Rivaroxaban als Thromboseprophylaxe verbessert klinische Ergebnisse nach COVID-19-Krankenhausaufenthalt

COVID-19: Rivaroxaban versus keine Antikoagulation zur Thromboseprophylaxe nach der Entlassung aus dem Krankenhaus (MICHELLE)

31.12.2021 Bei Patienten mit hohem Risiko für venöse Thromboembolien (VTE), die nach einem COVID-19-Krankenhausaufenthalt entlassen werden, ist die Thromboseprophylaxe durch Rivaroxaban (Xarelto) mit verbesserten klinischen Ergebnissen verbunden laut einer in The Lancet veröffentlichten Studie.

Die Studie

Dr. Eduardo Ramacciotti vom Science Valley Research Institute in São Paulo, Brasilien, und Kollegen führten eine multizentrische, randomisierte Studie mit Patienten durch, die mit COVID-19 ins Krankenhaus aufgenommen wurden und ein erhöhtes VTE-Risiko aufwiesen.

Bei der Entlassung aus dem Krankenhaus wurden sie nach dem Zufallsprinzip entweder einer 35-tägigen Behandlung mit Rivaroxaban 10 mg/Tag (160 Patienten) oder keiner Antikoagulation (160 Patienten) zugeordnet.

Während des Krankenhausaufenthalts erhielten alle Patienten eine Thromboseprophylaxe mit Standardheparindosen. 52 Prozent der Patienten befanden sich während des Krankenhausaufenthalts auf der Intensivstation. Insgesamt hatten 62 Prozent der Patienten einen IMPROVE-VTE-Score (International Medical Prevention Registry on Venous Thromboembolism) von 2 bis 3 und erhöhte D-Dimer-Werte; 38 Prozent hatten einen Score ≥4.

Wirksamkeit

Die Forscher stellten fest, dass der primäre Wirksamkeitsnachweis (eine Kombination aus symptomatischer oder tödlicher VTE, asymptomatischer VTE, symptomatischer arterieller Thromboembolie und kardiovaskulärem Tod am Tag 35) bei 3 Prozent der mit Rivaroxaban behandelten Patienten und 9 Prozent der Patienten ohne Antikoagulation auftrat (relatives Risiko: 0,33).

In keiner der beiden Gruppen traten größere Blutungen auf. Bei zwei Patienten in der Rivaroxaban-Gruppe traten allergische Reaktionen auf.

Die Verwendung einer erweiterten prophylaktischen Dosis Rivaroxaban sollte bei der Entlassung aus dem Krankenhaus als geeignete Strategie zur Verbesserung der klinischen Ergebnisse bei Patienten mit einer Kreatinin-Clearance von mehr als 30 ml/Minute in Betracht gezogen werden, die mit COVID-19 hospitalisiert wurden und einen IMPROVE-VTE-Score von 2 bis 3 sowie erhöhte D-Dimer-Werte oder einen IMPROVE-VTE-Score von 4 oder mehr aufweisen, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: The Lancet (2021). DOI: 10.1016/S0140-6736(21)02392-8

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