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Androgenentzug bei Prostatakrebs: Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Erhöhtes Risiko für Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ischämische Herzkrankheit und Schlaganfall unter Androgenentzugstherapie bei Prostatakrebs

Androgenentzug bei Prostatakrebs: Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

30.07.2022 Bei Patienten mit Prostatakrebs ist die Androgenentzugstherapie (ADT) mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD) verbunden laut einer in The Aging Male veröffentlichten Studie.

Justinas Jonusas vom Nationalen Krebsinstitut in Vilnius, Litauen, und Kollegen untersuchten das Risiko für CVD-Mortalität in einer retrospektiven Kohortenstudie von Patienten im Alter von 40 bis 79 Jahren, bei denen zwischen dem 1. Januar 2012 und dem 31. Dezember 2016 Prostatakrebs diagnostiziert wurde. Die endgültige Kohorte umfasste 13.343 Prostatakrebspatienten, die ausschließlich Gonadotropin-Releasing-Hormon-Agonisten einnahmen.

  • Die Forscher fanden heraus, dass mit Androgenentzugstherapie behandelte Patienten im Vergleich zu Patienten ohne ADT ein erhöhtes Risiko für Tod durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen hatten (Hazard Ratio: 2,14).
  • Darüber hinaus hatten ADT-Anwender ein erhöhtes Risiko für Tod durch ischämische Herzkrankheit und Schlaganfall (Hazard Ratios: 1,42 bzw. 1,70).
  • Das Risiko für CVD-bedingte Sterblichkeit war bei ADT-Anwendern im Alter von 70 bis 79 Jahren höher (Hazard Ratio: 4,78).

„Die Hormontherapie wird häufig bei Patienten mit Prostatakrebs eingesetzt, aber es sind weitere Untersuchungen erforderlich, um ein besseres Verständnis der Gesamtrisiken und des Nutzens dieser Behandlung zu erlangen“, so Jonusas in einer Erklärung. „Unsere Ergebnisse legen nahe, dass Kliniker bei der Entwicklung eines Behandlungsplans für Männer mit Prostatakrebs, insbesondere für ältere Patienten, Strategien zur Risikoreduzierung und -minderung für kardiovaskuläre Erkrankungen in Betracht ziehen sollten.“

© arznei-news.de – Quellenangabe: The Aging Male, 25:1, 173-179, DOI: 10.1080/13685538.2022.2091130





Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.



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