abhängig macht. Auf der einen Seite mag das stimmen, ich hab kein psychisches Verlangen danach, aber der Körper ist so stark von dem AD geschädigt, daß es einer Abhängigkeit gleich kommt. Ich hätte es nie genommen, hätte ich das vorher gewusst.

Diese Antidepressiva greifen so stark in die Vorgänge des Hirndtoffwechsel ein das sie nicht wie Smarties verschrieben werden sollten. Bei einer ersten depressiven Episode schonmal gar nicht.

Leider fehlt mir das nötige Kleingeld, um gegen die Pharmaindustrie vorzugehen. Für mich Grenzen diese Mittel an Körperverletztung. Ich habe mehr Schaden als Nutzen davon gehabt.

Therapie, Bewegung, Auszeit im geschützten Rahmen (ohne Antidepressiva), Zeit -》 das sollte als Weg raus der Depression genutzt werden.

rosenrot600 sagte am 07.01.2021:
hallo, ich kam vor 20 jahren durch eine toxische beziehung mit gewalt in eine schwere depression mit angst und panik.es kam soweit ,das ich in eine klinik musste.damals, war es meine rettung .mit 20mg citalopram startete ich dann für 6wochen meine behandlung,welche mir auch half.
leider sagte mir damals kein arzt,das ich es auch mal ausschleichen könnte.
also,ich bin ja laie,weitere jahre der einnahme.
ich entschied für mich,als es mir besser ging zu reduzieren.d.h…von 20mg auf 10mg.das war nicht gut -ich nehme nun seit 3monaten nur noch 10mg cita ein,habe aber an manchen tagen,solch schlimme symtome.wie zittern.frieren,enge,kopfdruck,weinen usw….der tag ist unertraeglich.ich kämpfe oft mit mir,ob ich wieder hochdosiere,aber ich bleibe stark.diese absetzsymtome sind fatal,davon will kein psychiater etwas wissen.ich bin nun 60 geworden,möchte noch lebensfreude spüren,aber es ist ein kampf.jeder sagt mir…dann nimm doch einfach wieder mehr ein,damit ich lebensqwalitaet habe.was macht man richtig.

Anatomie sagte am 17.02.2021:
Gibt es irgend ein Mittel dass die entzugssymtome lindert ? Ich habe ludiomil abgesetzt und fühle mich sehr schlecht. Bitte um Hilfe.

Feuervogel sagte am 15.04.2021:
Ich habe 6 1/2 Jahre Antidepressiva genommen. Zunächst 5 1/2 Jahre Venlafaxin. Dann wurde ich während eines Klinikaufenthaltes auf Escitalopram umgestellt. Durch die Einnahme von Venlafaxin stieg mein Blutdruck leicht. Dagegen bekam ich eine niedrige Dosierung des blutdrucksenkenden Medikaments Ramipril.
Als Typ 1 Diabetiker konnte ich eine leichte Verbesserung meines Blutzuckerspiegels unter Antidepressiva feststellen.
Die Depression hielt sich über die Jahre und es ging mir mal schlechter, mal besser.
Weil es mir seit längerem an Antrieb fehlte, hatten meine Ärztin und ich besprochen, ein anderes Medikament auszuprobieren, das wie Venlafaxin ein Noradrenalin Wiederaufnahmehemmer enthält. Dazu sollte das Escitalopram zunächst von 20 mg auf 10 mg reduziert werden und nach einer Woche nochmals um 5 mg auf 5mg reduziert werden. Nach 3-4 Tagen sollte ich dann mit dem neuen Medikament beginnen.
Nach der ersten Woche ging es mir ganz gut. Im Laufe der dritten Woche spürte ich zeitweise eine Art Hochgefühl. Auch wurde ich zum ersten Mal seit langem wieder wütend. Das war ein so ungewohntes Gefühl, dass ich mich darüber freute. Wut setzt viel Energie frei und so viel Energie hatte ich schon so lange nicht mehr gespürt.
Allerdings kamen auch andere Gefühle plötzlich, ja sogar unerwartet …. zum Beispiel sah ich bei einer Reportage einen Bräutigam vor dem Traualtar vor Freude weinen und brach spontan und sehr überraschend in Tränen aus. Ähnliche überraschende Gefühlsausbrüche hatte ich noch einige Male. Die Antidepressiva hatten mein Gefühlslevel in einem gleichbleibenden Fenster gelassen und durch das Reduzieren spürte ich plötzlich mehr. Ich empfand es belebend und befreiend.
Es wäre sehr schön gewesen, wenn das alles gewesen wäre. Doch mein Blutdruck stieg an, ich fühlte mein Herz heftig klopfen und hatte Druck auf dem Brustkorb, was mir zwischenzeitlich Sorgen machte. Dazu fühlte ich mich, als hätte ich eine Grippe mit hohem Fieber, trotzdem ich kein Fieber hatte. In meinem Gehirn rauschte es unentwegt. An ruhigen Schlaf war nicht zu denken und die Träume waren heftig.
Mir schien das Herzklopfen nach der Einnahme des neuen Medikaments noch stärker zu werden und ich zögerte aus Angst davor den Zeitpunkt der Einnahme instinktiv raus. Daher beschloss ich meiner Ärztin mitzuteilen, dass ich es ganz ohne Medikament versuchen wolle. Sie war skeptisch. Ich ließ mich aber nicht mehr davon abbringen.
Es gab einen Abend, an dem ich beschloss, am nächsten Tag die Medikamente wieder zu nehmen, weil ich die Symptome nicht mehr aushalten konnte. Am nächsten Morgen war es besser und ich nahm sie dann doch nicht.
Seitdem – es sind jetzt zwei Wochen vergangen seit dem kompletten Absetzen .helfe ich meinem Körper mit viel Entspannungsübungen und einem Kombipräperat aus Hopfen, Baldrian und Passionsblumenextrakt, dazu Vitamin D hochdosiert und B12 ebenfalls hochdosiert. Das funktioniert ganz gut.
Meiner Psyche geht es hervorragend. Mein Körper war anfangs sehr schlapp und ich gönne ihm tagsüber ein Halbstundenschlaf, bei dem mein Gehirn wieder zur Ruhe kommen kann. Trotzdem treten immer noch Schwindel und plötzliche Erschöpfung auf, was es mir unmöglich macht, Auto zu fahren.
Erwähnenswert ist noch, dass mit Reduzierung der Antidepressiva mein Blutzucker stark anstieg. Inzwischen habe ich die Dosierung meines Insulins soweit angepasst, dass auch das ganz gut wieder funktioniert.
Ich hoffe, die Absetz-Symtome gehen bald weiter zurück und ich bleibe von absetzbedingten Depressionen verschont.
Ich will mein Leben wieder haben, mit allen Facetten von Gefühlen und Klarheit in meinem Kopf! Dafür kämpfe ich!

Tanmyo sagte am 27.04.2021:
Liebe Leute hier,
Ich habe das Antidepressivum Mirtazapin mit Unterbrechungen 3 Jahre genommen. Die Dosierung lag zwischen 7,5 und 15 mg.
Dann vor 2 Monaten ausgeschlichen.
Wa soll ich sagen, es ist nun nach 2 Monaten immer noch die Hölle los in meinem armen Körper. Mein Gehirn brennt, Tinnitus, mein Magen ist in Aufruhr, mir ist übel. Ich fühle mich so schlimm. Kann nicht mehr arbeiten Un versuche dieseZustände zu überleben. Ich hoffe so sehr das es vorüber geht dieser elendig Zustand. Nach dieser Erfahrung stelle ich die Effektivität von diesem Medikament in Frage. Wa hat es mir gebracht wenn ich den ganzen Spannungsbogen betrachte? Ja, ich konnte schlafen während der Depression.
Aber die Nebenwirkungen waren stark. Tinnitus, betäubte Gefühle und nun der Alptraum der Absezerscheinung. Ich weine so viel über mein körperliches Leid.
Von mir ist wenig übrig geblieben. Ich hoffe ich komme durch den Prozess und werde wieder Gesund. Würde es nicht wieder einnehmen. Hat einer die Absezerscheinungen hinter sich gebracht?

Anonymous sagte am 19.05.2021:
Cymbalta 6 Jahre 60 mg, dann Reduktion auf 30 mg:
Zunächst Hochgefühl, nach 2 Monaten unerträgliche Magen- und Nervenschmerzen.
Es erfolgte ein Krankenhausaufenthalt ohne organischen Befund.
Bin dann bei 30 mg geblieben und 5 Jahre lang immer mal versucht, wieder zu reduzieren (Kügelchenmethode, siehe Absetzforum). Immer wieder erhöht, da es nicht funktionierte und ich psychisch immer wieder abgesackt bin. Die letzte Erhöhung vor ca.1/12 Jahren habe ich dann nicht mehr vertragen und nur noch gebrochen. Den Entschluss gefasst: Weg von diesen Dingern.
Nun bin ich noch bei 22 Kügelchen und habe sehr viele Wellen, aber auch Fenster hinter mir. Momentan Zahnschmerzen, Nackensteifigkeit: alles ohne wirklichen Befund. Unglaublich. Bei dieser Minidosierung bleibe ich jetzt so lange, bis es sich richtig stabil anfühlt. Ich hoffe, dass das bald passiert. Ansonsten: jeden Tag eine Stunde laufen, viel Ruhe und Stress vermeiden, was nicht immer möglich ist. Allen wünsche ich viel Kraft. Cymbalta ist definitiv ein Mittel, was am schwersten abzusetzen ist.

Ina sagte am 13.06.2021:
Hallo,
Ich habe Mitte Februar 25mg Promethazin nach 3,5 Monaten abgesetzt. Ich habe sie wegen Schlafstörungen genommen. Schon nach kurzer Zeit bekam ich starke Unruhe, Heulattacken, starken Schwindel, Haarausfall und vieles mehr. Die Symptome sind seit einer Woche noch einmal schlimmer geworden. Kann es sein,dass die Symptome nach so kurzer Einnahme immer noch so stark sind ? Vor vier Wochen habe ich versucht eine kleine Menge wieder einzuschleichen. Das ging nach hinten los. Es wurde noch schlimmer. Meine Ärztin sagt, dass absetzen dauert höchstens drei Tage.
Für eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Liebe Grüsse

Robinia sagte am 29.06.2021:
Nach sechs Jahren Psychotherapie hatte ich das Gefühl, nur noch mit Antidepressiva einen Durchbruch erzielen zu können. Mein Therapeut sah das auch so, riet mir zu einem Termin bei einer Psychiaterin. Ich nahm dann 14 Monate Escitalopram (erst 5mg, dann mit Tropfen 7mg und schließlich ca. 10 Monate lang 10 mg) wegen Angst/Anspannung/depressiver Stimmung. Bereits nach einer Woche der Einnahme dachte ich begeistert – „so funktioniert also ein ’normales‘ Gehirn?“ Kein ewiges Grübeln mehr, keine Tränenausbrüche und Gereiztheit, viel weniger Angst vor sozialen/Leistungssituationen, repräsentativen Verpflichtungen. Es ging mir ein Jahr lang wirklich gut und ich war überzeugt, nun endlich meine Therapie beenden zu können.
Gleichzeitig war mit bewusst, dass die Einnahme von Escitalopram mit für mich günstigen coronabedingten Einschränkungen beruflicher/repräsentativer Verpflichtungen zusammen fiel, es gab mehr Ruhe und Rückzugsraum. Ich wollte die Dinger aber auf keinen Fall länger als ein Jahr nehmen.
Vor Kurzem setzte ich also ab: vier Wochen lang reduzierte ich auf 5 mg, dann noch zwei Wochen lang alle 2 Tage 5 mg. Seit 6 Wochen nehme ich nichts mehr. Die ersten zwei Wochen mit 0mg hatte ich ein Hochgefühl. Es ging mir super. Dann: der Einbruch – ich dachte, die Depression kommt zurück, die ganze Angst, es ging mir richtig dreckig und bergab. Ich litt furchtbar unter Anspannung, nervösem Darm mit häufigem Durchfall, schlimmer als vorher, Heulattacken…war kurz davor, mir die Dinger wieder verschreiben zu lassen oder an ganz schlimmen Angst-Tagen wenigstens eine Opipramol zu nehmen (die hatte ich mal probehalber vor dem Escitalopram verschrieben bekommen, aber nur ca. 8 Stück genommen vor extrem angstauslösenden Situationen).
Weil es mir so elend war, ging ich zum Arzt, ließ ein EKG schreiben, Blut abnehmen. EKG war okay, Leberwerte okay, aber (…mal wieder…) extremer Vitamin B12 und D3-Mangel, wofür ich hohe Dosen verschrieben bekam. Ich habe nicht mal die Kraft, bei der Psychiaterin anzurufen und ihr den Vitamin-Mangelzustand mitzuteilen, obwohl ich sehr gut weiß, dass der für depressive Symptome, Muskelzucken, Anspannung ect. verantwortlich sein kann (und wozu mein Therapeut mir riet, dass mit ihr zu besprechen, da er für meine psychischen Schwankungen Stoffwechselentgleisungen vermutet – was gut sein kann, da ich seit Jahren immer mal wieder unter diesem Mangel leide, aber noch nie so extrem).
Ich versuche aber nun, nachdem ich all die Berichte hier über die Absetzsymptomatik gelesen habe, irgendwie ohne Medikamente (-außer Vit. B12 und D3) diese Zeit zu überstehen – und ich kann nur sagen….das ist schon sehr unangenehm. Ich fühle mich nicht wie ich selbst, stehe neben mir, immer wieder diese extreme innere Anspannung und Nervosität, Überforderungsgefühle, Traurigkeit, „weinen müssen“, das Gefühl, allein gelassen zu sein mit verschiedenen Situationen. Zum Glück kann ich mir meine Arbeit recht frei einteilen und mich zwischendurch hin legen – denke aber trotzdem ständig darüber nach, mich krank schreiben zu lassen. Habe auch keinen Antrieb, war seit Wochen nicht nicht mehr joggen, auch zu meinen anderen Hobbys kann ich mich nicht aufraffen. So kann das jedenfalls nicht bleiben.

Ingelein sagte am 02.07.2021:
Habe seit dem 10.02.21 das Antidepressivum Mirtazapin ganz abgesetzt, nachdem ich mich monatelang vermeintlich richtig ausgeschlichen habe. Das Medikament habe ich mit 0,75 mg seit 7 Jahren genommen. Es stellten sich fürchterliche Entzugserscheinungen wie Schlaflosigkeit, unangenehmes Kribbeln(Brennen) in den Beinen, vor allem nachts, ein. Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühl und Schaukelei im Körper gehörten mit dazu. Letztendlich wusste ich gar nicht, was mit mir los war und fühlte mich richtig krank. Später bin ich dahinter gekommen, dass das richtige Entzugserscheinungen sind, auf die mich keiner aufmerksam gemacht hat. Jetzt, nach 5 Monaten habe ich das Gefühl auf dem richtigen Weg zu sein. Bin noch nicht ganz über dem Berg aber es ist alles erträglicher geworden und ich werde nicht aufgeben. Diesen Kampf will und muss ich gewinnen. Setze auch Schmerztabletten in geringer Dosis nach Bedarf ein und bin mit Neurexan (auf pflanzlicher Basis)nachts auch zufrieden mit meinem Schlafergebnis. Nehme zusätzlich Magnesium/Calcium ein was mir auch bei den körperlichen Beschwerden hilft. Habe jetzt innerlich ein viel freieres Gefühl und so manche körperliche Beschwerden(die immer weniger werden) nehme ich jetzt gelassener hin. Habe ein gutes positives Gefühl für die Zukunft.

Victoria sagte am 17.07.2021:
Hallo
Ich nehme seit März 2021 Sertralin 150mg
Seit 6 Tagen musste ich komplett auf Null gehen weil ich erfuhr das ich schwanger bin mein Hausarzt und auch Frauenarzt waren sich einig sofort absetzen seit 3 Tagen geht es mir extrem schlecht
Schwindel Blitze vom Gehirn durch den ganzen Körper Benommenheit Herzrasen Unruhe sehr aggressiv usw ich bin am Ende mit meinen Nerven bin nur am weinen und weiß nicht weiter wie lange muss man da durch :(

Katja sagte am 26.07.2021:
Ich habe ein Jahr Sertralin genommen, gegen Panik Attacken, habe seit 6 Wochen reduziert von 100 auf 50,weil ich 14 Kilo zugenommen habe,erste Woche war ok,aber jetzt muss ich durch die Hölle gehen,Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, ich bin nicht mehr ich,ich möchte mein Leben zurück.Ich bitte um Hilfe.

Tuba sagte am 30.08.2021:
Hallo Leute,

Ich habe nur doxepin 25 mg genommen und abgesetzt und ich bin durch die Hölle gegangen,,jetzt muss ich es wieder nehmen und ausschleichen weil ich es nicht aushalte.Mir gehts es einfach nur dreckig diese scheiss Ärzte haben mein Leben zerstört.Ich hab ein Hass auf doxepin aber ich muss mich stabilisiern Gott sei Dank gibt es meine in Tropfen und deswegen werde ich jeden Monat 1 mg runter dosieren.Ich habe davon Panikattacken bekommen schluckbeschwerden ich werde niewieder Tabletten einnehmen.Und auch kein Arzt vertrauen.ich will mein Leben zurück


Lesen Sie >>> hier <<< über weitere Informationen und aktuelle News zu diesem Medikament (und zum Antidepressiva-Absetzsyndrom).





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

Schreiben Sie bitte über Ihre Erfahrungen mit diesem Medikament. Aus Lesbarkeitsgründen Punkt und Komma nicht vergessen (keine persönlichen Angaben - wie Name, Anschrift etc).

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