Betablocker bei Leberzirrhose

Betablocker zeigen entzündungshemmende Effekte bei fortgeschrittener Lebererkrankung

11.12.2020 Eine in der Zeitschrift Gut veröffentlichte Studie konnte zeigen, dass Betablocker positive Aufwirkungen auf systemische Entzündungsreaktionen bei Patienten mit Leberzirrhose haben, die sich auch in einer verbesserten Prognose niederschlagen.

Die Biomarker

Für diese Studie bestimmten die Forscher Biomarker – Anzahl der weißen Blutkörperchen (WBC), C-reaktives Protein (CRP), Interleukin-6 (IL-6) und Procalcitonin (PCT) – der systemischen Entzündung vor und auch während der laufenden Behandlung mit Betablockern.

Dabei zeigte sich, dass Patienten, die unter fortgeschrittenen Stadien der Leberzirrhose leiden, nicht nur eher eine ausgeprägte systemische Entzündungsreaktion aufweisen, sondern auch eher von der entzündungshemmenden Wirkung der Betablocker profitierten.

Die Resultate

Die Leukozytenzahl sank bei Beginn der NSBB-Therapie (nicht-selektive Betablocker) signifikant in der Gesamtkohorte. NSBB-bedingte Reduktionen der WBC waren in fortgeschrittenen Stadien der Zirrhose stärker ausgeprägt. Die NSBB-assoziierten Veränderungen der Leukozyten korrelierten mit Veränderungen von CRP, PCT und IL-6, aber nicht mit Veränderungen des HVPG (hepatisch-venöser Druckgradient).

Eine NSBB-bedingte Abnahme der systemischen Entzündung (d. h. WBC-Reduktion ≥15 %) wurde bei n=91 (29,6 %) Patienten erreicht und erwies sich als unabhängiger Schutzfaktor für eine weitere Dekompensation bei dekompensierten Patienten und für die leberbezogene Sterblichkeit in der gesamten Patientenkohorte.

Die Wissenschaftler konnten beobachten, dass zirrhotische Patienten, die unter Betablockern eine relevante Reduktion der Entzündungsmarker (wie z. B. der weißen Blutkörperchen) erreichten, signifikant weniger Komplikationen der portalen Hypertension entwickeln und ein geringeres Risiko für leberbedingte Mortalität haben.

„Diese vielversprechenden Daten können – nach weiterer Validierung in Folgestudien – dazu beitragen, dass wir das Therapieansprechen auf Betablocker besser abschätzen können und unsere PatientInnen hinsichtlich ihrer Prognose und anderer Therapiemöglichkeiten optimal beraten können“, sagt Studienautor Mathias Jachs von der Medizinischen Universität Wien.
© arznei-news.de – Quellenangabe: Gut.





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