Überaktive Blase: Zusammenhang mit Demenz-Medikamenten

Risiko einer überaktiven Blase steht in Verbindung mit Cholinesterasehemmern bei Demenz

08.01.2022 Eine im Journal of the American Geriatrics Society veröffentlichte Studie des University of Houston College of Pharmacy hat das Risiko einer überaktiven Blase (OAB) als Nebenwirkung von Cholinesterase-Inhibitoren (ChEI) zur Behandlung von Demenz und Alzheimer-Krankheit untersucht.

Demenz ist eine Gruppe von Symptomen, die mit einer Abnahme des Gedächtnisses, des Denkens oder anderer Denkfähigkeiten einhergehen. Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache von Demenz und macht 60-80 % der Fälle aus. ChEI-Medikamente, darunter Donepezil, Galantamin und Rivastigmin, verbessern die Kommunikation zwischen den Nervenzellen und damit die kognitiven Fähigkeiten.

Unterschiedlich großes Risiko für überaktive Blase

Die Studie ergab, dass das Risiko einer überaktiven Blase bei den einzelnen Cholinesterasehemmern unterschiedlich ist, berichten die Studienautoren um Prajakta Masurkar. Anhand einer nationalen Kohorte älterer Erwachsener mit Demenz fanden sie außerdem heraus, dass Donepezil im Vergleich zu Rivastigmin mit einem um 13 % erhöhten OAB-Risiko verbunden war, während es bei Galantamin und Rivastigmin kein unterschiedliches OAB-Risiko gab.

Die Studie

Anhand von Medicare-Daten untersuchte die Studie 524.975 Erwachsene (65 Jahre und älter) mit Demenz, die Cholinesterasehemmer einnahmen (Donepezil 80,72 %, Rivastigmin 16,41 %, Galantamin 2,87 %). Das primäre Ergebnis von Interesse war die Diagnose von überaktiver Blase oder die Verschreibung von Antimuskarinika, also von Medikamenten zur Behandlung der überaktiven Blase, innerhalb von sechs Monaten nach Beginn der Behandlung mit Cholinesterasehemmern.

Während einige Studien durchgeführt wurden, um die Auswirkungen aller Cholinesterasehemmer und der Einnahme von Antimuskarinika zu bewerten, wurden nur wenige Studien zu den Auswirkungen einzelner ChEI auf das Risiko für eine überaktive Blase durchgeführt. Frühere Studien haben ergeben, dass die Einnahme von ChEI mit einem erhöhten Risiko für die Einnahme eines Antimuskarinikums verbunden ist.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Journal of the American Geriatrics Society, 2021; DOI: 10.1111/jgs.17579





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