COVID-19-Impfstoffe schützen Krebspatienten

Studie untersuchte Risiko und Ergebnis von COVID-19-Durchbruchsinfektionen bei geimpften Krebspatienten

12.04.2022 Die Praxis zeigt, dass Krebspatienten ein höheres Risiko für die Entwicklung von COVID-19-Durchbruchsinfektionen und schwerwiegende Folgen haben. Dies geht aus einer im Journal of Clinical Oncology veröffentlichten Studie hervor.

Qianqian Song von der Indiana University in Indianapolis und Kollegen nutzten die Daten der National COVID Cohort Collaborative, um Durchbruchsinfektionen (1. Dezember 2020 bis 31. Mai 2021) bei mehr als 64.000 Patienten zu identifizieren, die teilweise oder vollständig mit mRNA-COVID-19-Impfstoffen geimpft wurden und bei denen keine vorherige Infektion mit dem schweren akuten respiratorischen Syndrom Coronavirus 2 nachgewiesen wurde.

Durchbruchsrisiko

Die Forscher identifizierten 6.860 Durchbruchsfälle, von denen 21,3 Prozent Patienten mit Krebs waren. Bei Patienten mit soliden Tumoren und hämatologischen Malignomen (Odds Ratios [OR]: 1,12 bzw. 4,64) und schwerwiegenden Folgen (OR: 1,33 bzw. 1,45) war das Risiko einer Durchbruchinfektion signifikant höher als bei Patienten ohne Krebs, wenn man Alter, Geschlecht, Rasse/ethnische Zugehörigkeit, Raucherstatus, Impfstofftyp und Impfdatum berücksichtigt.

Patienten mit hämatologischen Malignomen hatten im Vergleich zu Patienten mit soliden Tumoren ein erhöhtes Risiko für Durchbruchsinfektionen (bereinigte OR-Spanne von 2,07 für Lymphome bis 7,25 für lymphoide Leukämie).

Nach der zweiten Impfstoffdosis

Nach der zweiten Impfstoffdosis verringerte sich das Durchbruchsrisiko für alle Krebsarten (OR: 0,04), und das Risiko war für den Moderna mRNA-1273-Impfstoff im Vergleich zum BNT162b2-Impfstoff von Pfizer geringer (OR: 0,66), insbesondere bei Patienten mit multiplem Myelom (OR: 0,35). Das Durchbruchsrisiko in der geimpften Population war stark mit Medikamenten mit starker immunsuppressiver Wirkung und Knochenmarktransplantation verbunden.

„Die Praxis zeigt, dass Patienten mit Krebs, insbesondere mit hämatologischen Malignomen, ein höheres Risiko für die Entwicklung von Durchbruchsinfektionen und schweren Folgen haben“, schreiben die Autoren.

© arznei-news.de – Quellenangabe: DOI: 10.1200/JCO.21.02419 Journal of Clinical Oncology





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