Elagolix

Elagolix ist ein Gonadotropin-releasing Hormon (GnRH) Rezeptor Antagonist und wird oral verabreicht. Es blockiert das endogene GnRH-Signaling, indem es kompetitiv an GnRH-Rezeptoren in der Hypophyse bindet.

Endometriose: Reduktion von menstruellen und nicht-menstruellen Beckenschmerzen

19.10.2016 AbbVie hat detaillierte Ergebnisse zweier replizierter klinischer Phase-3-Studien veröffentlicht, die die Wirksamkeit und Sicherheit von Elagolix bei prämenopausalen Frauen mit Endometriose untersuchten.

Wirksamkeit bei Endometriose

Die Daten zeigen, dass die mit Elagolix behandelten Patientinnen im Vergleich zu Placebo im 3. Monat und 6. Monat eine statistisch signifikante Verringerung der Scores für Menstruationsschmerzen (Dysmenorrhoe, DYS) und nichtmenstruelle Beckenschmerzen (NMPP) – im Zusammenhang mit Endometriose stehend – erreichten (gemessen mit der Daily Assessment of Endometriosis Pain scale).

In den beiden Studien zeigten beide Dosen eine statistisch signifikante (p: 0,001) Verbesserung gegenüber Placebo im Prozentsatz der DYS- und NMPP-Responder.

In der ersten Studie wurden im 3. Monat 46 Prozent der Patientinnen, die mit 150 mg einmal täglich, und 76 Prozent der Patientinnen, die mit 200 mg zweimal täglich behandelt wurden, als DYS-Responder eingestuft – im Vergleich zu 20 Prozent der Patientinnen in der Placebo-Gruppe.

Fünfzig Prozent der mit 150 mg Elagolix einmal täglich und 55 Prozent der mit 200 mg zweimal täglich behandelten Patientinnen konnten als NMPP-Responder eingestuft werden – im Vergleich zu 36 Prozent der Patientinnen in der Placebo-Gruppe. Die zweite zentrale Phase-3-Studie zeigte ähnliche Ergebnisse.

Sicherheit in Endometriose-Studien

Das Sicherheitsprofil des Wirkstoffs war gleichbleibend über beide Phase-3-Studien und stand auch im Einklang mit früheren Elagolix-Studien.

Die häufigsten Nebenwirkungen in der ersten Studie (über sechs Monate) waren:

  • Hitzewallungen (7% Placebo, 24% 150 mg einmal täglich, 42% 200 mg zweimal täglich),
  • Kopfschmerzen (10%, 15%, 17%) und
  • Übelkeit (14%, 10%, 16%).

Wie vom Wirkmechanismus erwartet, waren einige Nebenwirkungen wie Hitzewallungen dosisabhängig. Die meisten Hitzewallungen (> 50%) waren leicht.

Die Abbruchraten aufgrund der Nebenwirkungen betrugen

  • 5,9 Prozent und 6,1 Prozent unter Placebo in Studie 1 und Studie 2,
  • 6,4 Prozent und 4,4 Prozent unter 150 mg einmal täglich in Studie 1 und Studie 2,
  • 9 Prozent und 10 Prozent unter 200 mg zweimal täglich In Studie 1 und Studie 2.

© arznei-news.de – Quelle: AbbVie, American Society for Reproductive Medicine Scientific Congress, Okt. 2016

Uterusmyome: Medikament reduziert schwere Menstruationsblutungen

08.04.2017 AbbVie hat detaillierte Ergebnisse aus einer klinischen Phase-2b-Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von Elagolix allein oder in Kombination mit Add-Back-Therapie (Estradiol / Norethindronacetat) im Vergleich zu Placebo veröffentlicht.

Die Daten zeigten, dass Elagolix – mit und ohne Add-back-Therapie – den primären Wirksamkeitsendpunkt der reduzierten schweren Menstruationsblutung im Vergleich zu Placebo (p <0,001) erreichte. Diese Ergebnisse wurden auf dem dritten Kongress der Society of Endometriosis und Uterine Disorders (SEUD) in Singapur vorgestellt.

Veränderung beim menstruellen Blutverlust

Der primäre Endpunkt der Studie beurteilte die Veränderung des menstruellen Blutverlusts von der Baseline bis zum 6. Monat unter Verwendung der alkalischen Hämatinmethode, einer Standardmessung bei menstruellem Blutverlust.

Die Auswirkungen von Elagolix auf schwere Menstruationsblutungen erfolgten rasch, was durch eine signifikante Verringerung der Anzahl der Tage mit schweren Blutungen auf der Grundlage der Bewertung im 6. Monat im Vergleich zu Placebo belegt wurde. Frauen, die mit dem Wirkstoff behandelt wurden, hatten signifikante Erhöhungen der Hämoglobinkonzentration von der Baseline bis zum 6. Monat im Vergleich zu Placebo.

Eine ununterbrochene Behandlung mit Elagolix war mit einer verminderten Symptomschwere und einer verbesserten Lebensqualität verbunden, was durch den Uterine Fibroid Symptom and QoL (UFS-QoL) Fragebogen bewertet wurde.

Uterusmyom-Studie

Die Phase 2b Uterusmyom-Studie (M12-813) war eine klinische 24-wöchige, multizentrische, doppelblinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte, Parallel-Gruppen-Studie, die Elagolix bei Frauen mit schweren Uterusblutungen verbunden mit Uterusmyomen bewertete. Es wurden 567 vormenopausale Frauen im Alter von 18 bis 51 an 100 Standorten in den Vereinigten Staaten, Kanada, Puerto Rico, Chile und dem Vereinigten Königreich durchgeführt.

Die beiden Kohortenstudien untersuchten die Sicherheit und Wirksamkeit von zwei Elagolix-Behandlungsschemata (300 mg BID und 600 mg QD) allein und in Kombination mit zwei verschiedenen Stärken der Add-Back-Therapie (Estradiol / Norethindronacetat). Die veröffentlichten Daten waren Ergebnisse aus der 300mg Kohorte. Die Ergebnisse aus der 600mg Kohorte waren ähnlich und werden in einer zukünftigen Publikation berichtet, schreibt AbbVie.

Nebenwirkungen

Die häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Hitzewallungen, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit, die häufiger in den Elagolix-Behandlungsgruppen im Vergleich zu Placebo auftraten.

Add-back-Therapie reduzierte das Auftreten von Hitzewallungen in einer dosisabhängigen Weise. Alle Elagolix-Behandlungsgruppen erreichten eine Abnahme der mittleren endometrialen Dicke von Baseline bis zum 6. Monat im Vergleich zu Placebo, und es gab keine nachteiligen endometrialen Befunde aus den endometrialen Biopsien zur Baseline oder bei Monat sechs.

Die Verringerung der Knochenmineraldichte, die mit Elagolix allein verbunden ist, wurde abgeschwächt durch die Kombination mit der Add-back-Therapie – mit einem geringen Einfluss auf die Wirksamkeit.
© arznei-news.de – Quelle: AbbVie, April 2017

Endometriose mit assoziierten Schmerzen: Positive Daten der Phase-3-Erweiterungsstudie

01.11.2017 AbbVie hat detaillierte Ergebnisse zweier Phase-3-Verlängerungsstudien veröffentlicht, in denen die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit von Elagolix zur Behandlung von Endometriose mit Schmerzen untersucht wurde.

In den Erweiterungsstudien zeigte das Medikament eine nachhaltige Verringerung der durchschnittlichen monatlichen Becken- und nicht-menstruellen Beckenschmerzen bei Frauen während des 12-monatigen Behandlungszeitraums.

Die Sicherheit und Verträglichkeit entsprach den erwarteten Wirkungen eines reduzierten Östradiolspiegels, und für den 12-monatigen Behandlungszeitraum wurden keine neuen Sicherheitsbedenken festgestellt.

Die Reduktionen bei Dysmenorrhoe und nicht-menstruellen Beckenschmerzen nach einer sechsmonatigen Elagolix-Behandlung wurden über sechs zusätzliche Behandlungsmonate (insgesamt 12 Monate) hinweg in beiden Verlängerungsstudien sowohl für 150 mg einmal täglich (QD) als auch für 200 mg zweimal täglich (BID) beibehalten. Mehr als 50 Prozent der Frauen waren bei beiden Dosen Responder bezüglich Dysmenorrhoe und nicht-menstruellen Beckenschmerzen.

Die Responder-Rate bezüglich schmerzhaftem Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) nach 12 Monaten war bei der 200 mg BID-Dosis höher als bei der 150 mg QD-Dosis, was einen dosisabhängigen Effekt widerspiegelt, ähnlich wie in den Zulassungsstudien.
© arznei-news.de – Quelle: AbbVie, Nov. 2017

Behandlung von Uterusmyomen – Resultate der Phase 3 Studie ELARIS UF-I

27.02.2018 AbbVie hat bekanntgegeben, dass die Phase 3 Studie ELARIS UF-I (M12-815) mit dem Medikament Elagolix ihren primären Endpunkt erreicht hat.

Die Ergebnisse der ersten von zwei zulassungsrelevanten Phase-3-Studien zeigten im sechsten Monat, dass das Arzneimittel in Kombination mit einer niedrig dosierten Hormontherapie (Add-Back-Therapie) die starke Menstruationsblutung bei 68,5 Prozent (p<0,001) der Frauen mit Uterusmyomen reduzierte und ein klinisches Ansprechen im Vergleich zu Placebo (8,7 Prozent) erzielte, gemessen mit der alkalischen Hämatin-Methode.

Klinisches Ansprechen wurde definiert als menstruelles Blutverlustvolumen von weniger als 80 mL während des sechsten Monats und eine 50-prozentige oder größere Reduktion des menstruellen Blutverlustvolumens von der Baseline bis zum sechsten Monat.

Die Studie erreichte auch alle sekundären Endpunkte (p<0,001) im sechsten Monat.
© arznei-news.de – Quelle: AbbVie; Feb. 2018

Myome des Uterus – ELARIS UF-II: Primäre und sekundäre Endpunkte erreicht

13.03.2018 AbbVie hat bekanntgegeben, dass die Phase 3 Studie ELARIS UF-II zu Elagolix ihren primären Endpunkt erreicht hat.

Ergebnisse aus der zweiten von zwei zulassungsrelevanten Phase-3-Studien zeigten im sechsten Monat, dass das Medikament (300 mg zweimal täglich) in Kombination mit einer niedrig dosierten Hormontherapie (Estradiol 1,0 mg / Norethindronacetat 0.5 mg) starke Menstruationsblutungen reduzierte und bei 76,2 Prozent (p<0,001) der Frauen mit Uterusmyomen – im Vergleich 10,1 Prozent unter Placebo – klinisches Ansprechen erzielte, gemessen mit der alkalischen Hämatin-Methode.

Klinisches Ansprechen wurde definiert als menstruelles Blutverlustvolumen von weniger als 80 mL während des sechsten Monats und eine 50-prozentige oder größere Reduktion des menstruellen Blutverlustvolumens von der Ausgangssituation bis zum sechsten Monat. Die Studie erreichte auch alle sekundären Endpunkte (p<0,02) im 6. Monat.

In der Studie wurden hypoestrogene Effekte, wie Hitzewallungen und eine Verringerung der Knochenmineraldichte, die durch die Behandlung mit Elagolix hervorgerufen wurden, beobachtet. Das allgemeine Sicherheitsprofil des Medikaments stimmte mit dem überein, was in Phase-2-Studien und der ersten Phase-3-Studie (ELARIS UF-I) bei der Behandlung von Uterusmyomen beobachtet wurde.
© arznei-news.de – Quellenangabe: AbbVie



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