Schlaganfall und intaktes Aneurysma: IV-Thrombolyse scheint sicher

Risiko einer Aneurysmaruptur nach Thrombolyse bei Patienten mit akutem ischämischen Schlaganfall und nicht rupturierten intrakraniellen Aneurysmen

07.10.2021 Bei Patienten mit akutem ischämischen Schlaganfall (AIS) scheint die intravenöse Thrombolyse (IVT) bei Vorliegen von sackförmigen, nicht-rupturierten intrakraniellen Aneurysmen (UIA) sicher zu sein laut einer in Neurology veröffentlichten Studie.

Die Studie

Jyri Juhani Virta vom Universitätskrankenhaus Helsinki in Finnland und Kollegen untersuchten in einer prospektiven Kohortenstudie von Patienten, die zwischen 2005 und 2019 in einem Schlaganfallzentrum behandelt wurden, ob eine intravenöse Thrombolyse bei akutem ischämischen Schlaganfall zu einer Aneurysma-Ruptur und einer intrakraniellen Blutung (ICH) bei Patienten mit nicht-rupturierten intrakraniellen Aneurysmen führen kann.

Bei allen AIS-Patienten, die mit IVT behandelt wurden, wurden Röntgenberichte und Aufzeichnungen ausgewertet, um Patienten mit nicht-rupturierten intrakraniellen Aneurysmen zu identifizieren. Die Angiogramme der Patienten wurden auf Aneurysma-Merkmale und andere bildgebende Untersuchungen des Gehirns auf intrakranielle Blutungen nach der intravenösen Thrombolyse analysiert.

Die Ergebnisse

Während des 15-jährigen Studienzeitraums wurden 3.953 Patienten mit einer intravenösen Thrombolyse behandelt. Die Forscher fanden heraus, dass 132 Patienten (3,3 Prozent) 155 UIA (14 fusiforme und 141 sackförmige) hatten, die einen mittleren Durchmesser von 4,7 ± 3,8 mm aufwiesen (18,7 Prozent ≥7 mm; 9,7 Prozent ≥10 mm).

Keine der sackförmigen UIA rupturierte nach der IVT; drei Patienten (2,3 %) mit großen fusiformen UIA der Basiliararterie erlitten jedoch 27 Stunden, 43 Stunden und 19 Tage nach der IVT eine tödliche Ruptur. Alle drei Patienten erhielten nach der IVT eine Antikoagulationsbehandlung; die Antikoagulation war während der Ruptur wirksam. Bei 18,9 bzw. 8,3 Prozent aller AIS-Patienten wurden intrakranielle Blutungen bzw. symptomatische intrakranielle Blutungen festgestellt.

Bei Menschen mit großen fusiformen Aneurysmen sollte die Behandlung zusätzlich überdacht werden, da Blutverdünner das Risiko einer Aneurysmaruptur erhöhen können, sagte Virta in einer Erklärung.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Neurology – DOI: https://doi.org/10.1212/WNL.0000000000012771





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