Antidepressiva Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Erfahrungen, Erfahrungsberichte zum Thema Antidepressiva – (weitere Erfahrungen mit dem Absetzen hier) … und s.a. Erfahrungen mit selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI)


Allgemeine Erfahrungsberichte

02.08.2017 – Kommentar von flutschi:

Vorweg: das ist eine schöne Seite mit tollen Auflistungen
Meine Frage zielt allgemein auf die Erfahrungen, die mit Antidepressiva gemacht werden. Hat jemand gute oder eher schlechte Erfahrungen mit AD gemacht?
Können AD überhaupt helfen?
Haben Euch andere Dinge mehr geholfen? – Hypnotherapie, Meditation, kognitive Therapie, andere Therapien, Bewegung, veränderter Lebensstil?
Bitte erzählt Eure guten / schlechten Erfahrungen, danke Leute

15.09.2017 – re: Erfahrungen – Kommentar von Jenna:

Ich glaube, ich habe fast jedes Antidepressivum durch das mir bekannt ist. Ich kann mich nicht einmal an die Hälfte des Mists, den ich genommen habe erinnern. Ich hatte nie Glück, leider habe ich eine hohe Toleranz für Medikamente, aber ich bin ein langsamer Metabolisierer, was bewirkt, dass ich sehr empfindlich für Nebenwirkungen bin. Lassen Sie mich erklären: Die positiven Auswirkungen der Medikamente nehmen schnell ab, aber ich verwende es weiterhin, was eine Überlast in meinem System verursacht, also muss ich alle paar Wochen für ein paar Tage stoppen um die AD rauszubekommen.

Als ich auf Seroquel war wog ich nach 6 Wochen 15 kg mehr und ich habe öfter versucht, mich umzubringen, während ich es nahm als während ich es nicht nahm. Als ich in der psychiatrischen Klinik war bekam ich Valproat (nicht sicher welche Dosierung) und meine Haare fingen an auszufallen, und ich nahm es für etwa 10 Tage bevor meine Leber damit nicht mehr klar kam, und ich musste für 3 Tage stoppen. Ich hatte noch nie ein Problem mit Depressionen nur bipolar und die Medikamente zur Behandlung von Depressionen sind die gleichen. Ich bin in der Regel eher manisch als depressiv. Aber Antidepressiva stabilisieren die Stimmung und deshalb werden sie auch verwendet, um Bipolare zu behandeln. Mir geht es gut mit der Therapie und Unterstützung durch die Familie. Ein gutes Unterstützungssystem ist wichtig…und ja, eine schöne Liste da oben.

26.11.2017 Kommentar von Lutz:

Hi an alle,

Eigentlich wollte ich hier einen Link zu meinem Antidepressivum hineinstellen über Wirkungen und Nebenwirkungen und auch Hinweisen zur Fahrtüchtigkeit. Auch über Vorurteile in Richtung Abhängigkeit und Persönlichkeitsveränderung bei AD`s.
Aber googeln könnt ihr ja auch alleine.

Besser ist vielleicht ein Erfahrungsbericht, denn die meisten Aussagen im Net egal ob dafür oder dagegen enden doch mit Prozentzahlen, Häufigkeiten und das es bei jedem anders sein kann.
Einige Dinge dazu habe ich schon mal im angeschlossenen Forum geschrieben, also wer es schon mal gelesen hat überfliegt bitte das bereits bekannte.

Seit drei MOnaten nehme ich ein NaSSA, Mirtazapin 15 mg vor dem Einschlafen.

Zur Verbesserung des Ein- und Durchschlafens und der Schlaftiefe (unausgeschlafene Autofahrer sind auch ein Risiko) und vor allem zur Angstreduzierung. Dem Voraus ging ein intensives Gespräch mit dem Arzt, in dem gemeinsam über die Notwendigkeit der Einnahme, alles für und wider diskutiert wurde, unmittelbar nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. Der Krankenhausaufenthalt wurde zur Abklärung starker Schmerzen im Verdauungstrakt notwendig und erbrachte keine körperlichen Ursachen. Mein ständiger und unnachgiebiger Kampf im täglichen Leben und Job gegen meine Angst hatte mich krankenhausreif gemacht.

Vor der ersten Einnahme wurde ich von meinem Arzt über die zu erwartenden Wirkungen und Nebenwirkungen (auch auf die eingeschränkte Fahrtüchtigkeit in den ersten Tagen) hingewiesen, da ich eh noch krank zu Hause war, machte mir das auch keine Probleme. Die Packungsbeilage hatte ich aufmerksam studiert und Zeit zum googeln hatte ich damals auch genug.

Suizidgedanken hatte ich noch nie, weder vor noch nach der Einnahme. Ich kämpfe für mich und meine Familie und Suizid wäre für mich eine feiges Aufgeben und aus der Verantwortung stehlen.
Außerdem hänge ich am Leben und liebe es trotz aller Einschränkungen.

Als Sofortwirkung konnte ich lange tief und fest schlafen. Das Träumen änderte sich. Es wurde intensiver, realistischer, manchmal gestaltbar und keine Albträume mehr. Eine Angstreduktion stellte sich nach ca. 4 Wochen ein.

Messbar daran, dass mich zu erwartende angstauslösende Situationen im Vorfeld nicht mehr so stark in Panik versetzten. In den Situationen selbst habe ich nach wie vor Angst, aber bisher stellte sich noch keine Blockade mehr ein. Ich vermeide weniger als vorher, sehr zur Freude meiner Frau, die sehr gerne unter Leuten ist und manchmal alleine Losziehen mußte. Auswirkungen auf die Libido konte ich nicht feststellen.

Nebenwirkungen (neben der Traumgeschichte) sind Mundtrockenheit (eine Wasserflasche muss jetzt ans Bett) und eine Gewichtszunahme von 4 kg. Dinge mit denen ich keine Probleme habe.

Die schlaffördernde Wirkung hat etwas nachgelassen. Auch darüber wurde ich informiert und, dass ein Erhöhung der Dosierung nach einiger Zeit erforderlich sein kann.

Die Frage wie lange ich das Antidepressivum nehmen werde läßt sich nur schwer beantworten. Ich gehe für mich davon aus, dass ich es solange nehmen muß, wie ich noch sehr aktiv am Arbeitsprozess beteiligt bin.

So nun kennt Ihr meine Erfahrungen und meine Denke über mein Medikament.

Ich bin schon gespannt auf Deine/Eure.

Gruß
Lutz

Depressionen – helfen lassen

22.09.2018 Kommentar von Frank:

Leider habe ich selber an Depressionen zu leiden.Teilweise hilft mir Faxine XR 75. Die Grundlage dieser Depressionen ist leider nicht so einfach beiseite zu schieben, wie es Psychologen meinen, sie verstehen leider nicht die persönliche Einstellung zu den Gründen. Es würde jetzt zu weit führen, warum und wieso zu erörtern, ich kann nur allen Personen raten, versucht Euch helfen zu lassen, aber verlasst Euch nicht nur auf die Medikamente!

RE: Antidepressiva: schädlich, gefährlich

20.10.2018 Kommentar von Birgit:

Hallo,
ich nahm über zwei Jahre Cipralex (zur Antriebssteigerung) und Trimipramintropfen (zum Einschlafen). In dieser Zeit steigerte sich mein Gewicht von 71 kg auf fast 90 kg. Leider war meine Krise zu stark, um rechtzeitig zu reagieren. Heute, 7 Jahre später und nach diversen alternativen Behandlungen, um das im Körper angesammelte Wasser wieder loszuwerden, habe ich mein Startgewicht immer noch nicht erreicht. Vermutlich werde ich es nie wieder erreichen. Zusätzlich gehe ich zweimal pro Woche schwimmen und powere mich aus. Ärzte haben einen Zusammenhang zwischen den ADs und der immensen Gewichtszunahme immer abgestritten, im Internet gibt es aber ganz andere Berichte von Betroffenen. Meine Meinung heute: Finger weg von Ads und lieber erst einmal alternative Wege versuchen. Ich würde es heute anders machen. Diese Erfahrungen wünscht man niemandem.

Verschlechterung

Erfahrungsbericht

14.01.2016 Kommentar von Susanne:

Unsere Tochter leidet an einer starken Depression. Sie bekam Fluoxetin verschrieben. Schon am dritten Tag der Einnahme ging es ihr so schlecht, dass sie sich in die geschlossene psychiatrischen Station einweisen liess. Neben starken Suizidgedanken kam extreme Schlaflosikeit dazu. Das Medikament musste abgesetzt werden.

15.03.2017 Kommentar von Renate:

Ich bekam in der Klinik gegen meine Depressionen Fluoxetin und wollte vom 3. Stock des Gebäudes in suizidaler Absicht springen. Es drängte sich regelrecht ein Selbstmord auf.

Müdigkeit unter SSRi und SNRI

20.10.2018 Kommentar von Birgit:

Ich muss vorausschicken, dass ich an einen bösartigen Hirntumor leide. Aus diesem Grund ist meine Beobachtung nicht zu verallgemeinern. Jedenfalls nahm ich auf Anraten meines betreuenden Neurologen, aber auch aus eigenem Antrieb verschiedene Psychopharmaka u.a. auch SSRI und SNRI. Dabei machte ich stets die gleiche und für mich zermürbende Feststellung: Denn anstatt der „versprochenen“ stimmungsaufhellenden Wirkung, wurde ich schon wenige Augenblicke nach der Medikamenteneinnahme immer wieder sehr müde und litt an einer deutlich verminderten, „Spannkraft“ des ganzen Körpers. Diese Symptome stellten sich auch bei kleinsten Dosen ein, so dass ich mich immer wieder entschloss, die antidepressive Behandlung abzusetzen.

Mich würde interessieren, ob ich mit diesem Problem alleine stehe oder ob andere Patienten dies ebenfalls so erlebt haben. Sodann möchte ich die Frage aufwerfen, was man dagegen am besten tun kann. Einfach die Behandlung weiterführen und 2 Wochen im Bett verbringen, kann wohl nicht zielführend sein!

Erfahrungen mit Nebenwirkungen

Viel ausprobiert, viele NW

03.09.2018 Kommentar von Quentchen:

Ich wünschte mir sehr, dass eines der Antidepressiva, die ich ausprobiert habe, geholfen hätte. Aber leider hatte ich über Monate bis Jahre hiNebenwirkungeneg fast nur Nebenwirkungen auf diesem Weg.

Ausprobiert habe ich in verschiedenen ansteigenden Dosierungen Citalopram, Mirtazepin, Paroxetin, Pregabaldin, Lithium und Escitalopram mit Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, noch mehr Müdigkeit und Gefühllosigkeit, was ich ja eigentlich los werden wollte. Bei Pregabaldin hatte ich sogar richtig heftige Koordinationstörungen. Und bei Citalopram + Paroxetin Selbstmordgedanken, womit ich davor und danach nie zu tun hatte, das hat mich echt umgehauen.

Nur Hypericin (900) hat zumindest im Winter leichte Antidepressiva-Effekte ohne Nebenwirkungen gebracht, im Sommer wurde ich aber davon extrem aufgedreht und zittrig, also im Sommer wieder abgesetzt.

Als ich mir dann mal die Studien durchgelesen habe, musste ich erkennen, dass Antidepressiva eben keine Allheilmittel sind, und nur ein relativ geringer Prozentsatz der Patienten davon profitiert. So viele, dass es sich wohl lohnt, die zu verschreiben, aber viele sind eben auch nur mit dem Placebo schon besser dran und dann bleibt noch ein großer Teil übrig, die davon gar nicht profitieren bzw. sogar darunter leiden müssen.

Und meinen jetzige Ärztin hat natürlich auch recht, wenn sie sagt, dass Medikamente keine Symptome abstellen können, deren Ursache immer noch in meinem Leben sind bzw. immer schlimmer werden. Aber wenn man erstmal richtig krank ist und durch die damit mittlerweile verbundene Armut, die dann kommt sozial isoliert und fianziell auf unangenehme Weise abhängig ist, dann gibts da auch nicht mehr so schnell nen Weg raus

Ich hoffe sehr auf die Entwicklung der Biosignaturen, mit denen man dann über Bluttests schon gewisse Antidepressiva ausschließen kann und somit zumindest diese trial and error Verfahren verkürzt werden können. Dann können sich die Kliniken und Praxen vielleicht auch besser umorientieren und mehr substantielle Therapien und soziale Hilfestellungen anbieten, anstatt von einem Medikament zum nächsten zu wechseln. Das ist nämlich verdammt anstrengend und macht die Situation echt nicht leichter zu ertragen, grAntidepressivae wenn ein neuer Arzt dann wieder alles anzweifelt/die Akte nicht liest und alles von vorne ausprobieren möchte.

Dann gerät man plötzlich zusätzlich in die Situation, dass man als Therapieverweigerer dargestellt wird und der Arzt einen nicht mehr ernst nimmt. Ab da sind dann oft konstruktive Gespräche kaum noch möglich und meine Verzweiflung ist an diesem Punkt oft so groß, dass die Depressionen und die Erschöpfung unerträglich werden.

Sowieso scheint mir die Psychiaterzunft zu den Ärzten zu gehören, die immer noch nicht gerne erklären oder mal selber nachlesen, was ich bei anderen Ärzten mittlerweile immer häufiger beobachte. Aber wenn es um Depressionen geht, dann scheinen die Vorurteile bzgl. Bewußtseinstrübung oder was auch immer dem Patienten unterstellt wird, selbst bei Psychiatern so groß, dass die meisten kaum konstruktiv reden wollen.

Ein Teufelskreis.

Erfahrungsberichte zur Gewichtszunahme

Erhöhter Appetit

27.05.2018 Kommentar von Sysssy:

Bei fast allen Medikamenten gegen Depressionen hatte ich erhöhten Appetit und oft eine Veränderung der Dinge die ich gerne esse. Manche haben meinen Stoffwechsel beeinflusst, was sich auch auf das Gewicht ausgewirkt hat. Aktuell nehme ich Jatrosom (Tranilcipromin) ein und schaffe es oft nicht Heißhungerattacken nicht nachzugeben. Ich habe 8 Kilogramm mehr, als das was ich als mein Wohlfühl bzw. Normalgewicht bezeichne. Ich habe oft Verlangen nach Dingen, die ich ohne Medikamente gar nicht so gerne esse.

Ich kann Antidepressiva gar nicht empfehlen

ChashMec sagte am 07.01.2019:

Ich kann Antidepressiva gar nicht empfehlen. Für mich ist das alles eine Erfindung der Pharma Industrie und sogenannter behandelnder Ärzte, um ein Millionen Geschäft zu machen mit wenig Sinn und Logik dahinter.

Habe selber ein 3/4 Jahr welche genommen und dabei wurde mit mir nur herum experimentiert. Am Ende habe ich sie auf Rat meines Therapeuten abgesetzt, obwohl mein Psychater sie weiter verordnet hatte. Und seit dem geht es mir wieder recht gut, ich hatte nie wieder schlechte Gedanken oder Gefühle seit dem.

Dazu kam das ich nach absetzen auch langsam wieder abnehmen konnte, was meinem Selbstwertgefühl enorm geholfen hat.

Das was mich momentan langsam wieder gesund macht, ist eine gute Psychotherapie bei einem guten Therapeuten. Das hilft tausendmal mehr, als irgendein so wildes Medikament, das einen nur Fett macht.

Deswegen Rate ich jedem der an einer Depression erkrankt, geht nicht zu solchen “Alibi“ Ärzten, die keinerlei Ahnung haben, wie man eine Depression behandelt und einen Patienten heilt. Die wollen euch nur ruhig stellen und nicht wirklich weiter helfen.

Geht dann am besten zu eurer Krankenkasse oder einem örtlichen Therapeuten und sagt das es euch ganz wichtig ist eine Therapie zu machen. Dann bekommt ihr in der Regel innerhalb von 1 oder 2 Monaten auch einen Therapie Platz.

Das kann euch enorm weiter helfen, vorausgesetzt ihr könnt auch in der Therapie über eure Gefühle sprechen. Sonst solltet ihr es vielleicht doch mit Medikamenten versuchen.

Hans sagte am 22.10.2019:

Antidepressiva sind eher sowas wie wieder Sprit in den Tank bekommen um in der Lage zu sein, sich selbst zu helfen (indem man z.B. Hilfe sucht). Es kommt jedoch auf die Erkrankung an.

Jemand der er es z.B. gar nicht mehr schafft aus dem Bett hochzukommen, sollte medikamentöse Behandlung sehr in Erwägung ziehen.


Weitere Erfahrungsberichte

Manuela sagte am 10.02.2021:
Ich habe die Medikamente genommen und wurde darunter suizidal. Zuvor war ich nie suizidal. Ich habe sie aus einem anderen Grund als Depressionen genommen.


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Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.

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