Tanezumab

Tanezumab (Codename RN624) ist ein monoklonaler Antikörper gegen den Nervenwachstumsfaktor. Es wurde von Pfizer als Medikament gegen Schmerzen entwickelt.

Chronische Schmerzen (Arthrose, Rücken): FDA gewährt Fast-Track-Status

13.06.2017 Pfizer Inc. und Eli Lilly haben heute bekanntgegeben, dass die US Food and Drug Administration (FDA) dem Medikament Tanezumab Fast-Track-Status zur Behandlung von chronischen Schmerzen bei Patienten mit Arthrose und chronischen Rückenschmerzen verliehen hat.

Tanezumab ist ein experimenteller humanisierter monoklonaler Antikörper, der selektiv an den Nervenwachstumsfaktor (NGF) bindet und diesen hemmt. Es ist der erste NGF-Inhibitor, der einen Fast-Track-Status erhält: Bei diesem Prozess soll die Entwicklung neuer Medikamente erleichtert und die Überprüfung beschleunigt werden.

Das globale klinische Phase 3 Entwicklungsprogramm für das Medikament ist derzeit im Gange und umfasst sechs Studien mit etwa 7.000 Patienten mit Arthrose, chronischen Rückenschmerzen oder Krebsschmerzen, die keine ausreichende Schmerzlinderung durch anerkannte Therapien erreichen.

Die Ergebnisse werden voraussichtlich ab dem Jahr 2018 berichtet. Alle Studien untersuchen die subkutane Verabreichung von Tanezumab einmal alle acht Wochen für Behandlungszeiten von 16 bis 56 Wochen, gefolgt von einer 24-wöchigen Sicherheits-Nachbeobachtungszeit.
© arznei-news.de – Quelle: Pfizer Inc., Juni 2017

Positive Top-Line-Ergebnisse aus Phase-3-Studie zur Behandlung von Arthrose-Schmerzen

18.07.2018 Pfizer Inc. und Eli Lilly and Company haben Ergebnisse einer 16-wöchigen Phase-3-Studie mit Patienten mit Arthrose bekanntgegeben, in der die subkutane Verabreichung von Tanezumab untersucht und alle drei koprimären Endpunkte erreicht wurden.

Die Studie zeigte, dass Patienten, die zwei Dosen Tanezumab (mit achtwöchiger Pause) erhielten, eine statistisch signifikante Verbesserung der Schmerzen, der körperlichen Funktionen und der Gesamtbeurteilung ihrer Arthrose im Vergleich zur Placebo-Gruppe erreichten.

Nervenwachstumsfaktor-Inhibitoren

Tanezumab gehört zu einer Klasse von Schmerzmedikamenten, die als Nervenwachstumsfaktor (NGF)-Inhibitoren bekannt sind, und wird zusätzlich zu Arthroseschmerzen bei chronischen Kreuzschmerzen und Krebsschmerzen (aufgrund von Knochenmetastasen) untersucht.

Vorläufige Sicherheitsdaten zeigten, dass Tanezumab im Allgemeinen gut verträglich war, wobei etwa 1% der Patienten die Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen abbrachen. Rasch fortschreitende Arthrose wurde bei Tanezumab-behandelten Patienten mit einer Häufigkeit von weniger als 1,5% beobachtet, jedoch nicht im Placebo-Arm. In der Studie gab es keine Ereignisse von Osteonekrose. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale identifiziert.

Knie- oder Hüftarthrose

Die Phase-3-Studie (A4091056) war eine 16-wöchige randomisierte, doppelblinde, Placebo-kontrollierte, multizentrische, parallele Studie, in der die Wirksamkeit und Sicherheit der subkutanen Verabreichung des Wirkstoffs im Vergleich zu Placebo bei Patienten mit Knie- oder Hüftarthrose untersucht wurde.

Die Studie beinhaltete eine 24-wöchige Nachbeobachtungszeit. In die Studie wurden Patienten mit mittelschweren bis schweren Arthrose-Schmerzen aufgenommen, die eine unzureichende Schmerzlinderung mit anderen Behandlungsmöglichkeiten für Arthrose-Schmerzen erreicht hatten oder nicht in der Lage waren, andere Schmerzmittel einzunehmen.

Insgesamt wurden 698 Patienten in drei Behandlungsgruppen im Verhältnis 1:1:1 randomisiert, um während der 16-wöchigen Studie einmal alle acht Wochen zwei Injektionen zu erhalten.

Eine Gruppe erhielt zwei Dosen Placebo, die zweite Gruppe zwei Dosen Tanezumab 2,5 mg und die dritte Gruppe eine Dosis Tanezumab 2,5 mg, gefolgt von einer Dosis Tanezumab 5 mg acht Wochen später.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Pfizer Inc. und Eli Lilly

Wirksamkeit und Sicherheit: Ergebnisse aus zweiter Ph-3-Studie zu Arthroseschmerzen

29.01.2019 Pfizer und Eli Lilly and Company haben positive Ergebnisse einer Phase-3-Studie bekanntgegeben, in der Tanezumab 2,5 mg oder 5 mg bei Patienten mit mittelschweren bis schweren Arthrose-Schmerzen untersucht wurden.

5 mg

Der 5 mg-Therapiearm von Tanezumab erreichte alle drei primären Endpunkte nach 24 Wochen und zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung der Schmerzen, der körperlichen Funktion und der Gesamtbeurteilung der Patienten hinsichtlich ihrer Arthrose-Schmerzen im Vergleich zu Placebo-Teilnehmern.

2,5 mg

Der Tanezumab 2,5 mg Behandlungsarm erreichte zwei der drei protokolldefinierten coprimären Wirksamkeitsendpunkte im Vergleich zu Placebo und zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung von Schmerz und körperlicher Funktion, während sich die Gesamtbewertung der Patienten hinsichtlich ihrer Arthrose-Schmerzen nicht statistisch von den Placebo-Teilnehmern unterschied.

Subkutane Verabreichung

In dieser Studie wurde die subkutane (SC) Verabreichung von Tanezumab 2,5 mg oder 5 mg alle acht Wochen, insgesamt 24 Wochen, bei Patienten mit mittelschweren bis schweren Arthrose-Schmerzen untersucht.

Die in die Studie aufgenommenen Patienten hatten eine unzureichende Schmerzlinderung oder Intoleranz gegenüber mindestens drei verschiedenen Klassen von Analgetika und hatten im Durchschnitt mehr als sechs Jahre lang Arthrose-Schmerzen. Sie berichteten auch über signifikante Auswirkungen ihrer Schmerzen auf ihre Funktionsfähigkeit im Alltag.

Sicherheit / Nebenwirkungen

Vorläufige Sicherheitsdaten zeigten, dass Tanezumab während der 24-tägigen Behandlungsdauer generell gut verträglich war, mit ähnlich niedrigen Raten von Behandlungsabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen bei Patienten, die Tanezumab und Placebo einnahmen.

Die Studie beinhaltete auch eine 24-wöchige Nachbeobachtungszeit zur Sicherheit, die insgesamt 48 Wochen betrug.

Insgesamt wurde eine schnell fortschreitende Arthrose (RPOA) bei 2,1 Prozent der mit Tanezumab behandelten Patienten beobachtet, nicht im Placeboarm. Das Verhältnis von RPOA Typ 1 (beschleunigte Gelenkspaltverengung) zu RPOA Typ 2 (Beschädigung oder Verschlechterung des Gelenks) betrug 2:1, was dem Verhältnis aus der zuvor berichteten SC Phase-3-Studie bei Arthrose-Schmerzen (A4091056) entspricht.

Es gab ein Vorfall von Osteonekrose und ein Vorfall von subchondraler Insuffizienzfraktur, die bei mit Tanezumab behandelten Patienten beobachtet wurden, und es wurden keine Ereignisse im Placeboarm beobachtet.

Die Häufigkeit eines totalen Gelenkersatzes war zwischen Behandlungs- und Placeboarm ähnlich.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Pfizer und Eli Lilly and Company

Langzeitstudie der Phase 3 zur Wirksamkeit von Tanezumab im Vergleich zu NSAID bei Patienten mit Arthrose

22.04.2019 Pfizer und Eli Lilly and Company haben die Ergebnisse einer Phase-3-Studie bekanntgegeben, in der Tanezumab 2,5 mg und 5 mg untersucht wurden.

Mittelschwere bis schwere Arthrose der Hüfte oder des Knies

Ziel der Studie war es, die langfristige Sicherheit und 16-wöchige Wirksamkeit von Tanezumab im Vergleich zu nicht-steroidalen entzündungshemmenden Medikamenten (NSAID) bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Arthrose der Hüfte oder des Knies zu vergleichen.

In dieser Studie wurde Tanezumab 2,5 mg oder 5 mg alle acht Wochen subkutan verabreicht, insgesamt 56 Wochen lang.

5 mg-Therapiearm

Der 5 mg-Therapiearm von Tanezumab erreichte zwei der drei primären Wirksamkeitsendpunkte und zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung der Schmerzen und körperlichen Funktionen im Vergleich zu NSAID bei der 16-wöchigen Analyse, während sich die Gesamtbewertung der Arthrose durch die Patienten nicht statistisch von der im NSAID-Arm unterschied.

Tanezumab 2,5 mg

Patienten, die Tanezumab 2,5 mg erhielten, erlebten keine statistisch signifikante Verbesserung der Schmerzen, der körperlichen Funktion oder der Gesamtbewertung ihrer Arthrose nach 16 Wochen im Vergleich zu NSAID.

Sicherheit / Nebenwirkungen

In der Sicherheitsanalyse gab es eine höhere Rate von Gelenk-Nebenwirkungen in den Tanezumab-Armen im Vergleich zu NSAR nach 80 Wochen; der Unterschied war statistisch signifikant, schreiben die Unternehmen.

Die Gelenksicherheit war ein zusammengesetztes Ereignis-Maß, das aus den festgestellten Ergebnissen der schnell fortschreitenden Arthrose (RPOA) Typ 1 oder Typ 2, subchondralen Insuffizienzfrakturen, Osteonekrose oder pathologischen Fraktur bestand.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Pfizer / Eli Lilly



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