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Demenz durch Protonenpumpenhemmer (PPI)?

Kumulative PPI-Anwendung über mehr als 4,4 Jahre mit erhöhtem Risiko für Demenz verbunden

Demenz durch Protonenpumpenhemmer (PPI)?

11.08.2023 Die kumulative Einnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI) über mehr als 4,4 Jahre ist mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden laut einer online in Neurology veröffentlichten Studie.

Dr. Carin Northuis von der University of Minnesota in Minneapolis und Kollegen untersuchten die Zusammenhänge zwischen der aktuellen und kumulativen Einnahme von PPI und dem Risiko einer Demenzerkrankung in der Atherosclerosis Risk in Communities Study. Der PPI-Einsatz wurde bei den Klinikbesuchen 1 (1987 bis 1989) bis 5 (2011 bis 2013) erfasst und jährlich dokumentiert. Die Einnahme von PPI wurde nach der aktuellen Einnahme bei Besuch 5 und der Dauer der Einnahme vor Besuch 5 klassifiziert (null Tage, ein Tag bis 2,8 Jahre, 2,8 bis 4,4 Jahre und > 4,4 Jahre).

Die Analyse umfasste 5.712 demenzfreie Teilnehmer bei Besuch 5. Die minimale kumulative PPI-Einnahme betrug 112 Tage und die maximale Einnahme 20,3 Jahre; der Median der Nachbeobachtung lag bei 5,5 Jahren.

  • Die Forscher identifizierten 585 Fälle von Demenz während der Nachbeobachtung.
  • Im Vergleich zu Teilnehmern, die keine PPI einnahmen, hatten diejenigen, die zum Zeitpunkt von Besuch 5 PPI einnahmen, kein erhöhtes Risiko, während der Nachbeobachtungszeit an Demenz zu erkranken.
  • Ein erhöhtes Risiko für Demenz wurde bei denjenigen beobachtet, die PPI über einen Zeitraum von mehr als 4,4 kumulativen Jahren vor Besuch 5 einnahmen, verglichen mit denjenigen, die keine PPI einnahmen.
  • Bei einer geringeren Einnahmedauer waren die Zusammenhänge nicht signifikant.

„Es ist wichtig, dass Menschen, die diese Medikamente einnehmen, mit ihrem Arzt sprechen, bevor sie Änderungen vornehmen, um die beste Behandlung für sie zu besprechen, und weil ein abruptes Absetzen dieser Medikamente zu einer Verschlechterung der Symptome führen kann“, sagte Mitautor Dr. Kamakshi Lakshminarayan, ebenfalls von der University of Minnesota und Mitglied der American Academy of Neurology, in einer Erklärung.

© arznei-news.de – Quellenangabe: Neurology – DOI: https://doi.org/10.1212/WNL.0000000000207747

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Diese Informationen sind NICHT als Empfehlung für ein bestimmtes Medikament zu verstehen. Auch wenn diese Berichte, Studien, Erfahrungen hilfreich sein können, sind sie kein Ersatz für die Erfahrung und das Fachwissen von Ärzten.